Bitcoin und Solana erholen sich, während M und BEAT durchstarten
Die Erholung ist breit abgestützt, mit starkem Handel bei Derivaten und deutlichen Ausschlägen bei kleineren Tokens wie M und BEAT. Solana fiel nach einem neuen Onchain-Governance-System auf.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin, Solana und andere große Tokens setzten ihren Aufwärtstrend am Mittwoch fort, während der breitere Kryptomarkt um fast 5% zulegte.
- Memecore’s M sprang um 81% nach oben und Audiera’s BEAT gewann 12%, auch wegen der geringen Liquidität und, bei BEAT, des kleinen zirkulierenden Angebots.
- Am Derivatemarkt nahm die Aktivität zu, mit höherem Volumen, mehr Open Interest und vor allem Short-Liquidationen, während Käufer offensiver auftraten.
Am Donnerstag standen vor allem kleinere spekulative Tokens im Fokus, während Bitcoin, Solana und weitere große Tokens ihre Erholung vom Mittwoch fortsetzten. Der breitere Kryptomarkt notierte im Plus, der CoinDesk 20 Index lag innerhalb von 24 Stunden fast 5% höher und erreichte damit den höchsten Stand seit einer Woche. Parallel dazu blieb der Handel mit Derivaten auffällig lebhaft, was auf eine spürbare Neupositionierung nach der jüngsten Verkaufswelle hindeutet.
Kleine Tokens führen die Rally an
Memecore’s M legte um 81% zu, Audiera’s BEAT gewann 12% und gehörte damit zu den stärksten Gewinnern unter den Top-100-Coins nach Marktkapitalisierung. Auf Platz drei folgte Venice Token (VVV) mit einem Plus von 9%. Neben der Marktstimmung spielt bei diesen Tokens auch die vergleichsweise geringe Liquidität eine Rolle. Im Fall von BEAT kommt hinzu, dass nur rund 160 Millionen Tokens im Umlauf sind, während das Gesamtangebot bei 1 Milliarde liegt.
Gerade solche Strukturen können Kursbewegungen deutlich verstärken. Im Juni war M laut dem bereitgestellten Marktkontext innerhalb von 24 Stunden noch um 74% gefallen, was den aktuellen Sprung umso auffälliger macht.
Bitcoin und Solana ziehen mit
Bitcoin stieg um mehr als 4% auf $61.200 (€53.800), Ether legte um 5% zu. Solana kletterte um 9%, nachdem das Netzwerk ein Onchain-Governance-System eingeführt hatte, bei dem mindestens 100.000 Tokens nötig sind, um Vorschläge einzureichen. XRP notierte fast 4% höher. Analysten von Marex zufolge handelte es sich um die erste echte Erholung innerhalb der laufenden Abwärtsbewegung, auch weil Inflationssorgen nachließen und der Markt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Juli zurücknahm.
Solana fiel dabei besonders auf. Laut Marex lag der Coin auf Wochensicht rund 16% im Plus und führte damit die breite Erholung an. Das passt zu einem Marktumfeld, in dem Anleger bei einer Verbesserung der Stimmung schnell wieder in liquide Namen zurückkehren. Die breitere Erholung fügt sich auch in das Bild ein, dass Inflationssorgen nachließen und der Markt weniger hawkish wurde, wodurch riskantere Assets wieder Unterstützung erhielten.
Derivate zeigen mehr Nachfrage
Auch am Derivatemarkt zog die Aktivität spürbar an. Das 24-Stunden-Handelsvolumen stieg um 18% auf fast $200 Millionen (€176 Millionen), während das Open Interest um 4% auf $107 Millionen (€94 Millionen) zunahm. Die Liquidationen summierten sich auf $444,6 Millionen (€391 Millionen), wobei Shorts den größten Anteil ausmachten. Das markiert einen klaren Wechsel nach mehreren Wochen, in denen vor allem Long-Positionen aus dem Markt gedrängt wurden.
Bei Bitcoin kletterte das Open Interest auf 777,87K BTC und damit auf den höchsten Stand seit dem 4. Juni. Positive Funding Rates und ein starkes 24-Stunden-Cumulative-Volume-Delta stützen laut Marktteilnehmern die Einschätzung, dass Käufer aggressiver auftreten. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach gehebeltem Exposure in Ether, XRP und auch Solana weniger ausgeprägt als bei Bitcoin.
Was das für den Markt bedeutet
Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass die Erholung nicht nur von den großen Coins getragen wird, sondern auch von spekulativen Tokens mit hoher Volatilität. Das könnte darauf hindeuten, dass die Risikobereitschaft wieder zunimmt, auch wenn der Markt anfällig für neue Makrodaten bleibt, etwa den US-Arbeitsmarktbericht später am Donnerstag. Auch die für nächste Woche erwartete Einführung freiwilliger KI-Modellstandards durch Präsident Donald Trump steht bei Tradern als möglicher zusätzlicher Marktfaktor auf dem Radar.