Digitale Kreditmarkt unter Druck durch Zwangsverkäufe, sagt Strive-CEO
Ein Rekordverkauf drückte digitale Kreditprodukte kurz deutlich nach unten, doch laut Strive-CEO Cole lag das an Hebel-Liquidationen und nicht an einer verschlechterten Kreditqualität.

Wichtigste Erkenntnisse
- Der digitale Kreditmarkt bekam durch einen Rekordverkauf einen heftigen Schlag, der laut Strive-CEO Matt Cole durch Hebel-Liquidationen ausgelöst wurde.
- STRC fiel intraday auf 82,50 Dollar und SATA unter 93 Dollar, beide Produkte erholten sich später aber teilweise.
- Cole sagt, dass Kreditqualität und Dividendenreserven intakt bleiben und dass es keine Kreditkrise ist.
Der digitale Kreditmarkt hat zuletzt einen heftigen Rückschlag erlebt, nachdem ein Rekordverkauf laut Matt Cole, CEO von Strive Asset Management, vor allem durch Hebel-Liquidationen ausgelöst wurde. Diese Zwangsverkäufe sorgten für starke Kursrückgänge bei Strives digitalen Kreditprodukten STRC und SATA, die sich später aber teilweise wieder erholten.
Hebel-Liquidation treibt Kursrückgänge
Cole bezeichnete das Ereignis als "den schwierigsten Tag in der Geschichte von Digital Credit". STRC fiel intraday auf $82,50 (€72), bevor es sich auf $89 (€78) erholte, während SATA von seinem Nennwert von $100 (€87) auf unter $93 (€81) sank und später wieder auf $97 (€85) stieg. Beide Produkte sind so konzipiert, dass sie möglichst nah an ihrem Nennwert gehandelt werden.
Laut Cole war das kein Zeichen für eine schlechtere Kreditqualität, sondern eine Hebel-Liquidation, bei der Anleger, die mit geliehenem Geld gehandelt hatten, nach Margin Calls gezwungen waren, ihre Positionen zu verkaufen. Das führte zu einer Abwärtsspirale, die nichts mit der zugrunde liegenden finanziellen Gesundheit der Kreditnehmer zu tun hatte. Cole verwies dabei auf ein Sprichwort aus den Income Markets: "Der Weg zur Hölle ist mit Carry gepflastert".
Kreditqualität bleibt unverändert
Cole betonte, dass die zugrunde liegende Kreditqualität der Produkte intakt bleibt und dass das Unternehmen selbst nicht unter finanziellem Druck steht. Die Dividendenreserven seien nach seinen Angaben unberührt, was trotz der Marktvolatilität auf eine stabile finanzielle Basis hindeutet.
Auf die starken Kursrückgänge folgte eine deutliche Kaufnachfrage, was die schnelle Erholung erklärt. Cole machte klar, dass ein Liquidationsereignis nicht gleichbedeutend mit einer Kreditkrise ist, und bleibt bei seinem Vertrauen in die langfristigen Aussichten digitaler Kreditprodukte.
Relevanz für europäische Anleger
Für europäische Anleger kann dieses Ereignis eine Warnung vor den Risiken von Hebeleinsatz im digitalen Kreditmarkt sein, der weltweit stark gewachsen ist und inzwischen ein Volumen von rund $1,6 (€1) bis $2 Billionen (€1,7 Billionen) erreicht hat. Es zeigt, wie Marktschocks durch Zwangsverkäufe verstärkt werden können, unabhängig von der fundamentalen Kreditwürdigkeit. Das könnte auch angesichts der breiteren Volatilität in Krypto und traditionellen Märkten relevant sein, die unter anderem von der Geldpolitik der Zentralbanken und Verschiebungen bei der Liquidität beeinflusst wird. Im breiteren DeFi-Markt ist Hebel außerdem schon öfter ein Thema gewesen, unter anderem nachdem on-chain leverage laut Binance Research wieder auf das Niveau von 2021 gestiegen ist.