ASIC setzt Krypto-Firmen mit Lizenzfrist unter Druck
ASIC verlangt von Krypto- und Verwahrstellen, dass sie ihr AFS-Lizenzverfahren vor dem 30. September in Ordnung bringen. Ab dem 1. Oktober drohen Bußgelder, während Australien an einem eigenen Digital-Asset-Regime arbeitet.

Wichtigste Erkenntnisse
- ASIC warnt Krypto-Unternehmen, dass sie bis zum 30. September ihr Lizenzverfahren in Ordnung bringen müssen.
- Unternehmen können eine AFS-Lizenz beantragen oder über einen autorisierten Vertreter oder eine Intermediary-Struktur arbeiten.
- Ab dem 1. Oktober riskieren nicht konforme Parteien Bußgelder und andere Sanktionen, möglicherweise bis zu 10% des Jahresumsatzes.
Australien setzt Krypto-Unternehmen weiter unter Druck, sich an die bestehenden finanziellen Regeln zu halten. Die Aufsichtsbehörde ASIC hat gewarnt, dass Parteien, die sich auf die vorübergehende No-Action-Position bis zum 30. September stützen, Zeit haben, ihr Lizenzverfahren in Ordnung zu bringen, andernfalls riskieren sie Bußgelder und andere Sanktionen.
Lizenz oder Ausnahme
ASIC sagt, dass Unternehmen eine Australian Financial Services-Lizenz beantragen oder anpassen können. Sie können auch unter einem autorisierten Vertreter oder einer Intermediary-Struktur mit einer Partei arbeiten, die bereits über eine solche AFS-Lizenz verfügt.
Der Aufruf gilt nicht nur für Krypto-Unternehmen, die selbst eine AFS-Lizenz benötigen. Parteien, die eine Australian Market Licence oder eine Clearing and Settlement facility license benötigen, müssen laut ASIC ebenfalls spätestens am 30. September eine Meldung gemacht und ein Pre-Application-Meeting gehabt haben.
Was ab dem 1. Oktober zählt
Ab dem 1. Oktober können Unternehmen, die zwar eine Lizenz benötigen, aber die Bedingungen der vorübergehenden Erleichterung nicht erfüllen, gegen die Finanzgesetzgebung verstoßen. ASIC warnt, dass die Sanktionen bis zu Bußgeldern in Höhe von 10% des Jahresumsatzes reichen können.
Der Schritt passt zu einem breiteren australischen Ansatz, Krypto-Unternehmen unter Regeln zu bringen, die bereits für Finanzprodukte und -dienstleistungen gelten. Das ist für europäische Krypto-Leser relevant, weil Aufsichtsbehörden weltweit immer häufiger dieselbe Frage stellen: Fällt eine Plattform oder Dienstleistung unter bestehende Lizenzanforderungen, oder kommt ein separates Regime für digitale Assets?
Auch anderswo bewegt sich die Branche in Richtung strengerer Lizenzanforderungen. In Pakistan ist kürzlich ein neues Krypto-Lizenzregime gestartet, bei dem sich Unternehmen vor einer Frist registrieren oder ihre Aktivitäten einstellen mussten.
Neue Regeln in Sicht
Diese Entwicklung bekommt in Australien auch eine gesetzliche Grundlage. Der Corporations Amendment (Digital Assets Framework) Act 2026 erhielt bereits im April die königliche Zustimmung und soll im April 2027 in Kraft treten. Das Gesetz führt unter anderem zwei neue Kategorien ein, Digital Asset Platforms und Tokenized Custody Platforms, die dann unter ein eigenes Lizenzsystem fallen.