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ether.fi verlässt Restaking, da die Erträge verdampfen

Ether.fi wandelt weETH in Liquid Staking um und verlagert Restaking zu Symbiotic. Der Schritt folgt auf sinkende Erträge, nachlassende Anreize und mehr Aufmerksamkeit für Slashing-Risiken in DeFi.

ether.fi verlässt Restaking, da die Erträge verdampfen

Wichtigste Erkenntnisse

  • ether.fi trennt im August Restaking von weETH und macht den Token zu einem normalen Liquid-Staking-Token.
  • Wer trotzdem Restaking will, muss auf einen separaten Token auf Symbiotic umsteigen.
  • Der Schritt folgt auf weggefallene Erträge, niedrigere Gebühren und sichtbarere Risiken im Restaking-Markt.

ether.fi hat im August Restaking aus weETH entfernt und macht den Token nun zu einem normalen Liquid Staking-Token. Wer weiterhin Restaking will, muss dafür auf einen separaten Token auf Symbiotic umsteigen. Der Schritt zeigt, wie schnell der Restaking-Hype abgekühlt ist, nachdem die Erträge weggefallen sind und die Risiken sichtbarer geworden sind.

Ertrag fiel weg

Als ether.fi 2024 live ging, wurde ETH automatisch über EigenLayer restaked. Das passte zu der Idee hinter Restaking: dieselbe ETH nicht nur für Staking auf Ethereum zu nutzen, sondern sie auch an andere Dienste zu verleihen, die dafür bezahlen. In der Praxis brachte das für viele Nutzer weniger ein als erhofft.

Mike Silagadze, CEO von ether.fi, sagte, die Entscheidung habe vor allem mit Risiko und fehlender Rendite zu tun gehabt. Seiner Ansicht nach gab es im Restaking keine nennenswerten Yield-Chancen mehr, und auch die Risikowahrnehmung unter den Stakern habe eine Rolle gespielt. Das Timing passt zu einer breiteren Abkühlung des Sektors. Ende 2024 lag EigenLayer noch auf einem Höchststand von 19,7 Milliarden Dollar (17,3 Milliarden Euro) an gebundenem Kapital, doch im August 2026 war das laut den bereitgestellten Zahlen auf rund 5,1 Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) zurückgegangen.

Die Einnahmen zeigen dasselbe Bild. Am 8. September lag die Restaking-Kategorie auf DefiLlama bei 10,02 Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro) und brachte in der Vorwoche nur 99.977 Dollar (87.900 Euro) an Gebühren ein. Die Liquid-Staking-Kategorie mit 51,87 Milliarden Dollar (45,6 Milliarden Euro) generierte im selben Zeitraum 27,35 Millionen Dollar (24 Millionen Euro). Auch bei den größeren Anbietern blieb wenig übrig: Die fünf größten Liquid-Restaking-Token kamen zusammen im zweiten Quartal 2026 auf 953.350 Dollar (837.900 Euro) an gemeinsamem Bruttogewinn.

Mehr Risiko, weniger Belohnung

Hinzu kam, dass die Risiken konkreter wurden. Slashing ging im April 2025 live, wodurch Operatoren tatsächlich einen Teil ihrer gestakten ETH verlieren können, wenn sie sich falsch verhalten oder Fehler machen. Gleichzeitig liefen die Punkteprogramme aus, die Einzahlungen zuvor subventioniert hatten, im Laufe des Jahres 2025 aus. Damit verschwand ein wichtiger Teil des Anreizes, noch zusätzliches Kapital in Restaking zu stecken.

Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil es zeigt, wie schnell sich ein beliebtes DeFi-Modell verschieben kann, wenn die Belohnung das Risiko nicht mehr aufwiegt. Der Sektor hängt außerdem weiterhin stark von Ethereum ab. Laut dem bereitgestellten Kontext waren im August 2026 rund 34 % des ETH-Angebots gestakt, gegenüber etwa 29 % zu Jahresbeginn.

Ether.fi sucht ein neues Modell

Ether.fi versucht derweil, außerhalb von Restaking weiter zu wachsen. Das Unternehmen bietet inzwischen eine Karte an, mit der Nutzer ihre Krypto ausgeben können, ohne direkt zu verkaufen, einen Kreditmarkt auf der Ethereum-Layer-2 Optimism und Vaults. Im August kamen außerdem tokenisierte Aktien, Metalle und Fiat-Rails hinzu, und das Unternehmen bezeichnet sich inzwischen als Krypto-Neobank.

Silagadze sagte, der Neobank-Zweig habe die weggefallenen Restaking-Einnahmen ersetzt. Seinen Angaben zufolge kamen im Juli 46 % des monatlichen Umsatzes von der Karte, gegenüber 17 % im Januar. Gleichzeitig sank der Bruttogewinn von ether.fi laut DefiLlama von 18,71 Millionen Dollar (16,4 Millionen Euro) im dritten Quartal 2025 auf 9,99 Millionen Dollar (8,8 Millionen Euro) im zweiten Quartal 2026. Dieser Unterschied unterstreicht vor allem, wie schwierig es geworden ist, Restaking als eigenständiges Geschäftsmodell aufrechtzuerhalten.


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