Ethereum macht Gaszahlungen ohne Ether möglich
EIP-8141 soll Wallets im Rahmen von Account Abstraction flexibler machen, sodass die Gebührenzahlung auch über Stablecoins oder eine App laufen kann. Die Funktion ist für das nächste Ethereum-Upgrade fest eingeplant, aber noch nicht live.

Wichtigste Erkenntnisse
- Ethereum hat EIP-8141, auch bekannt als Frame Transactions, in das nächste große Netzwerk-Upgrade aufgenommen.
- Mit Frame Transactions können Transaktionskosten von einer anderen Partei bezahlt werden als von der Person, die die Transaktion sendet.
- Die Funktion ist noch ein Draft und heute auf Ethereum noch nicht live verfügbar.
Ethereum macht einen wichtigen Schritt in Richtung Transaktionen, bei denen Nutzer kein Ether mehr halten müssen, um Gas zu bezahlen. Core Developers haben EIP-8141, besser bekannt als Frame Transactions, offiziell in das nächste große Upgrade des Netzwerks aufgenommen. Damit wandert der Vorschlag von einem Kandidaten zu einem festen Bestandteil der Roadmap.
Was Frame Transactions macht
Das Problem ist einfach. Eine Wallet kann mit Stablecoins oder anderen Tokens gefüllt sein, aber ohne Ether kann diese Wallet trotzdem keine Transaktion senden. Ethereum rechnet die Kosten jeder Transaktion in Ether ab, und das bleibt auch unter Frame Transactions so.
Das neue Konzept teilt eine Transaktion in mehrere Schritte auf. Zuerst wird geprüft, ob der Nutzer die Aktion genehmigt hat. Danach wird festgelegt, wer die Gebühr bezahlt, und anschließend folgen die übrigen Anweisungen. Dadurch müssen der Absender der Zahlung und die Partei, die die Kosten trägt, nicht mehr dieselbe sein.
In der Praxis kann eine Zahlungs-App die Gebühr übernehmen, oder eine Wallet kann die Gasrechnung mit den Stablecoins des Nutzers begleichen. Das geschieht dann innerhalb des normalen Transaktionsflusses von Ethereum, ohne separate Bundler oder andere Zwischenparteien. Laut Vitalik Buterin gab es in den vergangenen Monaten bereits viel stille Fortschritte rund um Frames.
Warum das relevant ist
Für Nutzer kann das die Hürde senken, sich auf Ethereum zu bewegen, vor allem wenn sie zwar Tokens haben, aber kein Ether in ihrer Wallet. Der Vorschlag passt auch zu einer breiteren Bewegung in Richtung Account Abstraction, bei der ein Account eigene Regeln für die Genehmigung von Transaktionen bekommen kann. Das kann Wallets flexibler machen, ohne dass Nutzer zuerst zu einer neuen Adresse wechseln müssen.
Die Technik berührt auch die Security. Frames kann nämlich mehrere Schritte in einer einzigen atomaren Transaktion bündeln, sodass ein fehlgeschlagener Trade nicht halb ausgeführt zurückbleibt. Außerdem macht der Vorschlag es möglich, dass ein Account später andere Regeln oder eine andere Art von Kryptografie verwendet, was mit Blick auf Post-Quantum-Sicherheit relevant ist.
Noch keine Live-Funktion
Die Spezifikation ist noch ein Draft, und Details können sich noch ändern, bevor Hegotá 2027 erscheint. Ethereum hat das Feature zwar bereits für dieses Upgrade fest eingeplant, aber niemand kann Frames heute schon nutzen. Für den Kryptomarkt ist das vor allem ein Zeichen dafür, dass Ethereum weiter an einer Wallet-Erfahrung arbeitet, die weniger von einzelnen Diensten abhängt und stärker direkt im Protokoll selbst verankert ist. Zuvor hatte Datenschutztechnologie für Banken bereits gezeigt, dass es mehr Nachfrage nach Ethereum-Anwendungen gibt, die Zahlungen und Abwicklung direkter ins Netzwerk bringen.