Crypto-Plattformen verlieren im Juni 75,9 Millionen Dollar durch 40 Hacks
PeckShield sieht vor allem Risiken bei Bridges, Smart Contracts und kompromittierten Keys. Humanity Protocol war mit mehr als 30 Millionen Dollar der größte Schlag, mit Geldflüssen über mehrere Netzwerke.

Wichtigste Erkenntnisse
- Crypto-Plattformen verloren im Juni laut PeckShield rund 75,87 Millionen Dollar durch 40 Hacks.
- Humanity Protocol war der größte Angriff, dabei wurden über kompromittierte private Keys mehr als 30 Millionen Dollar erbeutet.
- Auch Syscoin Bridge, JaredFromSubway.eth und mehrere andere Projekte verzeichneten im Juni Verluste in Millionenhöhe.
Im Juni haben Crypto-Plattformen laut dem Security-Unternehmen PeckShield rund 75,87 Millionen Dollar (66,6 Millionen Euro) durch 40 Hacks verloren. Gegenüber Mai entspricht das einem Rückgang um 7,13 Prozent. Trotzdem zeigt die Bilanz erneut, dass Bridges, Smart Contracts und kompromittierte Keys weiterhin zu den größten Schwachstellen im Kryptomarkt zählen. Das passt auch zu dem breiteren Muster, dass kompromittierte private Keys einen großen Teil der Schäden verursachen.
Humanity Protocol größter Angriff
Den größten Schaden richtete Humanity Protocol an. Dort erbeuteten Angreifer mehr als 30 Millionen Dollar (26,3 Millionen Euro). Nach Angaben von PeckShield wurden private Keys kompromittiert, die auf einem mit Malware infizierten Entwicklungsrechner gespeichert waren. Quantstamp teilte zudem mit, dass der Angreifer Werkzeuge und Methoden eingesetzt habe, die häufig mit nordkoreanischen Hackergruppen in Verbindung gebracht werden.
Im Anschluss wurden die gestohlenen Gelder über mehrere Netzwerke verschoben, darunter Bitcoin, Solana, Hyperliquid und BNB Chain. PeckShield erklärte außerdem, dass die Erlöse mit Geldern vermischt worden seien, die mit dem KelpDAO-Exploiter in Verbindung stehen. Das könnte auf eine Überschneidung zwischen den beteiligten Tätern hindeuten.
Alte Codebasis bleibt Ziel
Auf Humanity Protocol folgte Syscoin Bridge mit einem Verlust von 10 Millionen Dollar (8,8 Millionen Euro), nachdem ein Angreifer nicht autorisierte SYS-Token gemintet hatte. Der MEV-Bot JaredFromSubway.eth verlor 7,5 Millionen Dollar (6,6 Millionen Euro), während Secret Network um 4,67 Millionen Dollar (4,1 Millionen Euro) erleichtert wurde.
Auffällig war zudem, dass im selben Monat zwei Produkte mit Bezug zu Aztec betroffen waren. Aztec Payments Product verlor 2,16 Millionen Dollar (1,9 Millionen Euro), Aztec Connect kam auf ein Minus von 2,1 Millionen Dollar (1,8 Millionen Euro). Beide Produkte waren bereits vor Jahren depretiert worden, und Aztec Labs erklärte, dass das Unternehmen keine Kontrolle mehr über die betroffenen Systeme habe.
Warum das weiter relevant ist
Für europäische Krypto-Anleger zeigt der Juni vor allem eines: Sicherheitsrisiken verschwinden nicht automatisch, nur weil ein Projekt weniger aktiv ist oder Code nicht mehr genutzt wird. Auch Cross-Chain-Geldflüsse bleiben ein zentrales Thema, weil gestohlene Gelder sich oft schnell über mehrere Netzwerke bewegen lassen. Genau deshalb sind Vorfälle wie diese für alle relevant, die Krypto über ein Wallet, ein Protokoll oder eine Krypto-Exchange nutzen.
Weitere Vorfälle im Juni betrafen unter anderem Polymarket-Nutzer, die zusammen 3 Millionen Dollar (2,6 Millionen Euro) durch eine Phishing-Kampagne verloren, sowie Verluste von 2,4 Millionen Dollar (2,1 Millionen Euro) bei SecondFi und TESSERA. Taiko Bridge komplettierte die Top 10 mit einem Exploit von 1,7 Millionen Dollar (1,5 Millionen Euro).