Frankreich zählt 77 Krypto-Entführungen und Erpressungen
Nuñez will mit ADAN, Intelligence Sharing und besserer Koordination die Welle der Gewalt gegen Krypto-Besitzer und Unternehmen eindämmen, während auch ausländische Auftraggeber im Fokus stehen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Frankreich registrierte seit Januar 77 krypto-bezogene Entführungen, Erpressungen und Versuche, sagte Innenminister Laurent Nuñez.
- Der Sicherheitsplan setzt auf mehr Intelligence Sharing, engere Zusammenarbeit mit ADAN und bessere Koordination mit in- und ausländischen Behörden.
- 2026 kam es zu mehreren Vorfällen, darunter ein versuchter Einbruch bei Binance France sowie Erpressungen über 900.000 Euro und 700.000 Euro.
Seit Jahresbeginn hat Frankreich 77 krypto-bezogene Entführungen, Erpressungen und entsprechende Versuche erfasst, teilte Innenminister Laurent Nuñez mit. Parallel dazu stellte er einen Sicherheitsplan vor, der nach seinen Worten deutlich ambitionierter ausfallen soll, um Krypto-Besitzer besser zu schützen. Damit rückt Frankreich erneut als Brennpunkt gewaltsamer Krypto-Kriminalität in den Fokus.
Drei Säulen des Plans
Nuñez traf sich in dieser Woche mit Vertretern der Association pour le Développement des Actifs Numériques, kurz ADAN. Laut BFMTV stützt sich der Plan auf drei Elemente: mehr Intelligence Sharing, eine engere Zusammenarbeit mit ADAN sowie eine bessere operative Abstimmung zwischen Behörden und ausländischen Stellen.
Der Minister bezeichnete Intelligence Sharing als „grundlegend und äußerst effektiv“. Im Kern geht es darum, mehr Informationen über die kriminellen Gruppen hinter den Angriffen zu sammeln, da sich die Auftraggeber teilweise außerhalb Frankreichs befinden sollen. Zusätzlich soll ein Expertennetzwerk entstehen, über das Marktteilnehmer und zuständige staatliche Stellen schneller Informationen austauschen können.
Welle von Angriffen im Jahr 2026
Die neuen Zahlen fügen sich in eine Serie von Vorfällen ein, die seit Monaten für Unruhe sorgen. Bereits im April hatten französische Behörden mindestens 41 krypto-bezogene Entführungen und Wohnungseinbrüche gemeldet, was ungefähr einem Fall alle zwei bis drei Tage entsprach. Mit den 77 Fällen seit Januar zeigt sich, dass der Druck auf den Sektor seither weiter gestiegen ist.
Auch 2026 kam es in kurzer Folge zu mehreren aufsehenerregenden Fällen. Im Februar versuchten Eindringlinge, in das Haus des Chefs von Binance France einzudringen. Er war nicht vor Ort, die Täter flohen mit zwei Handys. Im März erbeuteten falsche Polizisten 900.000 Euro in Bitcoin von einem Paar, und im April erpressten zwei Männer 700.000 Euro von einer fünfköpfigen Familie.
Warum das auch außerhalb Frankreichs wichtig ist
Für europäische Krypto-Leser ist vor allem relevant, dass es bei solchen Fällen nicht nur um einzelne Opfer geht, sondern auch um die Sicherheit rund um Krypto-Unternehmen, Wallets und persönliche Daten. Frühere Berichte deuteten bereits auf einen breiteren Anstieg physischer Angriffe auf Krypto-Besitzer im Jahr 2025 hin. Das zeigt, dass Sicherheit neben Marktpreisen und Regulierung ein immer wichtigeres Thema bleibt.
Die französische Regierung versucht nun, die Netzwerke hinter diesen Straftaten genauer zu durchleuchten, einschließlich der Rolle ausländischer Auftraggeber. Wie wirksam dieser Ansatz am Ende sein wird, dürfte mit darüber entscheiden, ob der Sektor in Frankreich künftig mit weniger Risiko arbeiten kann.