CFTC will CME-Klage zu Krypto-Perpetuals abweisen lassen
Die Aufsichtsbehörde bezeichnet CME’s Schadensersatzforderung als spekulativ, während sich der Fall um den rechtlichen Status von Bitcoin-Perpetuals und die Genehmigung von Kalshis BTCPERP-Kontrakt dreht.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die CFTC bittet einen Bundesrichter, die CME-Klage zu Krypto-Perpetual-Futures wegen fehlenden nachweisbaren Schadens abzuweisen.
- Der Fall dreht sich um die Frage, ob Perpetuals rechtlich Futures oder Swaps sind, nach der Genehmigung von Kalshis BTCPERP-Kontrakt.
- Für europäische Leser ist der Fall relevant, weil das Ergebnis Auswirkungen auf die Aufsicht und Notierung von Krypto-Derivaten haben könnte.
Die amerikanische Aufsichtsbehörde CFTC hat einen Bundesrichter gebeten, die Klage von CME zu Krypto-Perpetual-Futures abzuweisen. Nach Ansicht der Regulierungsbehörde kann CME nicht belegen, dass ihr durch die Genehmigung dieser Produkte ein konkreter Schaden entstanden ist. Im Kern geht es um die Frage, ob Perpetuals als Futures oder als Swaps einzustufen sind, eine Debatte, die den US-Kryptomarkt seit Monaten begleitet.
CFTC bezeichnet Schaden als spekulativ
In einem am Mittwoch eingereichten Antrag bezeichnete die CFTC den Streit als „much ado about nothing“. Die Aufsichtsbehörde argumentiert, CME habe keine verfassungsrechtliche Grundlage für die Klage, weil kein nachweisbarer finanzieller Verlust gemeldet worden sei. Außerdem verweist die CFTC darauf, dass CME selbst öffentlich gesagt habe, Kunden hätten nicht nach Perpetual Futures gefragt.
Nach Ansicht der Regulierungsbehörde wäre ein möglicher Schaden damit selbst verursacht. CME entscheide sich schließlich selbst dafür, die Contracts nicht anzubieten. Die CFTC sagt zudem, dass die Order, gegen die CME klagt, jedem registrierten designated contract market erlaubt, vergleichbare Produkte zu listen, einschließlich CME selbst.
Bitcoin-Perpetuals im Fokus
Der Fall geht auf die Genehmigung von Kalshis BTCPERP-Kontrakt am 29. Mai zurück. Das war die erste Genehmigung eines Bitcoin-Perpetual-Futures-Kontrakts durch eine in den USA regulierte Exchange. Der Kontrakt folgt dem Spotpreis von Bitcoin, wird rund um die Uhr gehandelt und hat kein Enddatum. Regelmäßige Zahlungen zwischen Long- und Short-Positionen halten den Preis über eine Funding Rate nahe am Spotpreis.
Die CFTC sagt, dass die Order auch für vergleichbare Perpetual Contracts gilt, die an andere digitale Commodities mit tiefen, aktiven und kontinuierlichen Spotmärkten gekoppelt sind. Für Perpetuals auf anderen Asset Classes gilt nach Angaben der Aufsichtsbehörde jedoch weiterhin eine Einzelfallprüfung. Das passt zum breiteren Ansatz der CFTC, die am selben Tag auch eine Policy Statement zur Notierung von Perpetual Contracts veröffentlicht hat.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Leser zeigt dieser Fall, wie schnell sich der US-Markt von der Diskussion über die Klassifizierung hin zu konkreten Produktgenehmigungen bewegt. Das ist relevant, weil die rechtliche Trennlinie zwischen Futures und Swaps bestimmt, wie Exchanges neue Derivate anbieten können und welcher Aufsicht sie unterliegen. In einem Markt, in dem Bitcoin-Derivate weltweit stark gehandelt werden, könnte ein solches Urteil auch Hinweise darauf geben, wie Aufsichtsbehörden anderswo auf ähnliche Produkte blicken.
CME zog im Juni vor Gericht, nachdem die CFTC Kalshis BTCPERP-Kontrakt als Futures-Kontrakt genehmigt hatte. CME argumentiert dagegen, dass Verträge ohne Enddatum oder Lieferpflicht, mit Funding Payments zwischen Händlern, rechtlich eher Swaps als Futures seien. Die Börse sagt außerdem, dass die Aufsichtsbehörde nicht ausreichend erklärt habe, warum frühere Durchsetzungsverfahren Krypto-Perpetuals als Swaps behandelt hätten.
Richterin Colleen Kollar-Kotelly lehnte vorige Woche den Antrag der CFTC ab, die Verwaltungsakte zurückzuhalten, bis die Richterin über den Antrag auf Abweisung entschieden hat. Sie befand, dass diese Unterlagen möglicherweise Belege für CME’s Behauptung eines Wettbewerbsnachteils enthalten könnten. Die Parteien müssen bis spätestens 4. September einen gemeinsamen Zeitplan für die Schriftsätze vorschlagen.