Irische Aufsichtsbehörde belegt Coinbase Ireland mit 3,6 Millionen Dollar Strafe
Die irische Zentralbank verweist auf Mängel bei Safeguarding und Outsourcing, darunter Fehler bei Kundengeldern und ausgelagerten Kontrollen. Zuvor hatte Coinbase Europe bereits eine AML-Strafe erhalten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die Central Bank of Ireland hat gegen Coinbase Ireland eine Geldstrafe von 3,25 Millionen Euro wegen Mängeln bei Safeguarding und Outsourcing verhängt.
- Nach Angaben der Aufsichtsbehörde schützte Coinbase Kundengelder unzureichend, unter anderem wegen schwacher Kontrollen, fehlerhafter Systemdesigns und zu großer Abhängigkeit von Coinbase Group.
- Coinbase sagt, dass kein Kunde einen finanziellen Verlust erlitten habe, räumt aber operative Fehler und eine frühere Unterfinanzierung des Safeguarding-Kontos ein.
Coinbase Ireland hat von der Central Bank of Ireland eine Geldstrafe von 3,25 Millionen Euro, umgerechnet 3,6 Millionen Dollar (3,2 Millionen Euro), wegen Mängeln bei Safeguarding und Outsourcing erhalten. Nach Angaben der Aufsichtsbehörde versagte die irische Tochter von Coinbase Global dabei, Kundengelder ausreichend zu schützen und ausgelagerte Prozesse angemessen zu überwachen.
Was die Aufsichtsbehörde beanstandet
Die Zentralbank sagt, dass Coinbase Ireland kein ausreichendes Rahmenwerk für das Management ausgelagerter Dienstleistungen hatte. Nach Einschätzung der Behörde stützte sich das Unternehmen zu stark auf die US-amerikanische Coinbase Group, um Safeguarding-Prozesse und Kontrollen durchzuführen. Dadurch seien Kundengelder nicht ausreichend geschützt gewesen, unter anderem wegen eines schwachen Systemdesigns und zu weniger Kontrolltests.
Coinbase erklärte in einer Stellungnahme, dass kein einziger Kunde einen finanziellen Verlust erlitten habe und dass niemand jemals keinen Zugriff auf sein Geld gehabt habe. Das Unternehmen wies außerdem darauf hin, dass die Probleme mit operativen Fehlern zusammenhingen, darunter Coding-Fehler, durch die das Safeguarding-Konto 2023 und in der ersten Hälfte von 2024 im Durchschnitt um 0,54 % unterfinanziert war.
Silvergate und fehlerhafte Zahlungen
Der Fall betrifft auch die Phase, in der Silvergate 2023 kurz vor dem Zusammenbruch stand. Coinbase ließ damals 30 Kunden Geld auf ein alternatives Konto einzahlen, das Coinbase bei einer anderen US-Bank unterhielt. Dadurch wurden diese Mittel mit Geldern von Kunden einer anderen Coinbase-Einheit zusammengeführt, was gegen die Safeguarding-Regeln verstieß.
Außerdem meldete Coinbase, dass Euro-Abhebungen von Kunden aus den USA oder dem Vereinigten Königreich manchmal vom Safeguarding-Konto von Coinbase Ireland bezahlt wurden. Die Aufsichtsbehörde sieht das als Teil der breiteren Mängel bei interner Kontrolle und Berichterstattung.
Neuer Druck auf Coinbase
Die Geldstrafe kommt fast ein Jahr nachdem die irische Zentralbank Coinbase Europe bereits mit 21,4 Millionen Euro wegen Mängeln bei der Anti-Geldwäsche-Kontrolle belegt hatte. Für europäische Krypto-Unternehmen zeigt das, wie streng Aufsichtsbehörden inzwischen auf Kundenschutz, interne Kontrollen und Auslagerung schauen, zumal die Branche in der EU unter strengeren Regeln steht. Für Anbieter, die über eine Krypto-Exchange in mehreren Ländern aktiv sind, kann diese Art der Aufsicht auch relevant dafür sein, wie schnell Prozesse angepasst werden müssen.
Auch anderswo nimmt der Druck auf Exchanges zu: Australien verschärft die Regeln für Krypto-Exchanges mit neuen Anforderungen an Kundengelder, Finanzstandards und Lizenzen. Das unterstreicht, wie breit Aufsichtsbehörden inzwischen auf Verwahrung und operative Kontrolle schauen.