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Polymarket wegen falscher Wetten zur Wachstumsförderung unter Beschuss

Eine Untersuchung legt nahe, dass Polymarket in Promo-Videos Fake-Wetten eingesetzt hat, um das Wachstum zu beschleunigen. Die Enthüllung könnte die geplante Expansion in den USA unter Druck setzen.

Polymarket wegen falscher Wetten zur Wachstumsförderung unter Beschuss

Wichtigste Erkenntnisse

  • Polymarket wird beschuldigt, in Marketingvideos falsche Wetten eingesetzt zu haben, um das Wachstum zu pushen.
  • Laut dem Wall Street Journal waren rund 1,9 Millionen Dollar an gezeigten Wetten in mehr als tausend Videos nicht echt.
  • Der Skandal könnte beeinflussen, wie Aufseher Polymarkets Onshore-Pläne bewerten.

Polymarket, eine Plattform, die für ihre auf Blockchain basierenden Prediction Markets bekannt ist, wird beschuldigt, falsche Wetten eingesetzt zu haben, um das Wachstum zu pushen. Eine Recherche des Wall Street Journal hat ergeben, dass rund 1,9 Millionen Dollar an Wetten, die in mehr als tausend Videos gezeigt wurden, nicht echt waren. Diese Fake-Wetten wurden auf nachgebauten Versionen der Website präsentiert und sollten vor allem US-amerikanische Nutzer anlocken.

So liefen die falschen Wetten ab

Die echten Wetten auf Polymarket werden über die Polygon-Blockchain abgewickelt und in USDC abgerechnet. Märkte werden über ein permissionless Oracle von UMA aufgelöst, wobei jeder Ergebnisse vorschlagen oder anfechten kann, indem er eine Sicherheitsleistung von 750 Dollar hinterlegt. Alle Positionen sind öffentlich einsehbar und überprüfbar.

Die Marketingaktion lief allerdings komplett außerhalb dieser transparenten Blockchain ab. Die Recherche zeigte, dass etwa 70% der angesehenen Videos Wetten zeigten, die nicht echt waren. In einigen Clips war zum Beispiel zu sehen, wie ein Creator 100.000 Dollar mit einer Wette auf eine Aussage von Trump gewann, obwohl diese Aussage nie öffentlich gemacht wurde. Viele dieser Videos wurden auf Fake-Websites aufgenommen, die die echte Seite nachahmten.

Die Macher dieser Inhalte, oft Studenten, verdienten ein paar tausend Dollar im Monat und wurden angewiesen, ihre Zahlungen nicht offenzulegen. Eine Marketingagentur verbreitete die Videos, die zusammen mehr als 140 Millionen Views erzielten. Dieses Muster wirft Fragen zur Glaubwürdigkeit der Plattform auf, gerade angesichts früherer Vorfälle, die das Vertrauen der Nutzer belastet haben.

Regulatorischer Kontext und Auswirkungen

Die Enthüllungen kommen für Polymarket zu einem heiklen Zeitpunkt. 2022 bekam das Unternehmen eine Geldstrafe von 1,4 Millionen Dollar von der US Commodity Futures Trading Commission (CFTC), weil es eine nicht registrierte Handelsplattform betrieben hatte. Danach sperrte Polymarket US-Nutzer bis Ende 2025 und strukturierte sich in Panama um.

Inzwischen hat Polymarket in den USA einen regulierten Marktzugang erhalten und will seine Exchange onshore bringen. Gleichzeitig hat die Plattform Maßnahmen ergriffen, um VPN-Zugänge zu blockieren und strengere Identitätsprüfungen einzuführen, auch weil sie in mehr als dreißig Ländern, darunter Spanien und Indien, blockiert wurde.

Das passt zu einem breiteren Trend, bei dem Handelsplattformen ihr Angebot ausweiten. So bauen große Anbieter ihre Dienste mit neuen Produkten aus, um Nutzer länger zu binden und mehr Volumen auf der Plattform zu halten, wie etwa Krypto-Börsen, die um Aktien und Rohstoffe erweitert werden.

Der Skandal um die falschen Wetten könnte Einfluss darauf haben, wie Aufseher die Onshore-Pläne von Polymarket bewerten. Das Unternehmen hat angekündigt, seine Werbeinhalte zu prüfen, was in der nächsten Phase des Wettbewerbs im Bereich Prediction Markets eine Rolle spielen dürfte.

Relevanz für europäische Krypto-Nutzer

Auch wenn sich die Fake-Wetten vor allem an US-Nutzer richteten, kann der Fall auch für europäische Krypto-Nutzer relevant sein. Die Sache zeigt, wie wichtig Transparenz und Compliance bei blockchainbasierten Plattformen sind, gerade jetzt, wo Prediction Markets weltweit immer beliebter werden. Europäische Aufseher verfolgen solche Entwicklungen genau, was auf strengere Regulierung und mehr Kontrolle bei ähnlichen Diensten in Europa hindeuten könnte.


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