Kraken meldet neue Probleme bei Auszahlungen nach Störung im Funding
Kraken sagt, die Ursache gefunden zu haben, nennt aber keinen Zeitplan für die Behebung. Zuvor waren Einzahlungen auf mehreren Blockchains bereits gestoppt, darunter Cosmos und Celestia.

Wichtigste Erkenntnisse
- Kraken meldete am Dienstag erneut Probleme bei Auszahlungen, die zweite Störung an einem Tag, während Trading, die Website und Datenfeeds weiter funktionierten.
- Das Unternehmen sagt, die Ursache gefunden zu haben, nannte aber keinen Zeitplan, keine Liste der betroffenen Coins und keine Erklärung für die Störung.
- Die Probleme kommen zusätzlich zu früheren Funding-Störungen, darunter pausierte Einzahlungen auf mehr als 20 Blockchainnetzwerken seit dem 4. September.
Kraken hat Kunden am Dienstag mitgeteilt, dass Auszahlungen festhängen. Es war die zweite Störung, die die Krypto-Exchange an einem Tag meldete. Das Unternehmen sagt, die Ursache gefunden zu haben, nannte aber keinen Zeitplan, keine Liste der betroffenen Coins und keine Erklärung dafür, was genau schiefgelaufen ist.
Funding bleibt holprig
Kraken nutzt Funding für Geld, das in die Exchange hinein- und aus ihr herausbewegt wird, also für Einzahlungen und Auszahlungen. Trading, die Website und die Datenfeeds funktionierten jedoch weiter. Auf der Statusseite stand, dass es sich um eine vorübergehende Störung handelte, durch die Auszahlungen kurzzeitig verzögert sein könnten.
Laut dem Statusboard standen 23 der 725 Funding-Services auf degraded. Ein großer Teil dieser Probleme bestand schon länger. Am 4. September pausierte Kraken Einzahlungen auf mehr als 20 Blockchainnetzwerken. Dazu gehörten auch Cosmos und Celestia, und diese Störung ist weiterhin nicht behoben.
Bereits am Dienstag meldete Kraken außerdem, dass die Historien der Kontostände veraltet waren. Die täglichen Zahlen sind inzwischen wiederhergestellt, aber die stündlichen Daten hinken noch hinterher.
Mehr Druck auf die Zuverlässigkeit
Die neue Störung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Zuverlässigkeit für Kraken besonders wichtig ist. In der vergangenen Woche meldete BeInCrypto, dass sich die Muttergesellschaft Payward an Nasdaq und die London Stock Exchange annähert, während der eigene Börsengang erneut verschoben wurde und nun auf 2027 abzielt. Gleichzeitig bereitet sich Payward auf den Verkauf von tokenisierten Londoner Aktien an Anleger in 110 Ländern vor.
Für institutionelle Kunden zählt vor allem, ob Geld dann bewegt wird, wenn sie es anfordern. Eine Reihe von Problemen rund um Funding macht diese Botschaft schwieriger. Kraken hat nicht gesagt, ob das Problem vom Dienstag unabhängig von der Störung vom 4. September ist oder weiterhin damit zusammenhängt.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Anleger zeigt das, wie wichtig operative Zuverlässigkeit bei einer großen Krypto-Exchange ist. Gerade wenn mehr Anbieter über regulierte Strukturen, tokenisierte Aktien und institutionelle Dienste wachsen wollen, kann jede Störung bei Einzahlungen oder Auszahlungen zusätzlich ins Gewicht fallen. Das sagt noch nichts über die Kursentwicklung einzelner Tokens aus, aber es zeigt, wie wichtig das Vertrauen in die Infrastruktur ist, über die ein großer Teil des Handels und der Geldströme läuft.
Auch Krakens breitere Strategie, mehr traditionelle Märkte anzubieten, spielt bei dieser Einschätzung eine Rolle: Das Unternehmen kündigte früher an, US-Aktien in Europa hinzuzufügen, um Kunden mehr als nur Krypto-Handel zu bieten.