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Anleihevolatilität schießt nach oben, während Bitcoin ruhig bleibt

Der MOVE-Index steigt auf den höchsten Stand seit März, während die Volatilität von Bitcoin und dem S&P 500 niedrig bleibt. Die Spannung liegt vorerst vor allem in US-Staatsanleihen.

Anleihevolatilität schießt nach oben, während Bitcoin ruhig bleibt

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der MOVE-Index stieg von etwa 80 auf 104 und erreichte damit den höchsten Stand seit März.
  • Bitcoin und US-Aktien blieben ruhig, mit einer niedrigen BVIV und einem VIX um 14.
  • Die Unruhe sitzt vor allem in Anleihen, während sich diese Spannung bislang noch nicht breit auf Krypto oder Aktien übertragen hat.

Der Anleihemarkt sendet diese Woche ein klares Warnsignal, während Bitcoin und US-amerikanische Aktien auffallend ruhig bleiben. Der MOVE-Index, ein Maß für die erwartete Volatilität im US-Treasury-Markt, sprang von etwa 80 am Dienstag auf 104 am Donnerstag. Das ist der höchste Stand seit März, als der Index noch bei 199 lag.

Anleihen werden unruhiger

Der MOVE-Index gilt oft als der VIX für Anleihen. Er misst die erwartete Schwankungsbreite im US-Treasury-Markt auf Basis von Optionen über die gesamte Zinskurve. Ein höherer Wert deutet darauf hin, dass Händler mit stärkeren Zinsschwankungen rechnen.

Diese zunehmende Unruhe passt zum breiteren Anstieg von Staatsanleihen weltweit. Der Krieg im Nahen Osten hat die Preise für Öl und Diesel nach oben getrieben, was das Inflationsbild komplizierter macht und Fragen dazu aufwirft, wie viel Spielraum Zentralbanken noch haben, um die Geldpolitik weiter zu straffen. Die US-10-Jahres-Rendite stieg am Donnerstag kurz auf 5,2 % und fiel danach wieder auf 5,163 % zurück.

Bitcoin und Aktien bleiben ruhig

Während Anleihehändler mehr für Schutz vor Zinsbewegungen bezahlen, bleibt die erwartete Volatilität von Bitcoin niedrig. Volmex’ jährliche 30-Tage-BVIV liegt bei rund 37 und damit nahe dem Jahrestief von 35. Auch der VIX, der die erwartete Volatilität des S&P 500 abbildet, pendelt um 14 und liegt damit nahe seinem Jahrestief.

Die Kombination aus einem steigenden MOVE-Index und einem ruhigen VIX zeigt, dass die Spannung vor allem in Anleihen sitzt und sich bislang noch nicht breit auf Aktien oder Bitcoin übertragen hat. Die Korrelation zwischen VIX und MOVE ist über 20 Tage sogar leicht negativ geworden, während die Beziehung zwischen BVIV und MOVE deutlicher negativ ist. Das passt zu dem Bild, dass Bitcoin-Trader derzeit weniger Bedarf an Volatilitätsabsicherung haben als Anleihehändler.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem relevant, weil Bitcoin nicht immer denselben Signalen folgt wie traditionelle Märkte. Wenn der Stress bei Staatsanleihen weiter zunimmt, könnte sich das später auch breiter auf risikoreiche Assets auswirken, aber derzeit ist das in der Bitcoin-Volatilität noch nicht zu sehen. Die aktuelle Lücke zwischen Anleihen und Krypto zeigt vor allem, wie unterschiedlich Anleger je nach Markt auf dieselben makroökonomischen Nachrichten reagieren. Das passt zum breiteren Bild, dass Bitcoin weniger direkt auf Zinsen reagiert als Gold, wodurch sich die Münze manchmal losgelöster bewegt als andere risikoreiche Assets.


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