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FCA erwägt Lockerung des Verbots von Prediction Markets

Die britische Aufsichtsbehörde spricht mit Handelsplattformen über Event Contracts, während Briten zu Kalshi und Polymarket ausweichen. Die Frage ist, ob das Retailverbot von 2019 noch passt.

FCA erwägt Lockerung des Verbots von Prediction Markets

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die britische Aufsichtsbehörde FCA prüft möglicherweise eine Lockerung des Verbots von Prediction Markets für Privatanleger.
  • Die FCA verbietet diese Produkte seit 2019 für Retailbelegger, untersucht aber erneut, ob die Regeln noch zum heutigen Markt passen.
  • Die wachsende Nachfrage und die Nutzung ausländischer Plattformen setzen die Aufsichtsbehörde unter Druck, die Regeln zu überarbeiten.

Die britische Aufsichtsbehörde FCA hat laut The Times Gespräche mit Tradingplattformen über eine mögliche Lockerung des Verbots von Prediction Markets für Privatanleger geführt. Das ist bemerkenswert, weil die Aufsichtsbehörde öffentlich weiterhin sagt, dass die aktuelle Beschränkung wegen des spekulativen Charakters und des Risikos von Verbraucherschäden angemessen sei.

Verbot bleibt formal bestehen

Die FCA behandelt Contracts auf finanzielle Ereignisse und bestimmte Wetterereignisse als Binary Options. Der Verkauf an Retailbelegger ist seit 2019 verboten. In ihrem jüngsten Perimeter Report hielt die Aufsichtsbehörde an dieser Position fest, ließ aber Raum für weitere Untersuchungen zum Zugang zu diesen Produkten oder zu einer schärferen Abgrenzung der Regeln.

Laut The Times schaut die FCA nun doch erneut darauf, ob dieses Verbot noch zum Markt von heute passt. Das geschieht, während britische Verbraucher immer häufiger auf ausländische Plattformen wie Kalshi und Polymarket ausweichen. Branchenvertreter haben die Aufsichtsbehörde dabei darauf hingewiesen, dass Millionen Briten solche Plattformen nutzen sollen.

Druck durch wachsende Nachfrage

Das Interesse an Prediction Markets hat in letzter Zeit stark zugenommen. Bernstein erwartet, dass das gesamte Handelsvolumen in diesem Markt von $51 Milliarden (€43,9 Milliarden) im Jahr 2025 auf $240 Milliarden (€207 Milliarden) in diesem Jahr steigt, wie The Times berichtet. Kalshi und Polymarket wurden dabei mit $22 Milliarden (€18,9 Milliarden) beziehungsweise $21 Milliarden (€18,1 Milliarden) bewertet, was zeigt, wie viel Kapital und Aufmerksamkeit in dieses Segment geflossen ist.

Auch große Namen wie Coinbase, Robinhood und DraftKings haben inzwischen eigene Prediction-Produkte gestartet. Für britische Anbieter bleibt der Weg allerdings kompliziert. Wer im VK ein breites Angebot bereitstellen will, muss sich mit zwei Aufsichtsbehörden auseinandersetzen: der FCA für finanzielle Event Contracts und der Gambling Commission für Sport- und politische Märkte.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto- und Fintech-Interessierte ist das relevant, weil Prediction Markets immer häufiger mit Krypto-Infrastruktur, Trading-Apps und neuen Formen der Online-Spekulation zusammenfallen. Die Debatte im VK zeigt, dass Aufsichtsbehörden nach einer Grenze zwischen Innovation und Verbraucherschutz suchen, während Nutzer über ausländische Plattformen bereits Zugang zu diesen Produkten suchen. Das könnte auch für andere europäische Märkte zu einem wichtigen Referenzpunkt werden.


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