SBI Crypto beendet Mining-Pool mit rund 2 % der Bitcoin-Hashrate
Der Pool von SBI, der laut Hashrateindex rund 2 % der Bitcoin-Hashrate ausmacht, wird am 31. Juli eingestellt. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund unter Druck stehender Mining-Margen und früherer Sorgen rund um einen Hack über 21 Millionen US-Dollar.

Wichtigste Erkenntnisse
- SBI Crypto schließt seinen Mining-Pool am 31. Juli und nimmt danach keine Mining Shares mehr an.
- Der Pool steht laut Hashrateindex für etwa 2 % der gesamten Bitcoin-Hashrate.
- SBI Crypto nannte keinen Grund für die Schließung und erwähnte den früheren Hack-Vorfall nicht als Ursache.
SBI Crypto stellt seinen Mining-Pool am 31. Juli ein. Für Miner bleibt damit weniger als ein Monat Zeit, ihre Hashrate auf andere Pools umzuleiten. Der Pool ist mit einer der größten Finanzgruppen Japans verbunden und fällt damit als sichtbarer Akteur in der Bitcoin-Miningbranche weg.
Pool stellt Shares ein
Nach Angaben von SBI Crypto nimmt der Pool ab dem Stichtag keine Mining Shares mehr an. Gemeint sind damit die Beiträge der Miner innerhalb des Pools. Später eingereichte Shares werden dann nicht mehr berücksichtigt. Bis zur Abschaltung soll der Betrieb jedoch regulär weiterlaufen. Das Unternehmen bittet seine Kunden deshalb, bis zum Cutoff weiter zu minen, damit ihre Shares in der Schlussabrechnung noch erfasst werden.
Laut Daten von Hashrateindex entfällt auf den Pool rund 2 % der gesamten Bitcoin-Hashrate. Einen Grund für die Schließung nannte SBI Crypto nicht, ebenso wenig veröffentlichte das Unternehmen aktuelle Hashrate-Daten zu dem Pool. Öffentlich gestartet war der Dienst 2021, als SBI erklärte, den Pool mit rund 1,1 EH/s eigener Mining Power zu unterstützen.
Druck auf das Bitcoin-Mining
Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Bitcoin-Mining unter spürbarem Druck steht. Niedrigere Margen, schwankende Hashrate und steigende Betriebskosten belasten die Branche. Die Bitcoin-Hashrate ist seit dem Hoch im Oktober zurückgegangen, während der Bitcoin-Kurs nachgegeben hat. Gleichzeitig verlagern einige Miner ihre Kapazitäten in Richtung KI-Infrastruktur. Bitcoin liegt im vergangenen Jahr etwa 50 % unter dem Allzeithoch, das im Herbst erreicht wurde.
Für europäische Krypto-Fans ist vor allem relevant, dass ein Pool dieser Größenordnung in kurzer Zeit vom Markt verschwindet. Dadurch könnte sich die Verteilung der Hashrate auf andere Pools verschieben. Zugleich stehen Miner vor der Frage, ob sie ihre Hardware weiter klassisch fürs Mining einsetzen oder in KI-bezogenen Workloads anders nutzen.
Sicherheitsfrage bleibt im Raum
SBI Crypto wurde im vergangenen Jahr auch mit einem Hack über 21 Millionen US-Dollar (18,4 Millionen Euro) in Verbindung gebracht. Blockchain-Analyst ZachXBT verwies dabei auf Hinweise, die auf Angriffe nordkoreanischer Staatsakteure hindeuteten. In der Mitteilung zur Schließung nennt SBI diesen Vorfall jedoch nicht als Grund für das Ende des Pools. Die Kombination aus Sicherheitsrisiken und operativem Druck zeigt dennoch, wie anfällig Mining-Dienste sein können, vor allem wenn sie Teil einer größeren Finanzgruppe sind.