Bitcoin hält 77.000 Dollar, Glassnode sieht 96.700 Dollar als Test
Glassnode sieht die Zone um 95.000 bis 97.000 Dollar als nächste Hürde, während Spot-ETFs in den USA wieder Zuflüsse zeigen und Deribit-Gamma den Kurs beeinflussen könnte.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin handelt über dem True Market Mean von rund 77.000 Dollar und schloss in diesem Zyklus noch keinen Tag unter dem Realized Price.
- Glassnode sieht den nächsten harten Test zwischen 95.000 Dollar und 97.000 Dollar, wo Optionspositionen und der durchschnittliche MVRV-Preis zusammenkommen.
- Spot-ETFs zogen in fünf Handelstagen rund 1,3 Milliarden Dollar an, während sich das 24-Stunden-Spotvolumen seit August mehr als verdoppelt hat.
Bitcoin bleibt in dieser Bear-Phase auffallend stabil über dem Realized Price und handelt derzeit über dem True Market Mean von rund 77.000 Dollar (67.500 Euro). Laut Glassnode liegt der nächste harte Test zwischen 95.000 Dollar (83.300 Euro) und 97.000 Dollar (85.100 Euro), wo Optionspositionen und der durchschnittliche MVRV-Preis zusammenkommen. Die Frage ist, ob die sich erholenden Zuflüsse in Spot-ETFs und das höhere Spotvolumen stark genug sind, um diese Zone zu durchbrechen.
Bear-Phase ohne Tagesschluss unter dem Preis
Glassnode stellt fest, dass Bitcoin in diesem Zyklus noch an keinem einzigen Tag unter dem Realized Price geschlossen hat. Das unterscheidet sich von den Bear Markets 2018-2019 und 2022-2023, als der Kurs dort monatelang darunter lag. Selbst das Tief im Juni blieb über dieser Linie, etwas, das seit 2017 in einer Bear-Phase noch nicht zu sehen war.
Auch die Position der kurzfristigen Halter wirkt weniger schwach als bei früheren Rückgängen. Bitcoin liegt über ihrer Cost Basis, und der NUPL-Indikator blieb in diesem Zyklus positiv. 2018 und 2022 rutschte derselbe Maßstab tief ins Rote, was damals auf deutlich größere Buchverluste hindeutete.
Zuflüsse und Volumen ziehen an
Die jüngste Erholung ging mit mehr Aktivität am Markt einher. Das 24-Stunden-Spotvolumen hat sich seit dem Tiefpunkt im August mehr als verdoppelt, ein Anstieg von rund 121 Prozent. Dennoch liegt der Sieben-Tage-Durchschnitt weiterhin etwa 30 Prozent unter dem Niveau von vor einem Jahr.
Laut Glassnode waren US-amerikanische Spot-ETFs nach zwei Wochen mit Abflüssen wieder gefragt. In fünf Handelstagen flossen netto rund 1,3 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) zu, mit dem stärksten Zuflusstag seit Anfang Juli. Das passt zu einer breiteren Verschiebung im Jahr 2026, in der Spot-ETFs für institutionelles Kapital zu einem wichtigeren Kanal geworden sind als neues Mining-Angebot.
Warum 84.000 Dollar wichtig sind
Die wichtigste Supply-Zone der Langfristhalter liegt zwischen 84.000 Dollar (73.700 Euro) und 85.000 Dollar (74.500 Euro), knapp unter dem aktuellen Kurs. Darüber bildet der durchschnittliche MVRV-Preis von rund 96.700 Dollar (84.800 Euro) den nächsten großen Test. Glassnode berechnet diesen Preis auf Basis des Realized Price und des historisch durchschnittlichen MVRV-Verhältnisses von Bitcoin.
Die Optionsdaten auf Deribit deuten in dieselbe Richtung. Rund um 95.000 Dollar (83.300 Euro) bauten Market Maker an einem Tag deutlich positives Gamma auf, während zwischen dem aktuellen Kurs und 92.000 Dollar (80.700 Euro) negatives Gamma entstand. Das kann die Bewegung je nach Kursrichtung verstärken oder bremsen.
Für europäische Krypto-Interessierte ist das vor allem relevant, weil Bitcoin erneut zeigt, wie stark On-Chain-Daten, ETF-Ströme und Derivate zusammenwirken können. Die Kombination aus begrenzten Gewinnmitnahmen und sich erholenden Zuflüssen spricht für weniger Verkaufsdruck als in früheren Bear-Phasen, bestätigt aber noch keinen neuen Bullenmarkt.