Crypto Valley (Zug) – der Crypto-Hotspot in der Schweiz
Die Region rund um die Schweizer Stadt Zug ist in den letzten Jahren zum Crypto-Hotspot schlechthin geworden.

Die Region rund um die Schweizer Stadt Zug ist in den letzten Jahren zum Crypto-Hotspot schlechthin geworden.
Alle reden darüber - Crypto Valley. Seine Herkunft liegt im Kanton Zug. Ein kleiner Kanton, der bekannt ist für Tradition und Innovation. Ein starkes Finanzzentrum, das mit seinem Blick auf die Schweizer Berge verführt. Und genau? Vorbeigehende, die zufällig am Bahnhof Zug aufgehalten werden, geraten etwas ins Staunen, weil sie selbst noch nie im Crypto Valley waren. Bist du sicher?
Kein Ortsschild hilft bei der Suche, das Einzige, was zu finden ist, ist die Möglichkeit, Bitcoin am Kartenautomaten der SBB (Schweizerische Bundesbahnen) zu kaufen. Wenn es kein Ort ist, was ist es dann? Und was bedeutet das für die Akteure? Die Antworten liegen nahe, oder besser: in einer guten Tasse Kaffee. Verschiedene Gesprächspartner aus Verwaltung, Bildung und Rechtsdienstleistungen berichten über ihre Definition von Crypto Valley, die Entstehung und die Bedeutung davon.
"Ein fokussiertes Ökosystem"
Für Alberto Diaz (Deputy Head des Economics Contact Point des Kantons Zug und verantwortlich für den Blockchain Cluster) ist Crypto Valley ein "fokussiertes Ökosystem, das sich auf Blockchain-Technologien konzentriert". Einst Pionier, sieht Alberto Diaz Crypto Valley heute als "eine der weltweit führenden, engsten Sammlungen von Blockchain- und Crypto-Unternehmen". Es begann alles 2014/15, als eine Delegation von ca. 20 bekannten Experten, darunter Vertreter der Ethereum Foundation, Zug besuchte. Nach einer sorgfältigen Standortbewertung siedelte sich die Stiftung in Zug an. Das Ethereum-Protokoll wurde damals hier geschrieben. Mit der Stiftung bildete sich zunächst eine kleine Gemeinschaft, doch der Standort hatte Aufmerksamkeit erregt.
In diesem schnell wachsenden Ökosystem entstanden weitere Nutzungsszenarien, Ebenen und Protokolle. Ausschlaggebende Erfolgsfaktoren für die Ansiedlung waren die Nähe und Offenheit der kommunalen und kantonalen Verwaltung, Rechtsicherheit, eine demokratische Regierungsform und das allgemein unternehmensfreundliche Klima. Die Behörden arbeiteten zusammen und sahen sich als Enablern. Handelsregister, Steueramt, Stadtverwaltung – alle zogen an einem Strang. Doch das verdanken sich nicht nur der Stadt oder dem Kanton Zug, wo Entfernungen kurz sind und, so Diaz, die "Kleinheit" die Zusammenarbeit und Annäherung erleichtert.
Crypto Valley ist eine Gemeinschaft
Auch Diego Benz (Mitglied der Kanzlei Kaiser Odermatt & Partner AG) teilt diese Auffassung. Ohne die Offenheit der gesamten Regierung und ihrer Einrichtungen, wie FINMA (Schweizerische Finanzmarktaufsicht), hätte diese "Erfolgsgeschichte", wie Prof. Dr. Tim Weingärtner (Hochschule Luzern – Design & Wirtschaft, HSLU) sie nennt, nicht geschrieben werden können. Diego Benz ergänzt, dass der Austausch auf Augenhöhe es ermöglicht, Geschäftsaktivitäten zu entfalten. Das zeigt auch das Drakkensberg-Projekt, an das er sich gerne erinnert.
So möchte Prof. Dr. Tim Weingärtner die Bedeutung dieses Austauschs betonen und gleichzeitig eine Plattform schaffen, die diesen Austausch fördert und herausfordert. Laut Weingärtner profitiert die stark interdisziplinäre Branche besonders davon, alles zu finden, was sie braucht: Juristen, Unternehmensentwickler und IT-Fachleute. Ein Ökosystem, das so entsteht, wächst durch Vertrauen, das durch ethisches Verhalten aufgebaut wird. Crypto Valley ist jedoch auch eine starke Marke, deren Entstehung sich alle Beteiligten bewusst sein sollten. Die Rolle der HSLU liegt hier im Bildungsbereich mit einem Angebot, das speziell auf die Bedürfnisse der Industrie zugeschnitten ist. Kurz gesagt: Für Prof. Dr. Tim Weingärtner bedeutet Crypto Valley "Gemeinschaft". Was die oben erwähnte "Marke" betrifft, wurde bereits dafür gesorgt, sie zu schaffen.
Zug als Zentrum des Crypto-Komplexes
Zurück zur Stadt Zug. Echte Interesse lässt sich oft schwer erkennen. Nicht in Zug. Von Anfang an war es innovativ aktiv und hat bahnbrechende Projekte umgesetzt. So ist es seit dem 01.07.2016 möglich, an der Bürgerservice-Schalterstelle Gebühren bis zu 200 CHF bei der Anmeldung von Einwohnern mit Bitcoin zu bezahlen. Etwas mehr als ein Jahr später, am 15. November 2017, wurde die digitale Identität, basierend auf einer App und funktionierend über die Ethereum-Blockchain, den Bürgern der Stadt Zug zur Verfügung gestellt.