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Digitale Wallets setzen Bankkonten unter Druck, sagt Steakhouse

Steakhouse verweist auf eine Verschiebung hin zu Wallets, in denen Stablecoins, Sparen und Bezahlen in einer App zusammenkommen. Auch Standard Chartered und Visa sehen diesen Trend, während Banken ihre Zahlungsinfrastruktur anpassen müssen.

Digitale Wallets setzen Bankkonten unter Druck, sagt Steakhouse

Wichtigste Erkenntnisse

  • Steakhouse-Financial-Co-Founder Adrian Cachinero hält es für möglich, dass jüngere Generationen nie ein klassisches Bankkonto eröffnen.
  • Digitale Wallets gewinnen weltweit an Bedeutung und werden zunehmend für Sparen, Investieren und alltägliche Zahlungen genutzt.
  • Standard Chartered sieht eine Zukunft, in der Wallets Bargeld, Stablecoins, Krypto und tokenisierte Einlagen verschiedener Anbieter bündeln.

Laut mehreren Krypto- und Zahlungsanbietern gerät das klassische Bankkonto zunehmend unter Druck durch digitale Wallets. Steakhouse-Financial-Co-Founder Adrian Cachinero sagte, seine anderthalbjährige Tochter werde womöglich nie ein Bankkonto brauchen, weil jüngere Generationen Geld, Sparen und Bezahlen immer stärker über digitale Apps organisieren dürften.

Wallet als finanzieller Ausgangspunkt

Steakhouse Financial verwaltet nach eigenen Angaben mehr als 4 $ Milliarden (3,5 € Milliarden) in blockchain-basierten Vaults, in die Nutzer Stablecoins einzahlen, Erträge erzielen und die Kontrolle über ihre Assets behalten können. Das fügt sich in einen breiteren Trend ein, bei dem digitale Wallets nicht mehr nur als Zahlungsmittel dienen, sondern auch als Ort für Sparen, Investieren und den Alltag im Finanzbereich.

Diese Entwicklung steht nicht isoliert da. Weltweit nehmen digitale Wallets schnell zu und werden im Alltag immer häufiger für elektronische Zahlungen genutzt. Banken reagieren darauf, indem sie Wallet-Funktionen in ihre Apps integrieren und zugleich ihre Infrastruktur modernisieren müssen, um diese neue Form des digitalen Vertrauens zu tragen.

Cachinero machte zudem deutlich, dass er nicht mit einem Verschwinden der Banken rechnet. Aus seiner Sicht verschieben sich vor allem die Erwartungen einer Generation, die mit digitalen Angeboten aufgewachsen ist: Finanzdienste sollen online so reibungslos funktionieren wie andere Internetdienste auch.

Stablecoins und Banken nebeneinander

Auch Standard Chartered sieht eine Bewegung hin zu Wallets. Banker Naveen Mallela zeichnete ein Szenario, in dem Nutzer eine einzige Wallet mit Bargeld, tokenisierten Einlagen, Stablecoins, Krypto und Funds verschiedener Anbieter nutzen. Er stellte dabei ausdrücklich klar, dass es sich um seine persönliche Einschätzung und nicht um die offizielle Position der Bank handelt.

Mallela geht davon aus, dass Stablecoins und von Banken ausgegebene tokenisierte Einlagen unterschiedliche Aufgaben übernehmen könnten. Stablecoins seien aus seiner Sicht vor allem für Retail-Zahlungen und Remittances geeignet, während tokenisierte Einlagen eher im Wholesale- und institutionellen Zahlungsverkehr an Bedeutung gewinnen könnten. Das passt zum heutigen Zahlungsverkehr, in dem viele grenzüberschreitende Transaktionen weiterhin über Bankkonten laufen, während Stablecoins sich rund um die Uhr zwischen Wallets bewegen können.

Visa meldete in der jüngsten Periode ein Volumen von 6,6 $ Milliarden aus 132,4 Millionen Retail-Transaktionen mit Stablecoins. Standard Chartered erwartet außerdem, dass die Umlaufmenge von Stablecoins bis 2028 auf rund 2 $ Billionen (1,7 € Billionen) steigen könnte. Gleichzeitig könnten agentengetriebene Käufe im E-Commerce laut der Bank von 1 Prozent im Jahr 2025 auf 12 Prozent im Jahr 2029 zulegen.

Warum das relevant ist

Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil die Grenzen zwischen Krypto-Exchanges, Banken und Zahlungs-Apps weiter verschwimmen. Binance beobachtet diese Entwicklung ebenfalls bei seinen Kunden und will sich über eine Super-App in Richtung Zahlungen und weitere Finanzdienste ausweiten. Gleichzeitig bleibt offen, wie gut Self-Custody und regulierte Bankinfrastruktur in der Praxis zusammenpassen, gerade jetzt, da Stablecoins immer häufiger für Zahlungen und Settlement eingesetzt werden.


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