Brian Armstrong zieht bei Base und Content Coins die Reißleine
Armstrong erklärt, dass die Versuche mit Content- und Creator Coins keine tragfähige Nutzerbasis geschaffen haben. Base richtet den Fokus nun auf Trading, Payments und Agents, nachdem die TVL zwischenzeitlich zurückgegangen ist.

Wichtigste Erkenntnisse
- Brian Armstrong sagt, dass die Content-Coin-Experimente auf Base nicht aufgegangen sind und das Netzwerk bereits Anfang dieses Jahres den Kurs geändert hat.
- Zuvor setzte Base auf Social- und Creator-Tokens, die zwar Aufmerksamkeit erzeugten, bei vielen Nutzern aber auch Verluste hinterließen.
- Der Fokus liegt nun auf Trading, anschließend auf Payments und Agents, während der auf Base gebundene Gesamtwert zuletzt geschwankt hat.
Coinbase-Chef Brian Armstrong hat die Content-Coin-Phase von Base nach eigenen Worten beendet. Die Experimente hätten nicht den gewünschten Effekt gebracht, sagte er. Bereits Anfang dieses Jahres habe das Netzwerk deshalb die Richtung geändert und sich von dem Onchain-Hype entfernt, der für viele Nutzer vor allem mit Verlusten verbunden gewesen sei.
Vier Fehlversuche auf Base
Base, die Ethereum-Layer-2 von Coinbase, hat sich seit dem Start 2023 zu einem Testfeld für neue Onchain-Formate entwickelt. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem Social- und Creator-getriebene Tokens. Kritiker zufolge blieb der nachhaltige Effekt jedoch aus. Zwar sorgten die Experimente für Aufmerksamkeit und zeitweise mehr Aktivität, eine stabile Nutzerbasis entstand daraus aber nicht.
Besonders viel Raum erhielt Zora. Mit der Content-Coin-App konnten Nutzer Social Posts als handelbare Tokens minten. Während der Hochphase der Minting-Aktivität zog das Volumen schnell an. Offen blieb jedoch, ob daraus mehr als ein kurzfristiger Trend werden würde. Genau darin sahen Gegner das Kernproblem.
Auch Creator Coins sollten eine direkte Verbindung zwischen Fans und Machern schaffen. Nutzer konnten Tokens kaufen, die an einzelne Creator gekoppelt waren. Sogar Fonds wurden dazu ermutigt, Creator-Coin-Indizes zu unterstützen. Als die Kurse später wieder nachgaben, blieben viele Nutzer mit Verlusten zurück.
Armstrong zieht die Linie durch
Armstrong reagierte am Montag direkt auf die Kritik. Er schrieb, Content Coins hätten sich nicht bewährt, Base habe sich schon Anfang dieses Jahres davon verabschiedet, und es sei nun an der Zeit für ein neues Kapitel. In derselben Diskussion ging es auch um die breitere Ausrichtung von Base: Das Netzwerk setzt jetzt zuerst auf Trading, danach auf Payments und Agents. Armstrong betonte zugleich, dass Base nicht vor allem auf KI-Agenten ausgerichtet sei.
Der Kurswechsel kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktivität auf Base ohnehin unter Druck stand. Die insgesamt im Netzwerk gebundene Wert fiel von rund 5,3 $ Milliarden (4,6 € Milliarden) im Januar auf etwa 3,9 $ Milliarden (3,4 € Milliarden) Mitte Februar, auch wenn die TVL laut dem letzten Stand bei 4,37 $ Milliarden (3,8 € Milliarden) lag. Für ein Netzwerk, das eng mit Ethereum und der Coinbase-Infrastruktur verbunden ist, darunter die Coinbase Smart Wallet, ist diese Entwicklung relevant, weil Onboarding und einfache Nutzung einen zentralen Teil des Angebots ausmachen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt sich daran, wie schnell eine große Layer-2 von experimentellen Formaten wieder zu einem klassischeren Produktfokus wechseln kann. Base bleibt ein wichtiger Akteur im Ethereum-Ökosystem, doch der Strategiewechsel macht auch deutlich, dass nicht jedes Onchain-Format automatisch dauerhaft angenommen wird, selbst wenn ein großes Krypto-Unternehmen dahintersteht.
Die Debatte betrifft damit nicht nur Base selbst, sondern auch die breitere Frage, welche Anwendungen auf Ethereum Nutzer tatsächlich binden. Für Entwickler und Anleger am Kryptomarkt ist das ein nützlicher Gradmesser dafür, wohin sich die Aufmerksamkeit großer Plattformen verschiebt.