Cboe und S&P DJI öffnen die Tür für tokenisierte Optionen
Cboe erhält bis 2051 exklusive Rechte an SPX-Optionen und kann mit S&P DJI auch tokenisierte Kontrakte prüfen. Der Schritt passt in den breiteren Wall-Street-Wettlauf rund um Blockchain und Abwicklung.

Wichtigste Erkenntnisse
- Cboe Global Markets und S&P Dow Jones Indices haben ihre Lizenzvereinbarung um 25 Jahre verlängert und schaffen damit Raum für Innovationen jenseits traditioneller Indexderivate.
- Cboe behält die exklusiven Rechte, SPX-Optionen bis 2051 anzubieten; 2025 wurden 970,6 Millionen Kontrakte gehandelt.
- Die Parteien nannten tokenisierte Optionen als mögliche Zusammenarbeit, während Wall Street breiter auf tokenisierte Aktien, ETFs und Abwicklungsdienste setzt.
Cboe Global Markets und S&P Dow Jones Indices haben ihre langjährige Lizenzvereinbarung um 25 Jahre verlängert und damit die Tür für tokenisierte Optionen geöffnet. Gleichzeitig erhalten beide Parteien mehr Spielraum, über traditionelle Indexderivate hinauszudenken, auch wenn bislang noch kein tokenisiertes Produkt angekündigt wurde.
Neuer Schritt für SPX-Optionen
Der Deal gibt Cboe exklusive Rechte, seine S&P 500 Index options, bekannt als SPX-Optionen, bis 2051 anzubieten. In der Mitteilung hieß es außerdem, dass Cboe und S&P DJI möglicherweise gemeinsam an Innovationen jenseits der klassischen Indexderivate arbeiten können, darunter tokenisierte Optionskontrakte.
Das ist bemerkenswert, weil SPX-Optionen zu den meistgehandelten Indexderivaten der Welt zählen. Cboe teilte mit, dass 2025 ein Rekord von 970,6 Millionen Kontrakten den Besitzer wechselte, im Schnitt 3,9 Millionen pro Tag. S&P DJI verwaltet zudem einen der am stärksten beachteten Benchmarks am Markt, mit dem S&P 500 als Kern.
Warum Tokenisierung hier wichtig ist
Tokenisierung überträgt traditionelle Assets wie Aktien, Fonds und Kredite auf Blockchain-Rails. Dadurch können sie in der Theorie schneller abgewickelt werden, sich leichter zwischen Handels-, Kredit- und Besicherungsströmen bewegen und möglicherweise auch außerhalb regulärer Handelszeiten verfügbar sein.
Bei Optionen kann das über längere Handelszeiten hinausgehen. Smart Contracts können zum Beispiel Besicherung, Margin und Settlement automatisch abwickeln, während die Vertragsbedingungen selbst onchain festgehalten werden. Für Marktteilnehmer bedeutet das weniger manuelle Schritte und möglicherweise weniger Zwischenstationen.
Wall Street schaut schon weiter
Der Schritt passt in eine breitere Bewegung an der Wall Street. Nasdaq arbeitet mit Payward, der Muttergesellschaft von Kraken, an tokenisierten Aktien, während die New York Stock Exchange eine 24/7-Umgebung für tokenisierte Aktien und ETFs entwickelt. Auch die DTCC bereitet einen Tokenization-Service vor, nachdem der Abwicklungs- und Verwahrungsriese bereits Transaktionen mit tokenisierten Assets verarbeitet hat.
Für europäische Kryptonutzer ist das relevant, weil es zeigt, wie eng traditionelle Märkte und Blockchain-Infrastruktur zusammenrücken. Wenn große Börsen- und Clearinghäuser tokenisierte Produkte weiter ausarbeiten, könnte das die Diskussion über Marktstruktur, Abwicklung und den Zugang zu Anlageinstrumenten auch außerhalb der USA beschleunigen.