Kalifornien verbietet Meme Coins für Politiker nach Newsom-Unterschrift
Das neue kalifornische Gesetz betrifft nicht nur Politiker, sondern auch Krypto-Plattformen, die Meme Coins an Einwohner verkaufen. Newsom nimmt damit ausdrücklich den Trump-Token und andere politische Tokens ins Visier.

Wichtigste Erkenntnisse
- Gavin Newsom hat Assembly Bill 2409 unterzeichnet, wodurch öffentliche Amtsträger in Kalifornien keine Meme Coins mehr ausgeben dürfen.
- Das Gesetz beschränkt ab dem 1. Januar 2027 auch Krypto-Plattformen, die Meme Coins von öffentlichen Amtsträgern an Kalifornier verkaufen.
- Die Maßnahme richtet sich ausdrücklich gegen politische Tokens, wobei der Trump-Token als zentrales Beispiel in der Debatte dient.
Governor Gavin Newsom hat Assembly Bill 2409 unterzeichnet und damit öffentlichen Amtsträgern in Kalifornien verboten, Meme Coins auszugeben. Das Gesetz legt außerdem neue Beschränkungen für Krypto-Plattformen fest, die solche Tokens an Einwohner Kaliforniens verkaufen wollen.
Die Maßnahme ist ein weiterer Schritt in der Debatte über politische Tokens in den Vereinigten Staaten. Newsoms Büro stellte das Gesetz ausdrücklich als Gegenpol zu Präsident Donald Trump und seinem eigenen Token dar.
Wer unter das Verbot fällt
Das Gesetz wurde von Assemblymember Avelino Valencia, einem Demokraten aus Anaheim, eingebracht. Der Senat billigte den Vorschlag im August mit 40 zu 0 Stimmen, danach nahm die Assembly den endgültigen Plan mit 78 zu 0 an.
AB 2409 gilt für gewählte und ernannte Amtsträger auf Staats- und lokaler Ebene, darunter Abgeordnete und Mitglieder von Beiräten. Auch öffentliche Beschäftigte mit Entscheidungsmacht über Ausschreibungen und Verträge fallen darunter. Laut dem Text dürfen Anbieter digitaler Assets ab dem 1. Januar 2027 keine Meme Coins mehr an Kalifornier verkaufen, wenn diese Coins von Bundes-, Staats- oder lokalen Amtsträgern ausgegeben wurden oder gemeinsam mit ihnen entstanden sind.
Das Gesetz lässt ältere Tokens jedoch außen vor. Dadurch können frühere Käufer etwa von Official Trump (TRUMP) ihre Position weiterhin auf Exchanges verkaufen, falls das nötig ist. Der Generalstaatsanwalt kann die Durchsetzung per Zivilverfahren erzwingen, ebenso wie District Attorneys, City Attorneys und County Counsel.
Newsom stellt den Trump-Token in den Mittelpunkt
Newsom verknüpfte die Unterzeichnung direkt mit Trump. Er sagte, Kalifornien entscheide sich für eine Wirtschaft, die für die Menschen funktioniert und nicht für die Mächtigen, während er den Trump-Token als Scam bezeichnete.
Diese politische Aufladung ist nicht neu. Newsoms Büro verwies auch auf frühere Meme Coins öffentlicher Figuren, darunter TRUMP, Central African Republic Meme, NYC Token und LIBRA. In diesen Fällen verloren die Tokens nach dem Start den Großteil ihres Werts, was die Debatte über solche Projekte weiter verschärft hat.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt dieses Gesetz, wie weit Aufsichtsbehörden und Politiker gehen können, wenn Tokens direkt mit öffentlichen Amtsträgern verknüpft sind. Besonders betroffen sind Krypto-Börsen und andere Plattformen, die in einem strengeren rechtlichen Umfeld entscheiden müssen, welche Tokens sie anbieten und welche nicht. Auch für Akteure, die unter MiCA operieren, ist das ein Signal, dass politische Tokens zunehmend als separates Risikodossier betrachtet werden.
In Washington läuft derweil eine breitere Debatte über Ethik und Krypto-Aktivitäten von Politikern. Die Ethikregeln rund um Trump und Spitzenbeamte zeigen, dass dieses Thema auch auf Bundesebene immer deutlicher verschärft wird.