Bitcoin, Ether und XRP fallen weiter, während Liquidationen zunehmen
Vor allem Ether wurde hart getroffen, mit fast 286 Millionen Dollar an Liquidationen auf Futures. Auch XRP und Solana gaben nach, während die Unsicherheit rund um die Fed die Risikobereitschaft belastete.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin, Ether und XRP gaben am Donnerstag weiter nach, während innerhalb von 24 Stunden fast 483 Millionen Dollar an Futures-Positionen liquidiert wurden.
- Ether traf es am härtesten, mit rund 286 Millionen Dollar an Liquidationen, gegenüber 197 Millionen Dollar bei Bitcoin.
- Auch Altcoins wie XRP, Solana, Dogecoin und Zcash gaben nach, während Unsicherheit über die Fed und eine geringere Derivateaktivität Druck auf den Markt ausübten.
Bitcoin, Ether und XRP gaben am Donnerstag weiter nach, während innerhalb von 24 Stunden fast 483 Millionen Dollar (431 Millionen Euro) an Futures-Positionen liquidiert wurden. Vor allem Ether-Trader traf es am härtesten, mit Liquidationen, die deutlich über denen von Bitcoin lagen.
Ether trägt den größten Schlag
Laut CoinGlass wurden rund 286 Millionen Dollar (255 Millionen Euro) an Ether-Kontrakten liquidiert, gegenüber 197 Millionen Dollar (176 Millionen Euro) an Bitcoin-Positionen. Ether fiel im asiatischen Morgenhandel um etwa 6,4 % auf 2.356 Dollar (2.100 Euro), während Bitcoin bei rund 81.000 Dollar (72.400 Euro) gehandelt wurde, etwa 3,2 % niedriger als 24 Stunden zuvor.
Dieser Unterschied ist auffällig, weil der Futures-Markt für Ether kleiner ist als der von Bitcoin. Trotzdem fiel der Schaden bei Ether stärker aus. Das Open Interest in Ether-Futures lag bei rund 30 Milliarden Dollar (26,8 Milliarden Euro), gegenüber 52 Milliarden Dollar (46,4 Milliarden Euro) bei Bitcoin.
Liquidationen entstehen, wenn ein Trader mit geliehenem Geld zu hohe Verluste erleidet und die Börse die Position automatisch schließt. Bei hoher Hebelwirkung kann schon eine relativ kleine Kursbewegung ausreichen, um eine Position aus dem Markt zu drücken. Das macht den Kryptomarkt an Tagen mit schnellen Rückgängen besonders anfällig.
Mehr Druck auf Altcoins
Die Verkaufswelle blieb nicht auf die beiden größten Coins beschränkt. XRP und Solana gaben beide um etwa 5 % nach, während Dogecoin rund 6 % verlor. Solana-Futures standen für etwa 31 Millionen Dollar (27,7 Millionen Euro) an Liquidationen, und Zcash steuerte nach einem Kursrückgang von etwa 13 % noch einmal fast 19 Millionen Dollar (17 Millionen Euro) bei.
Die breitere Stimmung wurde auch durch Unsicherheit über den nächsten Zinsentscheid der Federal Reserve belastet. Das passt in ein Umfeld, in dem höhere Zinsen Anleger häufiger in sicherere, zinstragende Assets lenken und risikoreicheren Märkten wie Krypto weniger Spielraum lassen. In der ersten Hälfte von 2026 lag das Handelsvolumen am Krypto-Derivatemarkt zudem 15,7 % unter dem gleichen Zeitraum von 2025, was auf weniger kurzfristige Beteiligung und geringere Risikobereitschaft hindeutet.
Für europäische Krypto-Anleger zeigt diese Bewegung, wie schnell Hebelpositionen den Markt verstärken können, besonders bei großen Coins wie Bitcoin und Ether. Sie macht auch deutlich, dass Liquidationen nicht nur ein technisches Detail sind, sondern das Tempo eines Rückgangs direkt beeinflussen. In einem Markt mit weniger Derivateaktivität kann so eine Welle erzwungener Verkäufe besonders sichtbar werden. Auch frühere Liquidationswellen zeigten, wie schnell aus einem vergleichsweise kleinen Rückgang eine breitere Verkaufswelle werden kann.