MiCA-Gesetz genehmigt: EU reguliert den Kryptosektor
Es hat lange gedauert, doch das große Wort ist gefallen: Die Markets in Crypto Assets Regulation – MiCA – ist angenommen worden.

Es hat lange gedauert, doch das große Wort ist gefallen: Die Markets in Crypto Assets Regulation – MiCA – ist angenommen worden. Gestern, Donnerstag der 20. April, hat das Europäische Parlament das grüne Licht gegeben. Das ebnet den Weg für eine Regulierung von Krypto in Europa. Die MiCA-Verordnung gilt für alle EU-Mitgliedstaaten und bietet der Branche einen einheitlichen Rechtsrahmen. Mit MiCA ist die EU die erste große Wirtschaftszone, die Bitcoin und andere Kryptowährungen reguliert.
Von Utility-Token bis Stablecoins
Die neue Regulierung richtet sich an verschiedene Sub-Sektoren des Kryptomarkts. Von Utility-Token bis Stablecoins bis zur Speicherung von Kryptowährungen selbst. Zukünftig benötigen Anbieter von Kryptodiensten eine Pflichtlizenz, mit der sie europaweit operieren können. Der endgültige Aufsichtsbehörde hängt von der Nutzerzahl ab. Kryptodienste mit mehr als 15 Millionen Nutzern unterliegen der ESMA oder der EBA; alles darunter übernimmt nationale Aufsichtsbehörden. Darüber hinaus verpflichtet die MiCA-Verordnung Krypto-Projekte dazu, ein Whitepaper zu veröffentlichen mit detaillierten Informationen über Geschäftsbetrieb und technisches Design der Tokens.
Die neuen Krypto-Regeln treten jedoch erst in Kraft, wenn der Text im offiziellen Publikationsblatt der Europäischen Union erscheint. Experten erwarten, dass dies im Juni 2023 geschieht. Von da an wird der Aktivierungsprozess noch 12 bis 18 Monate dauern, bis die Verordnung vollständig in Kraft tritt. Zum Zeitpunkt des Schreibens sind NFTs, der DeFi-Sektor, Kredite und Staking von MiCA ausgeschlossen. Im Hintergrund arbeiten Gesetzgeber und Experten jedoch bereits an einem Update, sozusagen einem "MiCA 2.0". Parallel zur MiCA wurde auch die Geldwäscheverordnung "Transfer of Fund" (TFR) angenommen. Von nun an müssen Anbieter alle Transaktionen über eine Schwelle von 1.000 Euro melden und verifizieren.
MiCA-Meilenstein
Alles in allem sind Politiker und Branchenvertreter mit dem Endergebnis zufrieden. Für Benedikt Faupel, Leiter Blockchain bei Bitkom, hat Europa hier einen weltweiten Standard gesetzt. In einer Pressemitteilung beschrieb er MiCA als einen Meilenstein für die Branche.
Auch Ilya Volkov, CEO und Mitgründer von "YouHodler", sieht die Verordnung positiv. MiCA schafft nicht nur Klarheit für Unternehmen und Kunden, sondern fördert auch Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum. "Die EU kann auch von der Regulierungskrise in den USA profitieren", fährt Volkov fort. Die Behörden in den Vereinigten Staaten gehen derzeit gegen verschiedene Krypto-Unternehmen vor. In erster Linie sieht die US-Börsenaufsicht SEC zahlreiche Fälle illegaler Wertpapierhandel in der Branche. Kritiker hingegen beschuldigen die Behörde, ihre Befugnisse zu überschreiten, und setzen sich für eine eigene Regulierung digitaler Vermögenswerte ein.