Ethereum und Base beenden Gespräche über gemeinsamen Wallet-Standard
Ethereum und Base setzen nun jeweils auf ein eigenes Wallet-Design, mit Folgen für Passkeys, Account Abstraction und Transaktionen auf beiden Netzwerken.

Wichtigste Erkenntnisse
- Ethereum und Base haben die Gespräche über einen gemeinsamen Wallet-Standard beendet und arbeiten nun jeweils an einem eigenen Design.
- Ethereum entwickelt EIP-8141, während Base mit EIP-8130 weitermacht, mit unterschiedlichen Entscheidungen für Genehmigung, Zahlung und Transaktionsverarbeitung.
- Wallets und Apps, die beide Netzwerke unterstützen, müssen möglicherweise zwei verschiedene Transaktionslogiken implementieren, was die Integration komplexer macht.
Ethereum und das von Coinbase unterstützte Base haben die Gespräche über einen gemeinsamen Standard für die nächste Generation von Krypto-Wallets beendet. Die beiden Netzwerke verfolgen nun jeweils ein eigenes Design, wodurch Wallets und Apps, die auf beiden Chains laufen, künftig möglicherweise zwei verschiedene Wege unterstützen müssen, um dieselbe Transaktion aufzubauen und zu genehmigen.
Warum die Gespräche ins Stocken gerieten
Es stand viel auf dem Spiel. Der neue Standard sollte Krypto-Wallets stärker wie moderne Apps funktionieren lassen, mit Login über Passkeys, mehreren Formen der Account-Wiederherstellung, dem Bezahlen von Transaktionsgebühren durch eine App und dem Bündeln mehrerer Blockchain-Aktionen in einer Transaktion. Dadurch wäre es auch seltener nötig gewesen, ETH nur zum Bezahlen von Gas Fees zu halten.
Nach Angaben von Entwicklern auf beiden Seiten erwies sich der Kompromiss am Ende als zu teuer. Ethereum wollte vor allem seine eigenen Prioritäten schützen, etwa Privacy, Censorship Resistance und Security. Base suchte dagegen mehr Spielraum, um Transaktionen für hohe Volumina und für Anwendungen mit Compliance-Anforderungen zu optimieren. Laut Ethlabs-Entwickler Derek Chiang, der an der Arbeit beteiligt war, scheiterten die gemeinsamen Bemühungen in der vergangenen Woche.
Zwei unterschiedliche Wege
Ethereum arbeitet an EIP-8141, auch bekannt als Frame Transactions. Base entwickelte einen konkurrierenden Vorschlag, EIP-8130. Beide Drafts verändern, wer eine Transaktion genehmigen darf, wer dafür bezahlt und was danach passiert.
Für Ethereum erhält EIP-8141 inzwischen einen Platz in Hegotá, dem geplanten Upgrade nach Glamsterdam. Die Ethereum Foundation setzte den Proposal in diesem Monat auf die Liste der Execution-Layer-Bestandteile, die mit Hegotá ausgeliefert werden sollen. Das verschafft Priorität, aber keine Garantie. EIP-8141 läuft auf Ethereum noch nicht.
Base macht unterdessen mit EIP-8130 weiter. Diese Designentscheidung ist bereits im Vibenet-Development-Network verfügbar und gehört zum Cobalt-Upgrade. Laut Planung steht Cobalt am 23. September auf Sepolia und am 30. September auf dem Mainnet an. Eines der Ziele von EIP-8130 ist native Account Abstraction, mit mehr Freiheit, Transaktionen für verschiedene Arten von Apps anders zu gestalten.
Was das für Wallets bedeutet
Für europäische Krypto-Nutzer und Entwickler ist das vor allem relevant, weil Wallets, die Ethereum und Base gleichzeitig unterstützen, ihre Transaktionslogik wahrscheinlich aufteilen müssen. Das macht die Integration komplexer, vor allem für Apps, die über mehrere Netzwerke hinweg eine einheitliche Nutzererfahrung bieten wollen.
Die Diskussion steht auch im Zusammenhang mit einem breiteren Trend im Kryptomarkt. Netzwerke suchen immer häufiger nach eigenen Lösungen für Wallets, Fees und Account-Management, statt sich auf einen gemeinsamen Standard zu einigen. Bei Ethereum spielt dabei auch mit hinein, dass die Community auf Post-Quantum Cryptography schaut, damit Accounts später möglicherweise auf sicherere Signaturschemata umsteigen können, falls das nötig wird. Auch Wallets wie Phantom zeigen, dass Anbieter ihr Produkt immer weiter um neue Funktionen erweitern, vom Trading bis hin zu fortgeschritteneren Account- und Transaktionsmöglichkeiten.