Finst

IRS setzt Krypto-ETFs mit neuen Steuerregeln unter Druck

Die IRS richtet sich gegen ETF-Strukturen, bei denen Krypto in natura weitergereicht wird, mit möglichen Folgen für Fonds und Trusts wie BlackRocks iShares Bitcoin Trust.

IRS setzt Krypto-ETFs mit neuen Steuerregeln unter Druck

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die IRS warnt vor Krypto-ETFs, die digitale Assets in natura an Trading-Firmen weitergeben, wodurch Gewinne möglicherweise außerhalb der Besteuerung bleiben.
  • Die neue Notice scheint vor allem reguläre Fonds zu treffen, die Krypto oder Anteile von Trusts halten; Spot Bitcoin ETFs wie die von BlackRock sind anders strukturiert.
  • Die Aufsichtsbehörde schließt eine Rückwirkung nicht aus und nimmt bis zum 28. Oktober Stellungnahmen zur Notice entgegen.

Die US-Steuerbehörde IRS hat Krypto-ETFs ins Visier genommen. In einer neuen Notice warnt die Behörde vor Fonds, die digitale Assets über eine Konstruktion an Trading-Firmen weitergeben, mit der Gewinne außerhalb der Bücher bleiben. Am selben Tag stoppte die IRS auch einen steuerfreien Aktientausch für vermögende Anleger, was zeigt, dass die Aufsichtsbehörde dieselbe ETF-Regel strenger anwenden will.

Wie der Trick funktioniert

Der Kern liegt in der Art und Weise, wie einige Fonds ihre Positionen abwickeln. Statt eines Verkaufs am Markt übertragen sie steigende digitale Assets in natura an eine Trading-Firma, die ETF-Anteile eintauscht. Dadurch muss der Fonds nach der bestehenden Regel keinen steuerpflichtigen Gewinn verbuchen.

Für gewöhnliche US-Fonds ist das wichtig, weil sie ihren Steuerstatus nur behalten, wenn mindestens 90 Prozent ihrer Einnahmen aus Dividenden, Zinsen und Aktiengewinnen stammen. Gewinne aus Krypto und Rohstoffen zählen dabei nicht mit. Laut IRS kann diese Konstruktion bei direktem Halten von Assets funktionieren, aber auch dann, wenn ein Fonds über einen Trust investiert.

Welche Fonds betroffen sein könnten

Die IRS nennt keine konkreten Fonds, aber die Warnung scheint vor allem reguläre Fonds zu betreffen, die Krypto halten, oder Anteile solcher Trusts. Spot Bitcoin ETFs, wie der Bitcoin ETF von BlackRock, sind anders aufgebaut. Der iShares Bitcoin Trust ist ein Grantor Trust und gibt seine steuerlichen Merkmale an die Anteilseigner weiter, wie aus den SEC-Dokumenten des Fonds hervorgeht.

Dieser Unterschied ist relevant, weil der Markt schon länger darüber diskutiert, wie weit der steuerliche und rechtliche Spielraum für Krypto-ETFs reicht. In der Praxis kann schon eine kleine Änderung in der Struktur große Folgen für die steuerliche Behandlung eines Fonds haben.

Fonds, die Krypto über eine Offshore-Tochtergesellschaft halten, fallen nicht unter diese Notice. Die Aufsichtsbehörde warnt allerdings, dass mögliche neue Richtlinien auch rückwirkend gelten könnten. Stellungnahmen zur Notice sind bis zum 28. Oktober willkommen.

Breiteres Signal für den Markt

Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem relevant, weil die USA erneut zeigen, wie schnell sich steuerliche Regeln rund um Krypto-Anlageprodukte verschieben können. Die IRS behandelt digitale Assets schon länger als Eigentum, wodurch jeder Verkauf, Tausch oder Swap grundsätzlich ein steuerpflichtiger Moment ist. Das macht die steuerliche Struktur von ETFs und Trusts zu einem wichtigen Teil der Marktstruktur, zumal Aufsichtsbehörden mehr Transparenz bei Krypto-Transaktionen verlangen.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.