Polymarket beantragt in den USA Erlaubnis für Margin Trading
Der Antrag bei der NFA und der CFTC soll Polymarket helfen, in die USA zurückzukehren, wo Margin Trading auf Prediction Markets politisch heikel bleibt.

Wichtigste Erkenntnisse
- Polymarket hat in den USA einen Antrag gestellt, um amerikanischen Nutzern Margin Trading anzubieten.
- Dafür braucht das Unternehmen die Zustimmung der National Futures Association und der CFTC.
- Die Aufsichtsbehörde und einige Senatoren diskutieren über Risiken, Manipulation und die Regulierung von Prediction Markets.
Polymarket hat in den USA einen Antrag eingereicht, um amerikanischen Nutzern Margin Trading anzubieten. Für die Prediction-Market-Plattform ist das ein weiterer Schritt auf dem Weg zurück in den US-Markt. Sollten die Aufsichtsbehörden die nötigen Regeln anpassen, könnten Nutzer Positionen künftig mit geringerem Kapitaleinsatz eröffnen.
Lizenzantrag in den USA
Laut Bloomberg hat der US-Ableger von Polymarket, Coming Home GBA LLC, bei der National Futures Association einen Antrag auf eine Futures-Commission-Merchant-Lizenz gestellt. Zusätzlich benötigt das Unternehmen die Zustimmung der Commodity Futures Trading Commission, kurz CFTC, für Änderungen an den eigenen Regeln, damit Handel ohne vollständige Besicherung möglich wird.
Prediction Markets wie Polymarket und Kalshi ermöglichen Nutzern Ja-oder-Nein-Positionen auf Ereignisse, etwa zu Wetter, Sport oder Wahlen. Margin Trading ist an klassischen Märkten üblich, gilt in diesem Segment des Kryptomarkts aber als sensibler, weil Positionen mit weniger eigenem Kapital aufgebaut werden können. Kalshi hat im März bereits die Erlaubnis erhalten, Margin Trading anzubieten. Auch der breitere Sektor steht unter Beobachtung: Goldman Sachs beschränkt Mitarbeiter bei Kalshi und Polymarket wegen Compliance-Risiken auf Sport- und Entertainment-Wetten.
Aufsicht bleibt im Fokus
Der Antrag fällt in eine Phase, in der die CFTC Prediction Markets deutlich genauer prüft. Die Behörde hat öffentlich um Stellungnahmen zur Regulierung von Event Contracts gebeten und dabei unter anderem Grundprinzipien, das öffentliche Interesse und mögliche Manipulationsrisiken in den Blick genommen.
Parallel dazu haben die Senatoren John Hickenlooper und Jack Reed die CFTC aufgefordert, Margin Trading auf Prediction Markets zu untersagen. Nach ihrer Einschätzung könnten solche Konstruktionen Anleger stärkeren Risiken aussetzen und staatliche Glücksspielregeln unterlaufen.
Die CFTC verweist dagegen darauf, dass sie die alleinige Zuständigkeit für Prediction Markets habe und diese auch einen legitimen wirtschaftlichen Zweck erfüllen könnten, etwa im Risikomanagement. Für europäische Krypto-Interessierte ist die Debatte ebenfalls relevant, weil sie Hinweise darauf geben dürfte, wie Aufsichtsbehörden in großen Märkten mit neuen Handelsformen rund um Events und Derivate umgehen.
Polymarket will Vertrauen zurückgewinnen
Polymarket hat den Antrag mit einer Marketingkampagne verknüpft, die das Unternehmen am Mittwoch angekündigt hat. Damit will es politische Entscheidungsträger, Aufsichtsbehörden und potenzielle Nutzer von der Zuverlässigkeit der Plattform überzeugen. Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil das Unternehmen vor vier Jahren zugestimmt hat, keine US-Kunden mehr zu bedienen, nachdem es sich mit der CFTC auf eine Zahlung von 1,4 $ Millionen (1,2 € Millionen) geeinigt hatte.
Der Zeitpunkt legt nahe, dass Polymarket nicht nur Marktanteile zurückholen will, sondern auch formell Zugang zu einem strenger regulierten Umfeld sucht. Wie schnell dieser Weg offen ist, hängt von der Zustimmung mehrerer Stellen und von der grundsätzlichen Haltung der CFTC gegenüber Margin Trading in Prediction Markets ab.