EZB-Mitarbeiter fordern Inflationsausgleich
Die Mitarbeiter der Europäischen Zentralbank finden die Inflation zu hoch.

Die Mitarbeiter der Europäischen Zentralbank finden die Inflation zu hoch. Mitarbeiter der Europäischen Zentralbank könnten bald streiken, weil sie eine Inflationsanpassung ihrer Bezüge verlangen. Die zuständige Gewerkschaft, die International and European Public Services Organisation (IPSO), hat für Anfang 2023 mögliche Streiks angekündigt, falls das Top-Management der EZB nicht einer inflationsangepassten Lohnerhöhung zustimmt. In der aktuellen Situation will die Institution lediglich 4,07 Prozent mehr Gehalt zahlen – das würde nicht einmal die Hälfte der aktuellen Inflation von 10 Prozent ausgleichen.
IPSO-Vizepräsident Carlos Bowles ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Ein realer Lohn, der im Vergleich zum Vorjahr niedriger ist, würde die Moral der Beschäftigten beeinträchtigen, sagte Bowles gegenüber Bloomberg.
Der Hintergrund des Streits ist auch eine Debatte über die sogenannte Lohn-Preis-Spirale. Wenn die Löhne so schnell steigen wie die Inflation, kann dies die Inflation erneut anheizen – ein Szenario, das die EZB dringend vermeiden will.
Die EZB versucht, die Inflation einigermaßen unter Kontrolle zu halten, indem sie regelmäßig die Leitzinsen erhöht. Bislang ist es ihr nicht gelungen, die Inflation zu senken.