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Monument Bank verschiebt tokenisiertes Einlagenprojekt wegen Custody-Problemen

Die Londoner Bank fand zunächst keinen von der FCA zugelassenen Custodian; inzwischen weicht das Projekt nach Kanada aus. Der Plan rund um Midnight zeigt, wie Custody und Compliance tokenisierte Einlagen verzögern.

Monument Bank verschiebt tokenisiertes Einlagenprojekt wegen Custody-Problemen

Wichtigste Erkenntnisse

  • Monument Bank verschiebt den Start eines tokenisierten Einlagenprojekts über 250 Millionen Pfund wegen Problemen mit einem geeigneten Krypto-Custodian.
  • Die Bank will verzinsliche Retail-Einlagen auf die datenschutzorientierte Midnight-Blockchain bringen, stößt dabei aber auf Hürden bei Custody und Compliance.
  • Die Einlagen bleiben vollständig gedeckt, sind eins zu eins in Pfund Sterling einlösbar und fallen unter das britische Einlagensicherungssystem.

Monument Bank hat den Start eines tokenisierten Einlagenprojekts über 250 Millionen Pfund verschoben, nachdem die britische Bank keinen lokalen Krypto-Custodian gefunden hatte, der die Anforderungen der Financial Conduct Authority erfüllen konnte. Die Londoner Bank will Kundengelder auf die datenschutzorientierte Midnight-Blockchain bringen, stößt dabei aber auf Hürden bei Custody und Compliance.

Verzögerung durch Custody

Gründer Mintoo Bhandari sagte, das Projekt liege um einige Monate zurück. Seinen Angaben zufolge wollte die Bank die ersten tokenisierten Einlagen bereits vor zwei Monaten starten, verschiebt das nun aber wahrscheinlich um weitere zwei Monate. Monument suchte zunächst im Vereinigten Königreich nach einem Anbieter, weitete die Suche später international aus und fand schließlich einen von der FCA zugelassenen Custodian in Kanada.

Die Bank will etwas umsetzen, was bislang nur wenige Marktteilnehmer versucht haben: verzinsliche Retail-Einlagen auf einer öffentlichen Blockchain abzubilden. Bisher blieben viele Tokenized-Deposit-Projekte auf institutionelle Kunden oder geschlossene Netzwerke beschränkt. Monument zielt dagegen auf eine breitere Gruppe von Sparern mit investierbarem Vermögen zwischen 50.000 Pfund und 5 Millionen Pfund. Das passt zu einer breiteren Bewegung, in der Banken Einlagenprodukte auf Blockchain-Schienen bringen, etwa in tokenisierten Einlagensystemen.

Datenschutz und Aufsicht

Midnight nutzt Zero-Knowledge-Proofs, um Kundendaten innerhalb der Systeme von Monument zu halten, während die Bank dennoch onchain nachweisen kann, dass sie die Regeln einhält. So sollen Aufsichtsbehörden die für Prüfungen nötigen Daten erhalten, ohne dass die zugrunde liegenden Kundeninformationen öffentlich werden.

Dieser Ansatz passt zur strengeren britischen Linie bei der Krypto-Custody. Die Financial Conduct Authority arbeitet an einem breiteren Rahmen für Kryptoassets, in dem Anbieter von Krypto-Custody, Handel oder Staking künftig eine Zulassung benötigen. Für Custodians, die Kunden-Krypto länger als 24 Stunden verwahren, kommen zudem strengere Safeguarding-Anforderungen hinzu.

Was das für Banken bedeutet

Monument positioniert das Projekt als reguliertes Produkt für Mass-Affluent-Sparer. Die Einlagen bleiben nach Angaben der Bank verzinslich, vollständig durch Monument gedeckt und eins zu eins in Pfund Sterling einlösbar. Sie fallen außerdem weiterhin unter das britische Einlagensicherungssystem, bis zu 120.000 Pfund pro Person oder Unternehmen.

Für europäische Krypto- und Bankbeobachter zeigt das, dass Tokenisierung nicht nur eine technische Frage ist, sondern auch ein operatives und rechtliches Problem. Gerade bei Retail-Produkten kann die Kombination aus Custody, Datenschutz und Aufsicht den Start verzögern, selbst wenn die zugrunde liegende Blockchain bereits bereit ist.


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