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Stablecoins gewinnen bei Unternehmen und Banken an Boden

EY-Parthenon sieht Stablecoins und tokenisierte Einlagen immer häufiger in Treasury- und Zahlungsprozessen, vor allem bei grenzüberschreitenden Zahlungen. MiCA und der GENIUS Act geben Institutionen dabei mehr rechtliche Klarheit.

Stablecoins gewinnen bei Unternehmen und Banken an Boden

Wichtigste Erkenntnisse

  • Stablecoins werden laut EY-Parthenon von Unternehmen und Finanzinstituten immer häufiger produktiv eingesetzt.
  • Grenzüberschreitende Zahlungen bleiben der wichtigste Anwendungsfall, vor allem wegen langsamer Abwicklung, hoher Währungskosten und Verzögerungen durch Compliance.
  • Regulierung in Europa und den USA schafft mehr Klarheit, während die Integration in bestehende ERP-, Treasury- und Banksysteme entscheidend bleibt.

Stablecoins sind laut einer neuen Studie deutlich weiter vom Pilotprojekt hin zum Einsatz in der Praxis gerückt. EY-Parthenon sieht, dass Unternehmen und Finanzinstitute sie immer häufiger in bestehende Zahlungsströme integrieren, während auch tokenisierte Einlagen an Boden gewinnen. Für europäische Leser ist vor allem relevant, dass es dabei nicht mehr nur um Experimente geht, sondern um Systeme, die bereits in Treasury- und Zahlungsprozesse eingebunden werden.

Unternehmen machen weiter

In der 2026 Blockchain Payments Survey von EY-Parthenon unter 521 Entscheidern bei Unternehmen und Finanzinstituten sagen 18% der Corporates, dass sie Stablecoins produktiv nutzen. Das ist doppelt so viel wie in der Umfrage von 2025. Auch tokenisierte Einlagen legen zu: 15% der Corporates melden inzwischen eine Nutzung.

Bei Finanzinstituten liegt die Messlatte noch höher. Insgesamt sagen 69%, dass sie Stablecoin-Dienste anbieten oder das innerhalb von zwei Jahren tun wollen, gegenüber 30% im Jahr 2025. Bei Banken sagen 49%, dass sie tokenisierte Einlagen bereits anbieten oder das in diesem Zeitraum vorhaben.

Cross-Border bleibt der Treiber

Der häufigste Anwendungsfall bleibt der grenzüberschreitende geschäftliche Zahlungsverkehr. Zwischen Stablecoins und tokenisierten Einlagen sagen 50% bis 53% der Befragten, dass sie diese für Zahlungen an Lieferanten im Ausland oder für B2B-Akzeptanz nutzen oder prüfen.

Das passt zu den Problemen, die Unternehmen weiterhin erleben. Die Befragten nennen vor allem langsame Verarbeitung und Abwicklung, hohe Währungskosten oder Spreads sowie Verzögerungen durch Regeln rund um Compliance und Sanktionen. Für Finanzinstitute sind dagegen schnellere Abwicklung und niedrigere Kosten wichtige Gründe, Interesse an diesen Zahlungsrails zu zeigen.

Der Markt bleibt dabei noch begrenzt. Einer der gelieferten Kontextpunkte stellt fest, dass Stablecoins im Jahr 2026 etwa 1% der weltweiten Zahlungsströme ausmachen. Das zeigt, dass das Wachstum real ist, aber dass noch viel Spielraum bleibt, bevor Stablecoins ein Standardbestandteil des Zahlungsverkehrs werden.

Regulierung macht den Unterschied

Die Rolle der Regulierung wird immer wichtiger. In Europa hat MiCA im Jahr 2026 einen einheitlichen rechtlichen Rahmen für Stablecoin-Emittenten geschaffen, mit strengen Anforderungen an die Reserveunterlegung und regelmäßigen Audits. In den USA hat der GENIUS Act von 2025 einen bundesweiten Standard für Payment-Stablecoins eingeführt, mit vollständiger Reserveunterlegung und regelmäßigen Attestierungen.

Diese Klarheit hilft zu erklären, warum Institutionen weniger zurückhaltend geworden sind. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Distribution weiterhin entscheidend bleibt. Unternehmen wollen Blockchain-Zahlungen vor allem eingebettet in bestehende ERP-, Treasury- und Banksysteme sehen, nicht als separate Krypto-Oberfläche. Das kann bestehenden Banken und Zahlungsanbietern einen Vorteil verschaffen, solange sie die Integration und Umsetzung gut im Griff haben.

Auch der Wettbewerb zwischen Emittenten spielt eine Rolle. Circle beschreibt Stablecoins schon länger als digitales Bargeld für Zahlungen und Kapitalmärkte, was gut zu der Verschiebung passt, die EY-Parthenon jetzt sieht.


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