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Riot verkauft erneut Bitcoin für KI-Datacenter

Der an der Nasdaq notierte Miner setzt Bitcoin-Erlöse für den Umbau zu KI-Datacentern in Texas ein. Riot hat zuvor schon Tausende BTC verkauft, um diesen Übergang zu finanzieren.

Riot verkauft erneut Bitcoin für KI-Datacenter

Wichtigste Erkenntnisse

  • Riot Platforms hat erneut 500 Bitcoin an NYDIG geschickt, was rund $39 Millionen entspricht.
  • Das Unternehmen hat im vergangenen Quartal 3.778 Bitcoin verkauft und die Erlöse für Wachstum außerhalb des Minings genutzt, vor allem in Richtung KI-Datacenter.
  • Riot baut in Rockdale, Texas, an Datacenter-Aktivitäten und hat dort erstmals einen Umsatz von $33,2 Millionen verbucht.

Riot Platforms hat weitere 500 Bitcoin an die Verwahrstelle NYDIG transferiert. Der Gegenwert liegt bei rund $39 Millionen (€34,2 Millionen). Die Transaktion reiht sich in eine Serie von Verkäufen ein, mit denen der an der Nasdaq notierte Bitcoin-Miner seine Expansion außerhalb des Minings finanziert, insbesondere mit Blick auf KI-Datacenter.

Erneut BTC an NYDIG

On-Chain-Monitore registrierten die Einzahlung am 30. Juni. Das Muster ist nicht neu: Bereits im April wurde eine ähnliche Überweisung beobachtet. Solche Transfers an einen Custodian gehen häufig einem Verkauf voraus, auch wenn Riot nicht in jedem Fall unmittelbar offenlegt, was anschließend mit den Coins geschieht.

Inzwischen ist das Volumen dieser Verkäufe erheblich. Im vergangenen Quartal veräußerte Riot 3.778 Bitcoin für $289,5 Millionen (€254 Millionen), während das Unternehmen selbst 1.473 BTC minte. Dadurch ist die Treasury weiter geschrumpft; der Bestand lag zuletzt bei rund 15.680 BTC und damit 18 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Seit dem Halving 2024 steht die Branche unter spürbar höherem Druck. Die geringeren Margen machen es für Miner schwieriger, sich ausschließlich auf das Mining zu stützen, zumal die Kosten für die Produktion eines Coins weiter steigen.

KI braucht Kapital

Einen Teil dieser Bitcoin-Erlöse lenkt Riot in den Umbau der eigenen Infrastruktur. Im Januar finanzierte das Unternehmen den Kauf von Land in Rockdale, Texas, vollständig über den Verkauf von rund 1.080 Bitcoin. Dort entwickelt Riot inzwischen ein Datacenter-Geschäft. Der Schritt passt zu einem breiteren Trend unter Minern, die vorhandene Kapazitäten zunehmend für KI und High-Performance Computing umwidmen.

Der Umbau ist allerdings kapitalintensiv. Neue Systeme, die Stromversorgung und weitere Infrastrukturarbeiten erfordern hohe Vorleistungen, während sich die Erträge oft erst später zeigen. Riot hat sich dabei AMD als Anker-Mieter gesichert: Das 10-Jahres-Leasing hat ein Volumen von rund $311 Millionen (€273 Millionen), und dieses Commitment wurde im vergangenen Quartal auf 50 Megawatt verdoppelt. Das Segment hat inzwischen erstmals Umsatz beigesteuert, konkret $33,2 Millionen (€29,1 Millionen).

CEO Jason Les bezeichnete das erste Quartal 2026 als klaren Wendepunkt, weil sich Riot aus seiner Sicht zu einem aktiven Datacenter-Betreiber mit Umsatz entwickelt hat. Die frühere Hold-only-Politik gab das Unternehmen 2025 auf und verkauft seitdem regelmäßig Bitcoin, um diesen Übergang zu finanzieren.

Was das für Europa bedeutet

Für europäische Krypto-Anleger zeigt dieser Schritt, wie Miner ihre Bilanz zunehmend als Finanzierungsquelle für eine breiter angelegte Unternehmensstrategie nutzen. Relevant ist das vor allem für Marktteilnehmer, die nicht nur auf den Bitcoinpreis schauen, sondern auch darauf, wie börsennotierte Miner ihre Erlösquellen erweitern. Zugleich wird daran sichtbar, wie eng der Krypto-Markt und der Markt für KI-Infrastruktur inzwischen miteinander verbunden sind.

Der breitere Markt bleibt dabei anfällig: Bitcoin hält die Unterstützung trotz starker ETF-Abflüsse zeigt, dass die institutionelle Nachfrage unter Druck steht. Das dürfte Miner zusätzlich anfällig für stärkere Kursschwankungen machen.


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