Grayscale reicht Zcash-ETF mit zweiwöchentlicher Ausschüttung ein
Grayscale nutzt Optionen auf seinen bestehenden Zcash-Fonds, um das neue ZCSH-Produkt zweimal im Monat auszuschütten. Der Antrag bei der SEC passt zum Aufkommen von Krypto-Einkommensfonds neben Spot-ETFs.

Wichtigste Erkenntnisse
- Grayscale hat bei der SEC einen Antrag für einen Zcash-ETF mit zweiwöchentlicher Ausschüttung eingereicht.
- Der Fonds hält kein Zcash, sondern nutzt Optionen auf Grayscales bestehenden Zcash-Fonds.
- Die Strategie kann Erträge bringen, begrenzt aber auch die Gewinne bei starken Kursanstiegen und trägt Kursverluste vollständig mit.
Grayscale hat bei der amerikanischen Aufsichtsbehörde SEC einen Antrag für einen Zcash-ETF eingereicht, der alle zwei Wochen ausschüttet. Die Ausschüttung stammt nicht aus dem Halten von Zcash selbst, sondern aus einer Strategie mit Optionen auf Grayscales bestehenden Zcash-Fonds.
Wie der Fonds funktioniert
Der vorgeschlagene ZCSH High Income ETF hält kein Zcash (ZEC). Stattdessen handelt er mit Optionen, die an The Zcash ETF gekoppelt sind, Grayscales bestehendem Spotfonds. Laut Antrag nutzt der Fonds eine Kombination aus gekauften Call-Optionen und verkauften Put-Optionen, um die Kursbewegung von ZCSH nachzubilden.
Darüber hinaus verkauft der Fonds kurzfristige Calls, meist mit einer Laufzeit von einem Monat oder weniger. Die vereinnahmten Prämien sollen die Ausschüttungen an Anleger finanzieren. Grayscale schreibt allerdings, dass das Label „High Income“ keine feste Rendite garantiert. Ein Teil der Ausschüttung kann also schlicht aus einer Rückzahlung des eigenen eingesetzten Kapitals bestehen.
Was Anleger dafür aufgeben
Die Kehrseite ist klar. Wenn ZEC stark über den gewählten Ausübungspreis steigt, verpasst der Fonds diesen zusätzlichen Gewinn. Fällt der Kurs, dann trägt der Fonds diesen vollständigen Rückgang aber ganz normal mit.
Dieses Risiko trifft auf einen Markt, der noch ganz am Anfang steht. ZCSH begann am 25. August mit dem Handel, und die Optionen folgten am 8. September. Der Optionsmarkt rund um dieses Produkt ist also noch jung, was Preisbildung und Liquidität für Anleger, die sich solche Einkommensprodukte ansehen, besonders relevant macht.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Anleger zeigt dieser Antrag, wie schnell sich Krypto-ETFs von reiner Kursbeteiligung zu Einkommensprodukten entwickeln. Solche Fonds können für Anleger interessant sein, die regelmäßige Ausschüttungen suchen, funktionieren aber anders als ein normaler Spot-ETF. Grayscale weist außerdem darauf hin, dass die neue Struktur auch einen Interessenkonflikt auslösen könnte, weil eine verbundene Partei bereits an ZCSH verdient und möglicherweise indirekt von zusätzlicher Nachfrage nach diesem Fonds profitiert.
Der Antrag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem ZCSH bereits viel Kapital angezogen hat. Der Fonds ging aus einem Grayscale-Trust aus dem Jahr 2017 hervor und hatte laut Einreichung Ende September bereits Vermögen in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar. Das passt zu einem breiteren Trend, in dem auch rund um Bitcoin ähnliche Covered-Call- und Premium-Income-Produkte aufgetaucht sind. Auch bei dem früheren Grayscale-Schritt rund um Zcash zeigte sich bereits, wie schnell Spekulationen rund um den Fonds den Markt antreiben können.