OpenPayd peilt Nasdaq-Notierung und US-Expansion an
Der Londoner Zahlungsanbieter will über Titan Acquisition Corp. an die Nasdaq, gestützt auf 43 US-Money-Transmitter-Lizenzen und die wachsende Nachfrage nach Stablecoin-Infrastruktur.

Wichtigste Erkenntnisse
- OpenPayd erwartet, seine Nasdaq-Notierung über die Fusion mit Titan Acquisition Corp. bis Ende dieses Jahres abzuschließen.
- Das Unternehmen bereitet eine Expansion in die USA vor und hat über MSB USA Inc. 43 Money-Transmitter-Lizenzen in 43 Bundesstaaten erhalten.
- OpenPayd prüft außerdem weitere Übernahmen und meldete einen Umsatz von 73 Millionen Dollar sowie einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von über 96 Millionen Dollar.
OpenPayd erwartet, seine geplante Nasdaq-Notierung bis Ende dieses Jahres abzuschließen. Gleichzeitig bereitet sich das Unternehmen auf den Eintritt in die Vereinigten Staaten vor und prüft weitere Übernahmen. Geschäftsführerin Iana Dimitrova sagte gegenüber CoinDesk, dass sich der Londoner Anbieter von Zahlungsinfrastruktur in der letzten Phase der Prüfung durch die US-Aufsichtsbehörde der geplanten Fusion mit Titan Acquisition Corp. befinde.
Nasdaq-Deal in der letzten Phase
Laut Dimitrova soll die Transaktion noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, sofern es nicht zu einer größeren externen Störung kommt. Dafür müssen unter anderem die Registrierungserklärung wirksam werden und die Titan-Aktionäre zustimmen. Wenn der Deal zustande kommt, geht OpenPayd unter dem Ticker OP an die Börse.
Die Kombination mit Titan hat auf Pro-forma-Basis einen Wert von 1,145 Milliarden Dollar (1 Milliarde Euro). Der Deal kann außerdem bis zu 276 Millionen Dollar (246 Millionen Euro) an Bruttoerlös aus dem Trust-Fonds von Titan bringen, falls öffentliche Aktionäre keine Aktien einreichen. Das verschafft OpenPayd zusätzlichen Spielraum, um die US-amerikanische Expansion zu finanzieren.
US-Markt zieht an
Der Schritt passt zu einer breiteren Verschiebung in den USA, wo die Regeln für Krypto und Stablecoins nach und nach klarer werden. Der GENIUS Act hat einen bundesweiten Rahmen für Payment-Stablecoins geschaffen, während die SEC auch Regeln für bestimmte Krypto-Assets vorgeschlagen hat. Für Unternehmen wie OpenPayd öffnet das die Tür für den Verkauf von Zahlungsinfrastruktur an Anbieter, die traditionelle Finanzdienstleistungen mit Blockchain-Netzwerken verbinden.
OpenPayd hat bereits Integrationen mit dem Circle Payments Network und mit dem Payments Network von Fireblocks. Das Unternehmen sagt, dass es Kunden Zugang zu Konten, Devisenhandel sowie inländischen und internationalen Zahlungen bietet, plus Infrastruktur, um zwischen traditionellen Währungen und Stablecoins zu wechseln. Zu den Nutzern zählt es unter anderem die Krypto-Börse Kraken, den Market Maker B2C2 und die Handelsplattform OKX.
Auch andere Zahlungsunternehmen setzen auf denselben Markt. Citi verknüpft Stablecoin-Zahlungen mit Coinbase zeigt, wie traditionelle Banken und Krypto-Infrastruktur in den USA immer häufiger zusammenfinden.
Lizenzen und Übernahmen
Ein wichtiger Schritt in Richtung US-Start war die Übernahme von MSB USA Inc. im vergangenen Monat. Damit fielen 43 Money-Transmitter-Lizenzen in 43 Bundesstaaten unter die OpenPayd-Gruppe. Das erweitert die Abdeckung des Unternehmens in den USA deutlich und erleichtert es, dort Dienstleistungen auszurollen.
OpenPayd prüft außerdem weitere Übernahmen, die Lizenzen oder Technologie hinzufügen. Dimitrova sagte, das Unternehmen kaufe lieber zu, als alles von Grund auf neu aufzubauen, vor allem wenn sich dadurch der Rollout beschleunigen lasse. Zudem erwägt das Unternehmen vor der Fusion eine Privatplatzierung, um Wachstum zu finanzieren.
Die Zahlen zeigen, dass OpenPayd bereits kräftig wächst. Laut einer Investorenpräsentation lag der Umsatz im Jahr bis zum 30. April 2026 bei 73 Millionen Dollar (65 Millionen Euro), nach 57 Millionen Dollar (50,8 Millionen Euro) ein Jahr zuvor. Das EBITDA betrug 13 Millionen Dollar (11,6 Millionen Euro) und der Nettoverlust 2,8 Millionen Dollar (2,5 Millionen Euro), vollständig verursacht durch einmalige Transaktionskosten rund um die geplante Kombination. In einem späteren Update meldete das Unternehmen außerdem, dass der jährlich wiederkehrende Umsatz über 96 Millionen Dollar (85,5 Millionen Euro) lag und das annualisierte Transaktionsvolumen über 300 Milliarden Dollar (267 Milliarden Euro) erreichte.