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Bitcoin zurück über 60.000 US-Dollar nach lockerem Ton von Fed-Chef Warsh

Warshs weniger straffer Ton auf dem EZB-Forum verschaffte Bitcoin und Ethereum Luft, während der Markt jetzt auf US-Arbeitsmarktdaten und die nächste Fed-Sitzung schaut.

Bitcoin zurück über 60.000 US-Dollar nach lockerem Ton von Fed-Chef Warsh

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bitcoin ist am Mittwoch wieder über $60.000 gestiegen, nachdem Fed-Chef Kevin Warsh sich bei Inflation und Zinsen weniger hawkish geäußert hatte.
  • Ethereum zog mit nach oben, während auch Gold und andere Edelmetalle wegen nachlassender Zinsängste zulegten.
  • Der Markt schaut jetzt auf den US-Arbeitsmarktbericht und die nächste Fed-Sitzung, um neue Impulse zu bekommen.

Bitcoin hat am Mittwoch die Marke von $60.000 (€52.700) zurückerobert. Auslöser waren Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh, wonach die Inflationsrisiken nachgelassen hätten. Zudem äußerte er sich offen gegenüber künstlicher Intelligenz. Marktteilnehmer werteten seinen Auftritt als weniger hawkish als im Juni, was sowohl Risk Assets als auch Edelmetallen Rückenwind gab.

Warsh dämpft die Zinsängste

Warsh sprach beim ECB Forum on Central Banking in Sintra, Portugal, und trat dort erstmals international als Fed-Chef auf. Zwar betonte er, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei, zugleich sagte er aber auch, dass der Preisdruck seit seinem Amtsantritt nachgelassen habe. Ein klares Signal für Zinssenkungen war das nicht, der Ton fiel für viele Marktteilnehmer aber spürbar weniger straff aus als erwartet.

Für den Kryptomarkt ist das relevant, weil höhere Zinserwartungen riskantere Anlagen in der Regel belasten. Gleichzeitig bleibt das makroökonomische Umfeld angespannt: In den USA lag die Inflation im Mai bei 4,2 Prozent im Jahresvergleich, während die Fed den Leitzins im Juni bei 3,5 Prozent bis 3,75 Prozent unverändert ließ und zuvor noch eine mögliche Anhebung in Aussicht gestellt hatte. Entsprechend richten Händler ihren Blick vor allem auf Konjunkturdaten und Liquidität. Das spielt auch in der breiteren Debatte über eine volatile zweite Jahreshälfte für Bitcoin und Aktien eine Rolle.

Bitcoin und Ethereum erholen sich

Bitcoin wurde zuletzt bei rund $60.088 (€52.800) gehandelt, was einem Plus von etwa 2,8 Prozent innerhalb von 24 Stunden entspricht. Ethereum legte im selben Zeitraum um rund 3,3 Prozent auf knapp $1.619 (€1.420) zu. Damit kletterte die Marktkapitalisierung von Bitcoin wieder über $1,2 Billionen (€1,1 Billionen).

Die Erholung folgt auf einen schwachen Monat für Bitcoin. In der vergangenen Woche fiel die Kryptowährung noch auf den niedrigsten Stand von 2026 bei rund $58.000 (€51.000), nachdem heiße Inflationsdaten für Mai Liquidationen im Umfang von $1,26 Milliarden (€1,1 Milliarden) ausgelöst hatten. Trotz der jüngsten Gegenbewegung liegt Bitcoin weiterhin etwa 16 Prozent unter dem Niveau von vor einem Monat.

Auch Gold drehte nach oben und erreichte intraday $4.115 (€3.620), nachdem es zu Wochenbeginn auf Mehrmonatstiefs gefallen war. Silber und andere Edelmetalle zogen ebenfalls an, weil der Markt weniger mit einer aggressiven Straffung rechnete.

Markt schaut auf Daten

Am Anleihemarkt zeigte sich ein anderes Bild. Die Rendite der 10-jährigen Treasury stieg auf etwa 4,46 Prozent. Das deutet darauf hin, dass Anleiheinvestoren weiterhin mit höheren Zinsen über einen längeren Zeitraum rechnen. Entsprechend rücken der kommende US-Arbeitsmarktbericht und die nächste Fed-Sitzung in rund vier Wochen stärker in den Fokus, wenn es um die Stimmung bei Bitcoin und anderen Risk Assets geht.

Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass dieselben Zinserwartungen sowohl Bitcoin als auch Gold beeinflussen können. In Phasen, in denen der Markt den weiteren Kurs der Fed weniger klar einschätzt, reagieren diese Assets oft stärker auf makroökonomische Aussagen als auf krypto-spezifische Nachrichten.


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