Fed-Studie: Bitcoin-Rally zieht neue Krypto-Käufer an
Die Fed-Studie legt nahe, dass positive Bitcoin-Renditen US-Haushalte schneller in Richtung Krypto bewegen. Vor allem bei weniger informierten Befragten stiegen Besitz und erwartete Erträge.

Wichtigste Erkenntnisse
- Eine Fed-Studie zeigt, dass Informationen über einen 14%igen Bitcoin-Anstieg US-Haushalte häufiger Krypto besitzen ließen.
- Die gewünschte Krypto-Allokation stieg direkt um etwa 2 Prozentpunkte, und die erwarteten Krypto-Erträge legten zu.
- Der Effekt war bei Menschen am stärksten, die Krypto aus Mangel an Wissen meiden; die Studie arbeitete mit 5.352 Befragten.
Eine Studie der Federal Reserve Bank of Cleveland zeigt, dass US-amerikanische Haushalte häufiger Krypto zu besitzen begannen, nachdem sie erfuhren, dass Bitcoin im Vorjahr um 14% gestiegen war. Die Forscher sahen auch, dass solche Informationen die gewünschte Krypto-Allokation direkt nach oben trieben und die Erwartungen an künftige Krypto-Erträge erhöhten.
Untersuchung mit 5.352 Befragten
Die Forscher teilten Teilnehmer einer Umfrage aus dem Jahr 2025 zufällig in eine Kontrollgruppe und sechs Gruppen ein, die Informationen über Bitcoin, den S&P 500, GameStop oder die Inflationsprognose der Federal Reserve erhielten. In einer Gruppe sahen die Befragten die Rendite von Bitcoin über die vergangenen 12 Monate, in einer anderen Gruppe ein Kursdiagramm.
Laut dem Working Paper stieg die Wahrscheinlichkeit, dass Befragte in einer späteren Umfrage angaben, Krypto zu besitzen, je nach Behandlung um 2,41 und 2,48 Prozentpunkte. Da vor dem Experiment bereits etwa 11% Krypto besaßen, entspricht das einem Anstieg von grob 23% gegenüber dem Ausgangsniveau. Die Analyse umfasste 5.352 Befragte aus dem zweiten bis vierten Quartal 2025 und betrachtete selbst gemeldeten Besitz, nicht Transaktionsdaten.
Mehr Interesse nach positiven Renditen
Die Behandlungen sorgten auch unmittelbar dafür, dass die gewünschte Krypto-Allokation um etwa 2 Prozentpunkte stieg, ausgehend von einem Durchschnitt von 4,3% in der Kontrollgruppe. Dafür machten die Befragten vor allem weniger Bargeld sowie geringere Zahlungs- und Sparguthaben Platz, während sie ihren geplanten Aktienbesitz ebenfalls leicht erhöhten.
Wer hörte, dass Bitcoin gut abgeschnitten hatte, erwartete außerdem im Jahr danach um 3,2 Prozentpunkte höhere Krypto-Erträge als die Kontrollgruppe. Ein Kursdiagramm führte zu einem kleineren Anstieg von 1,2 Punkten. Die Reaktion war bei Menschen am stärksten, die angaben, Krypto zu meiden, weil sie zu wenig darüber wissen. Bei Befragten, die Krypto bereits als schlechte Anlage ansahen, war kein statistisch signifikanter Effekt zu sehen.
Bedeutung für Europa
Die Studie passt zu einem bekannten Muster im Kryptomarkt: Starke Kursanstiege ziehen neue Käufer an, vor allem wenn Medienaufmerksamkeit und soziale Medien die Geschichte weiter verstärken. Das kann für europäische Krypto-Anleger relevant sein, weil dieselbe Verhaltensreaktion auch hier die Zuflüsse in Bitcoin und andere Tokens beeinflussen kann. Die Forscher weisen zudem darauf hin, dass solche Erwartungen ein Mechanismus sein können, durch den spekulative Blasen entstehen, auch wenn das Paper nicht sagt, dass dies für sich genommen immer zu einer neuen Rally führt.