CFTC stellt KI in den Mittelpunkt und sieht den Weg zum autonomen Handel
Die US-Aufsichtsbehörde prüft, wie KI-Handel und autonome Handelsagenten in Registrierung, Haftung und Aufsicht über Derivate- und Kryptomärkte passen.

Wichtigste Erkenntnisse
- CFTC-Chef Mike Selig bezeichnet KI als möglichen Weg zu autonomerem Handel und sieht KI, Krypto und Infrastruktur als zusammenhängende Marktentwicklungen.
- Die Aufsichtsbehörde nutzt KI bereits für die Überwachung der Derivatemärkte, ringt aber mit Fragen zu Registrierung, Haftung und der Identität hinter Handelsagenten.
- Die Debatte betrifft auch Krypto, wo die CFTC mehr Klarheit über Regeln für Software und Tools sucht, während Marktteilnehmer immer häufiger KI-Algorithmen einsetzen.
Die amerikanische Aufsichtsbehörde CFTC rückt künstliche Intelligenz deutlich auf die Agenda. Vorsitzender Mike Selig nannte KI auf einem Forum einen möglichen Weg zu autonomerem Handel. Zugleich warnte er, dass Aufseher noch viele Fragen zu Registrierung, Haftung und dazu klären müssen, wer genau hinter einem Handelsagenten steht.
KI und Krypto in einem Atemzug
Selig stellte KI, Krypto und moderne Finanzinfrastruktur als drei Entwicklungen dar, die Märkte gemeinsam verändern können. Seiner Ansicht nach kann diese Kombination den Zugang zu fortgeschrittenen Finanztools verbreitern und Unternehmen helfen, Risiken präziser zu steuern. Dabei ging er noch einen Schritt weiter und sagte, der Begriff 'artificial' passe nicht mehr und die Technologie könne besser als Super Intelligence, oder SI, verstanden werden.
Die CFTC scheint diese Entwicklung nicht nur diskutieren, sondern auch selbst nutzen zu wollen. Selig sagte, sein Team setze bereits stark auf KI, um Derivatemärkte zu überwachen. Gleichzeitig betonte er, dass der Aufstieg von Computeragenten im Handel neue Aufsichtsfragen aufwirft, vor allem wenn ein Agent selbstständig Transaktionen im Namen eines Nutzers ausführt.
Neue Fragen für Aufseher
Kern seiner Botschaft war, dass die Regulierung mit der Technik Schritt halten muss. Selig fragte offen, ob der Entwickler eines solchen Agenten unter eine Registrierungspflicht fällt und wer haftet, wenn das System aus dem Ruder läuft. Außerdem stellte er die Frage, wie Aufseher feststellen können, in wessen Namen ein nicht-menschlicher Handelsagent handelt, und ob dafür eine neue Form von Know-your-Customer nötig ist.
Diese Fragen betreffen auch Krypto, wo Softwareentwickler und Erbauer von Schnittstellen schon länger mit ähnlicher Unsicherheit zu tun haben. Selig sagte, die CFTC sei damit bereits früher konfrontiert gewesen, und seine Behörde habe unter seiner Führung versucht, mehr Klarheit über die Regeln für Software und Tools in Krypto-Asset-Märkten zu schaffen.
Bedeutung für Krypto
Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem relevant, weil die Debatte zeigt, wie Aufseher KI und Krypto immer häufiger in dieselbe Kategorie einordnen. Die CFTC hat zuvor bereits eine Frontier-Forum-Reihe rund um KI und agentic finance gestartet, was darauf hindeutet, dass die US-Aufsichtsbehörde dies nicht als isolierten Trend, sondern als Thema für strukturelle Aufsicht sieht. Die Futures Industry Association plädierte dabei zuvor für einen technologie-neutralen Ansatz, bei dem der Fokus auf der Nutzung und der Wirkung der Technologie liegt und nicht auf dem Label selbst.
An dem Forum nahm auch Brett Harrison teil, der CEO der KI-Derivatebörse Architect und frühere Chef der US-Sparte von FTX. Er sagte, dass Verbrauchermodelle wie Claude, ChatGPT und Gemini es Händlern erleichtern, unstrukturierte Informationen wie Nachrichten in eine Handelsentscheidung umzuwandeln. Seiner Ansicht nach nutzen immer mehr Marktteilnehmer, vom Retail bis zu institutionellen Akteuren, solche Black-Box-Algorithmen, um Derivate zu handeln.