Australien streicht 45 Krypto- und Zahlungsunternehmen aus Registern
AUSTRAC nahm bei inaktiven oder risikoreichen VASPs Widerrufe, Suspendierungen und verweigerte Verlängerungen vor. Auch GetCoins geriet nach Beschwerden über einen möglichen Krypto-Investment-Scam in den Fokus.

Wichtigste Erkenntnisse
- Australien hat 45 Registrierungen von Krypto- und Zahlungsunternehmen durch Widerrufe, Suspendierungen und verweigerte Verlängerungen aus den Registern gestrichen.
- AUSTRAC griff bei inaktiven, insolventen oder nicht meldenden Unternehmen ein und verwies in einigen Fällen Beteiligte an die Polizei.
- GetCoins geriet nach Kundenbeschwerden und einer Untersuchung zu möglichen Geldwäscherisiken und einem organisierten Krypto-Investment-Scam zusätzlich unter Druck.
Australien hat 45 Registrierungen von Krypto- und Zahlungsunternehmen aus den Registern entfernt. Die Maßnahmen, darunter Widerrufe, Suspendierungen und verweigerte Verlängerungen, verteilten sich über das vergangene Jahr. Die Finanzkriminalitätsaufsicht AUSTRAC hat in einigen Fällen auch Personen hinter diesen Unternehmen an die Polizei verwiesen.
Warum AUSTRAC eingegriffen hat
AUSTRAC sagte, dass mehrere Unternehmen inaktiv oder schlafend waren, während sich andere als insolvent herausstellten. Ein Teil bot über längere Zeit keinen benannten Dienst mehr an oder hatte schlicht nicht die operative Kapazität, um mit dem Handel zu beginnen oder ihn fortzusetzen.
Außerdem gab es Registrierungen, die nicht stimmten, oder Unternehmen, die AUSTRAC nicht rechtzeitig über wesentliche Veränderungen in ihren Aktivitäten informierten. Der Rest stellte nach Einschätzung der Aufsicht ein erhebliches Risiko für Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung dar.
CEO Brendan Thomas sagte, dass der schnelle grenzüberschreitende Geldverkehr gerade zu den höchsten ML/TF-Risiken führen kann. Nach seiner Einschätzung arbeitet AUSTRAC deshalb eng mit nationalen und internationalen Partnern zusammen, um das Finanzsystem zu schützen, nicht nur in Australien, sondern weltweit.
GetCoins unter zusätzlichem Druck
AUSTRAC nannte auch BA Digital Ventures Pty Ltd, das unter dem Namen GetCoins auftrat. Die Aufsicht arbeitete dabei mit dem National Anti-Scam Centre zusammen, nachdem Kundenbeschwerden eingegangen waren. Danach forderte AUSTRAC Informationen zur Geschäftstätigkeit an, um zu prüfen, ob GetCoins die Exponierung gegenüber Geldwäscherisiken überhaupt kontrollieren konnte.
Nach Angaben von AUSTRAC soll ein organisierter Krypto-Investment-Scam die VASP genutzt haben. Das passt zu einer breiteren Verschärfung der Aufsicht über Zahlungs- und Krypto-Unternehmen in Australien. Die Aufsicht leitete am 1. September außerdem eine Untersuchung gegen Western Union ein und setzte im August Cryptolink aus, wodurch 96 Krypto-ATMs offline gingen.
Was das für die Branche bedeutet
Für europäische Krypto-Leser zeigt das, wie streng Aufsichtsbehörden inzwischen auf Registrierung, Meldepflichten und operative Kontrolle schauen. Vor allem Unternehmen, die Geldströme schnell über Grenzen hinweg bewegen, geraten dabei besonders in den Fokus. Der Fall GetCoins unterstreicht auch, dass schwache Compliance nicht nur eine Registrierung kosten kann, sondern auch mit Betrugsfällen und der Weiterleitung an Ermittlungsbehörden zusammenhängen kann.
Auch in Australien selbst wird die Messlatte höher gelegt: ASIC hatte zuvor bereits gewarnt, dass Krypto-Unternehmen ihre Lizenzen in Ordnung bringen oder ihre Aktivitäten anpassen müssen. Das macht den Spielraum für schlampige Registrierung und unzureichende Kontrolle noch kleiner.