Ethereum und Solana ziehen Treasury-Käufe in einem schwachen Septembermarkt an
BitMine, DeFi Development und Strive bauten ihre Positionen in ETH, SOL und BTC kurz vor dem Fed-Zinsentscheid aus. Strategy blieb dagegen still und kaufte nur eigene Aktien zurück.

Wichtigste Erkenntnisse
- BitMine kaufte 27.180 ETH nach und hält nun 5,956 Millionen ETH, was 4,9 % des umlaufenden Angebots entspricht.
- DeFi Development Corp erhöhte seinen SOL-Bestand seit dem 27. August um 2 % auf 2,39 Millionen SOL.
- Strive kaufte 469 BTC, während Strategy kein Bitcoin nachkaufte und für $139 Millionen eigene Aktien zurückkaufte.
Drei börsennotierte Krypto-Treasury-Unternehmen haben in der vergangenen Woche zusätzliche Token hinzugefügt, während Bitcoin, Ethereum und Solana sich in einem schwachen Septembermarkt bewegten. Die Käufe kamen zu einem Zeitpunkt, an dem Anleger dem Zinsentscheid der Federal Reserve entgegensahen, während der Markt bereits mit mehr Unsicherheit rund um risikoreiche Assets rechnete.
BitMine baut ETH-Position aus
BitMine Immersion Technologies kaufte 27.180 ETH nach und brachte seine Position damit auf 5,956 Millionen Token. Das entspricht 4,9 % des umlaufenden Angebots und liegt knapp unter dem 5 %-Ziel, auf das Vorsitzender Tom Lee schon länger abzielt. Rund 5,07 Millionen ETH sind gestaked. BitMine bewertet seine kombinierten Krypto- und Cash-Bestände mit $15,8 Milliarden (€13,7 Milliarden).
Tom DeMark, Gründer von DeMark Analytics und Berater des Unternehmens, sagte, dass Ethereum im August seitwärts lief, ohne nach unten auszubrechen. Seiner Einschätzung nach spricht das dafür, dass der frühere Aufwärtstrend wieder aufgenommen werden könnte. Das ist die Markteinschätzung des Unternehmens, kein feststehendes Szenario.
DeFi Development Corp, ein an der Nasdaq notiertes Solana-Treasury-Unternehmen, erhöhte seinen SOL-Bestand seit dem 27. August um 2 % auf 2,39 Millionen SOL. Das Unternehmen startete außerdem ein At-the-Market-Programm über $300 Millionen (€260 Millionen) für CHAD, seine auf Solana basierende Vorzugsaktie.
Strive kauft, Strategy wartet ab
Strive, die fünftgrößte öffentliche Bitcoin-Treasury-Firma, kaufte zwischen dem 8. und 11. September 469 BTC zu einem durchschnittlichen Preis von $77.954 (€67.500). Die Treasury hält nun 25.000 Bitcoin. Strategy, der größte öffentliche Bitcoin-Halter, kaufte dagegen nichts nach und kaufte für $139 Millionen (€120 Millionen) eigene STRC-Aktien zurück. Der Bitcoin-Bestand des Unternehmens blieb bei 845.050 BTC, bei durchschnittlichen Anschaffungskosten von $75.412 (€65.300).
Das Timing ist auffällig, weil die Käufe kurz vor einer wichtigen Fed-Woche stattfinden. Am 16. September folgt der Zinsentscheid des Federal Open Market Committee. Der Markt preiste am 11. September eine Wahrscheinlichkeit von 85,6 % für eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte ein, nach 48,4 % einen Monat zuvor.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt das, dass börsennotierte Treasury-Unternehmen weiter kaufen, selbst wenn der Kryptomarkt schwach wirkt. Das ist relevant, weil solche Unternehmen oft eine sichtbare Rolle bei der Nachfrage nach Bitcoin, Ethereum und Solana spielen. Gleichzeitig macht die Kombination aus höheren Zinsen und mehr Unsicherheit rund um die US-Geldpolitik deutlich, dass diese Käufe in einem schwierigeren makroökonomischen Umfeld stattfinden.
Der breitere Kontext hilft auch beim Einordnen der Bitcoin-Zahlen. Im Mai 2026 hielten 174 börsennotierte Unternehmen zusammen rund 1,19 Millionen BTC, was mehr als 5 % des gesamten Angebots entspricht. Im zweiten Quartal legten öffentliche Unternehmen fast 110.000 BTC zu, der größte jemals gemessene Quartalskauf. Das unterstreicht, wie groß die Rolle von Treasury-Unternehmen inzwischen im Kryptomarkt geworden ist.