Dinari und tZERO bauen Plattform für tokenisierte Aktien
Die Kombination aus Dinaris dShares und tZEROs Brokerage- und Settlement-Layer soll Broker-Dealern einen schnelleren Zugang zu regulierten Blockchain-Aktien geben.

Wichtigste Erkenntnisse
- Dinari und tZERO entwickeln gemeinsam eine Turnkey-Plattform, über die Broker-Dealer tokenisierte US-Aktien anbieten können.
- Die Lösung verbindet tokenisierte Aktien mit Brokerage-, Custody-, Clearing- und Settlement-Infrastruktur und soll auch die Kommunikation mit Aktionären abdecken.
- Die Kooperation fällt in eine Phase, in der tokenisierte Aktien stark an Bedeutung gewinnen und regulierter Zugang sowie Settlement immer wichtiger werden.
Dinari und tZERO bündeln ihre Kräfte, um Broker-Dealern eine schlüsselfertige Plattform für tokenisierte US-Aktien bereitzustellen. Die Zusammenarbeit soll Finanzunternehmen den Einstieg in blockchain-basierte Aktien erleichtern, ohne dass sie die gesamte Marktinfrastruktur selbst aufsetzen müssen.
Turnkey für Broker-Dealer
Kern der Partnerschaft ist die Verknüpfung von Dinaris Plattform für tokenisierte Aktien mit der Brokerage-, Custody-, Clearing- und Settlement-Infrastruktur von tZERO. Nach Angaben der Unternehmen können Broker-Dealer damit schneller ein Angebot für Blockchain-Aktien aufbauen. In die Plattform sollen außerdem die Kommunikation mit Aktionären sowie künftige Onchain-Collateral- und Finanzierungsdienste eingebunden werden.
Der Schritt trifft auf einen Markt, in dem tokenisierte Aktien zunehmend als wichtiger Anwendungsfall für tokenisierte Real-World Assets (RWAs) gelten. Standen zunächst vor allem tokenisierte Treasury-Fonds im Fokus, rückt inzwischen stärker der Bereich börsennotierter Aktien in den Vordergrund. Dahinter steht die Erwartung, dass sich Blockchain-Trading, Settlement und die Verwaltung von Aktionärsdaten dadurch effizienter organisieren lassen.
Streit um das Modell
Wie tokenisierte Aktien im Detail ausgestaltet sein sollten, ist in der Branche weiterhin umstritten. Anbieter wie Robinhood und die xStocks-Initiativen von Kraken setzen auf blockchain-basierte Repräsentationen über Offshore-Strukturen, häufig in Form synthetischer Tokens für nicht-amerikanische Anleger. Securitize verfolgte vergangene Woche dagegen einen anderen Ansatz und brachte die Aktien des Emittenten selbst onchain, mit einer Notierung an der New York Stock Exchange sowie einer Version auf Avalanche und Solana.
Dinari positioniert sich zwischen diesen beiden Ansätzen. Die sogenannten dShares sind nach Angaben des Unternehmens eins zu eins durch die zugrunde liegenden Aktien bei regulierten Custodians gedeckt, während Rechte wie Dividendenzahlungen und Corporate Actions erhalten bleiben. Die Kooperation mit tZERO dürfte deshalb vor allem darauf abzielen, die regulierte Markt-Infrastruktur rund um dieses Modell zu standardisieren.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Interessierte zeigt dieser Deal, dass Tokenization längst nicht mehr nur Fonds oder Stablecoins betrifft, sondern auch die Infrastruktur hinter klassischen Aktien. Das Wachstum tokenisierter Aktien und der Aufstieg mehrerer Blockchain-Netzwerke, darunter Ethereum, Solana, Arbitrum, Base und Plume, deuten darauf hin, dass sich der Markt rasch ausdifferenziert. Für Marktteilnehmer in Europa kann das relevant sein, weil die Nachfrage nach reguliertem Zugang, Custody und Settlement bei neuen Anlageinstrumenten auf der Blockchain offenbar weiter zunimmt.
Dinari erhielt im Juni 2025 bereits eine Broker-Dealer-Registrierung für eine Tochtergesellschaft und war damit nach eigenen Angaben das erste US-Unternehmen, das legal blockchain-basierte Aktien an inländische Anleger anbieten durfte. tZERO, gegründet 2014, gehörte zuvor schon zu den ersten Unternehmen, die regulierte Infrastruktur für blockchain-basierte Wertpapiere aufgebaut haben, und arbeitete im Januar 2026 mit North Capital an Agora, einem Netzwerk, das ATSs für einen breiteren Zugang zu tokenisierten und privaten Wertpapieren verbinden soll.