MSCI setzt Strategy in Weltindizes unter Druck
MSCI will Unternehmen, die vor allem Bitcoin in der Bilanz halten, strenger bewerten. Für Strategy könnte das zum Ausschluss aus Indizes und zu Verkäufen durch ETFs führen.

Wichtigste Erkenntnisse
- MSCI könnte Strategy nach neuen Regeln für Unternehmen, die vor allem als Investmentvehikel fungieren, aus großen Aktienindizes entfernen.
- Bei einem Ausschluss müssten Indexfonds und ETFs MSTR-Aktien möglicherweise verkaufen, was zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen könnte.
- MSCI gibt die betroffenen Unternehmen am 11. November bekannt; die neuen Regeln treten nach dem 30. November in Kraft.
Strategy, das frühere MicroStrategy von Michael Saylor, könnte aus großen globalen Aktienindizes verschwinden, nachdem MSCI neue Regeln für Unternehmen genehmigt hat, die sich eher wie Investmentvehikel als wie operative Unternehmen verhalten. Dadurch könnten Indexfonds und ETFs ihre Aktien verkaufen müssen, sobald die Zusammensetzung angepasst wird.
Neue MSCI-Regeln
MSCI will Unternehmen aus seinen Indizes entfernen können, wenn ihr Wert vor allem aus dem Halten von Assets wie Bitcoin stammt und nicht aus gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten. Der Indexanbieter nutzt Benchmarks wie den MSCI World und den MSCI Emerging Markets, auf die viele Fondsmanager und indexfolgende ETFs setzen.
Nach Angaben von MSCI soll der neue Test besser zeigen, ob ein Unternehmen tatsächlich operativ tätig ist. Dabei schaut der Indexanbieter auf operative Assets, den Cashflow aus dem Geschäftsbetrieb und darauf, wie stark ein Unternehmen von externer Finanzierung abhängt. Strategy hat zwar weiterhin Softwareaktivitäten, doch Bitcoin in der Bilanz wiegt inzwischen deutlich schwerer als dieses Geschäftsfeld.
Das Unternehmen ist damit nicht einverstanden. Strategy bezeichnete den Vorschlag bereits zuvor als unzutreffend und verteidigt die eigene Struktur als legitimes börsennotiertes Unternehmen.
Folgen für Anleger
Wenn Strategy aus einem Index entfernt wird, müssen ETFs, die diesen Index abbilden, ihre MSTR-Aktien bei der Neugewichtung in der Regel verkaufen. Das könnte zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen, unabhängig davon, was Bitcoin selbst macht oder was Anleger von Strategy halten.
Strategy schätzt, dass MSCI-gebundene Fonds rund 13 Millionen Aktien halten, was etwa 3,1 % des ausstehenden Aktienkapitals entspricht. Das Unternehmen betont allerdings, dass dies weniger als das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen sei, sodass die Wirkung nicht automatisch groß sein muss.
Der MSTR-Kurs stieg am Donnerstag um 5,62 % auf 151,29 Dollar (135 Euro). Dieser Anstieg kam noch vor der Ankündigung von MSCI, die erst nach Börsenschluss der US-amerikanischen Börse erfolgte.
Mehr Druck auf Bitcoin-Treasuries
Der Schritt von MSCI betrifft nicht nur Strategy. In der früheren Simulation wurden auch der japanische Bitcoin-Käufer Metaplanet und das britische Uranunternehmen Yellow Cake als mögliche Ausschlüsse genannt. Das Ethereum-Treasury-Unternehmen SharpLink könnte dagegen auf eine Watchlist kommen.
Für europäische Kryptonutzer ist das relevant, weil es zeigt, wie groß die Lücke zwischen normalen börsennotierten Unternehmen und Firmen geworden ist, die vor allem Bitcoin in die Bilanz nehmen. Wenn große Indexanbieter diese Gruppe strenger bewerten, könnte das Auswirkungen darauf haben, wie institutionelle Anleger solche Aktien in Portfolios aufnehmen.
MSCI veröffentlicht am 11. November die Liste der betroffenen Unternehmen. Die Regeln treten nach dem 30. November in Kraft, während bestehende Indexmitglieder vorerst durch einen Test mit zwei halbjährlichen Überprüfungen geschützt sind, bevor ein Ausschluss folgt.