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Krypto in Washington bleibt auf Kurs, aber 2028 wird entscheidend

Die Branche erzielte mit Lobbyarbeit und neuen Regeln rund um Stablecoins und Aufsicht Fortschritte, doch ohne Marktstruktur bleibt der Kurs von den US-Wahlen 2028 abhängig.

Krypto in Washington bleibt auf Kurs, aber 2028 wird entscheidend

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die US-Kryptobranche sagt, dass ihre Lobbyarbeit in Washington Wirkung zeigt, warnt aber zugleich, dass dieser Erfolg nicht von selbst Bestand hat.
  • Laut dem Meinungsbeitrag sorgten Unterstützung aus beiden Parteien und neue Regeln für konkrete Durchbrüche, darunter das erste krypto-spezifische Gesetz und das erste bundesweite Stablecoin-Gesetz.
  • Die Branche nennt 2028 entscheidend, weil eine neue Regierung ohne Marktstrukturgesetzgebung den Kurs der Aufsichtsbehörden erneut umkehren könnte.

Die Kryptobranche in den Vereinigten Staaten sagt, dass ihr Ansatz in Washington funktioniert, warnt aber zugleich davor, dass dieser Erfolg nicht von selbst bestehen bleibt. Laut einem Meinungsbeitrag des Solana Policy Institute ist die Branche in den vergangenen Jahren deutlich besser darin geworden, zu lobbyieren, Gesetzgebung zu erklären und Unterstützung bei beiden Parteien im Kongress zu suchen. Dennoch bleiben die Midterms und vor allem die Präsidentschaftswahl 2028 ausschlaggebend für die Richtung der Politik.

Vom Außenseiter zum festen Gesprächspartner

Vor vier Jahren hatte Krypto in Washington nur wenige Freunde. Die Branche hatte eine kleine Gruppe treuer Verbündeter, litt unter einem beschädigten Image wegen Fehlverhalten schlechter Akteure und sah sich mit einem Durchsetzungsansatz konfrontiert, der den Autoren zufolge fast eine halbe Milliarde Dollar für Untersuchungen und Rechtsstreitigkeiten gekostet hat. Dieses Geld wäre ihrer Ansicht nach besser in neue US-Unternehmen geflossen.

Darauf folgte eine Langfriststrategie. Seit 2022 haben Krypto-Befürworter Kandidaten beider Parteien darüber informiert, was Krypto ist, was es für normale Amerikaner bedeuten kann und warum klare Regeln fehlen. Gleichzeitig bauten Organisationen wie die Blockchain Association, das DeFi Education Fund, Stand With Crypto, Crypto Council for Innovation und Solana Policy Institute feste Kontakte in Washington auf. Auch Solana selbst hat sich dem Beitrag zufolge von einem unbekannten Namen zu einer festen Größe im politischen Gespräch entwickelt.

Gesetzgebung und Aufsicht verschieben sich

Dieser Ansatz brachte den Autoren zufolge greifbare Ergebnisse. Die Republikaner legten mit nahezu einstimmiger Unterstützung für wichtige Krypto-Abstimmungen den Grundstein. Die Demokraten sorgten für weiteres Wachstum, unter anderem bei der Abstimmung über SAB 121, die Broker Rule und später CLARITY und GENIUS. Im Senat brachten 18 Demokraten GENIUS über den Filibuster hinweg. Damit wurde die Abschaffung der Broker Rule zum ersten krypto-spezifischen Gesetz in der US-Geschichte, während GENIUS das erste bundesweite Stablecoin-Gesetz wurde.

Da ein endgültiger Marktstrukturrahmen aus dem Kongress weiterhin fehlt, füllen die Aufsichtsbehörden die Lücke vorerst. Die SEC legte zuletzt Regulation Crypto und eine Innovationsausnahme vor, während die CFTC eine neue Struktur für den Handel mit Krypto auf regulierten Exchanges vorschlug. Außerdem wurden Regeln ausgearbeitet, um GENIUS umzusetzen. Die Branche sieht darin einen Beleg dafür, dass die Debatte nicht mehr nur vor Gericht geführt wird, sondern auch über Gesetzgebung und Aufsicht.

Warum 2028 so wichtig ist

Die Autoren bezeichnen 2028 als die entscheidendste Wahl für die Zukunft von Krypto. Ohne Marktstrukturgesetzgebung kann eine neue Regierung den Kurs der Aufsichtsbehörden nämlich wieder ändern. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, schon jetzt Kontakt zu möglichen demokratischen und republikanischen Führungspersonen aufzubauen, einschließlich künftiger Kandidaten für die SEC, die CFTC und das Finanzministerium.

Für europäische Leser ist das relevant, weil der US-Kurs oft auf den breiteren Kryptomarkt und darauf durchschlägt, wie große Unternehmen ihre Politik ausrichten. Außerdem zeigt es, dass die Branche in den USA immer stärker auf langfristige politische Beziehungen statt auf einzelne Gesetzesinitiativen setzt. Das macht den kommenden Wahlzyklus wichtig, auch wenn sich die Gesetzgebung selbst noch nicht direkt ändert. In diesem Kräftefeld spielen die Krypto-PACs eine immer sichtbarere Rolle bei der Finanzierung von Kampagnen und im Ringen um Einfluss im Kongress.


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