IOTA-Pläne fürs neue Jahr
In den vergangenen Jahren sah es von außen manchmal so aus, als würde das Krypto-Projekt IOTA etwas ziellos umhertreiben.

In den vergangenen Jahren schien es von außen manchmal so, als treibe das Krypto-Projekt IOTA ein wenig ziellos umher. Doch dieses neue Jahr soll alles besser machen. Mit einem Upgrade, das im Dezember von der IOTA-Community abgesegnet wurde, werden neue Akzente in der technischen Entwicklung gesetzt, Ökosysteme erschlossen und mehr Nutzer gewonnen. Mit "IOTA Rebased" verfolgen die Projektentwickler ein klares Ziel: Massenadoption. 2025 könnte damit auch eine Art Neuanfang werden. Wie sich das Projekt nun neu positioniert und welche Anwendungsbereiche dabei im Blick sind.
Nach Jahren der Entwicklung, mit einem bereits gestarteten Testnetz und nachdem eine der größten Herausforderungen auf der Roadmap, der Coordinator, angegangen wurde, war es umso überraschender, als das Team um Dominik Schiener im November plötzlich auf die Notbremse trat. IOTA 2.0 ist Vergangenheit, stattdessen kommt das Protokoll-Upgrade IOTA Rebased. Mit einer Entwicklungszeit von wenigen Monaten geben sie ein relativ übersichtliches Zeitfenster an.
Was ändert sich bei IOTA?
Eine der größten Neuerungen ist die, von der die Meisten wahrscheinlich nichts merken werden. IOTA setzt künftig Move ein, eine Programmiersprache, die durch eine neue Generation von Blockchains wie Sui und Aptos festgelegt wurde. Für Entwickler soll diese Sprache leicht zu nutzen sein. Zudem bietet die neue Move Virtual Machine Vorteile in Sachen Sicherheit und Skalierbarkeit. Ethereums weiterhin gängige Programmiersprache Solidity bleibt auf Layer-2 im Einsatz.
Gleichzeitig soll Rebased die Rentabilität des Protokolls erhöhen. Über einen Token-Burn-Mechanismus, wie er bei vielen Blockchains wie Ethereum oder Solana üblich ist, sollen Transaktionsgebühren künftig zerstört werden. Das soll das Token-Angebot schrittweise verringern und zu einem schrittweisen Preisanstieg führen. Ein Delegated-Proof-of-Stake-Prozess soll die Anreizstruktur für Sicherheit und Nutzung des Netzwerks weiter verbessern.
Fokus auf Anwendungen Die technischen Änderungen bestimmen die Richtung. Mehr Aktivitäten, mehr Nutzung, steigende Rentabilität: IOTA bereitet sich auf Massenadoption vor. Laut der IOTA Foundation liegt der Fokus vor allem auf „der Entwicklung von Ökosystemen und Anwendungen, die Akzeptanz und Nutzung fördern“.
Was industrielle Anwendungen betrifft, will man daher Projekte im Bereich Handelslogistik weiter ausbauen. 2020 gründete die IOTA Foundation gemeinsam mit TradeMark Africa das Handelsinitiativ TLIP – Trade and Logistics Information Pipeline – ein auf IOTA basierendes System zur Lieferkettenverfolgung. Pilotprojekte laufen derzeit in Kenia, Großbritannien und den Niederlanden. Langfristig plant man weitere Ausweitungen.
Wachsende Real-World-Assets (RWA) Markt
Dies knüpft an ein Feld an, auf das IOTA schon länger schaut. Die Tokenisierung von Real World Assets gilt als einer der größten Wachstumsbereiche im Kryptosektor. Mit dem Upgrade will man langfristig darauf setzen. IOTA Rebased würde die Tokenisierung und das On-Chain-Management physischer Vermögenswerte unterstützen und eine effiziente und sichere Abwicklung von Eigentums-, Compliance- und Finanztransaktionen in Sektoren wie Immobilien, Rohstoffe und Lieferketten ermöglichen.
Geplant ist „ein vollständig dezentralisiertes on-chain Orderbuch DEX“. Dazu soll die IOTA Layer 1 in der Lage sein, „mehrere Tausend Transaktionen pro Sekunde durchzuführen“. Auch deshalb der Umstieg auf Move VM, die das möglich macht. Forschung und Projekte will IOTA auch in den Bereichen dezentralisierte Identitäten und Smart Cities vertiefen. In beiden Bereichen ist IOTA an EU-geförderten Initiativen beteiligt.