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INTERPOL deckt Krypto-Waschnetzwerk hinter Romance-Scams auf

Während der Operation First Light 2026 nahm INTERPOL in 97 Ländern Tausende Verdächtige fest. In Thailand lief über eine Wallet mit Cross-Chain-Swaps mehr als 122,5 Millionen US-Dollar an kriminellen Erträgen.

INTERPOL deckt Krypto-Waschnetzwerk hinter Romance-Scams auf

Wichtigste Erkenntnisse

  • INTERPOL hat im Rahmen der Operation First Light 2026 ein Krypto-Waschnetzwerk aufgedeckt, das mit Romance-Scams in Verbindung stehen soll.
  • In Thailand wurden zwei Verdächtige festgenommen. Eine Wallet eines 20-Jährigen soll innerhalb von zehn Monaten mehr als 122,5 Millionen US-Dollar an kriminellen Erträgen verarbeitet haben.
  • Die weltweite Aktion in 97 Ländern führte zu 5.811 Festnahmen, der Sicherstellung von rund 293 Millionen US-Dollar und dem Einfrieren von 31.014 Bankkonten.

INTERPOL hat bei einer internationalen Großaktion ein Krypto-Waschnetzwerk offengelegt, das nach Angaben der Ermittler mit Romance-Scams verknüpft war. In Thailand nahm die Polizei zwei Verdächtige fest. Zudem soll eine Wallet eines 20-jährigen Verdächtigen innerhalb von zehn Monaten mehr als 122,5 Millionen US-Dollar (107 Millionen Euro) an kriminellen Erträgen verarbeitet haben.

Weltweite Aktion in 97 Ländern

Die Operation First Light 2026 lief vom 15. Januar bis zum 30. April und richtete sich gegen Social-Engineering-Betrug sowie gegen die Geldflüsse, die solche Maschen überhaupt erst möglich machen. Nach Angaben von INTERPOL umfasste der Einsatz 97 Länder und Gebiete. Dabei kam es zu 5.811 Festnahmen und zur Sicherstellung von rund 293 Millionen US-Dollar (256 Millionen Euro) an illegalen Erträgen.

Die Ermittler identifizierten mehr als 142.000 Opfer und froren 31.014 Bankkonten ein, die mit Betrugsfällen in Verbindung stehen sollen. Außerdem wurden 23.715 Fälle aufgeklärt und die Behörden gaben 99 Notices und Diffusions heraus. INTERPOL beschreibt Social-Engineering-Scams als grenzüberschreitende Bedrohung, die Privatpersonen, Unternehmen und staatliche Stellen gleichermaßen treffen kann.

Krypto als Waschschicht

In Thailand setzten die Verdächtigen Cross-Chain Token Swaps ein, um die Spur zwischen Blockchains zu verwischen. Das fügt sich in einen breiteren Trend ein, bei dem Kriminelle Krypto nutzen, um Geldströme schneller über Ländergrenzen hinweg zu bewegen und Ermittlungen zu erschweren. Auch Phishing und Fake-Airdrops bleiben dabei ein häufiger Einstiegspunkt für solche Betrugsmaschen, wie ein jüngster Angriff auf einen HyperSwap-Nutzer zeigt.

Die Operation macht zugleich deutlich, wie wichtig internationale Zusammenarbeit in solchen Fällen ist. In Singapur und Oman stoppten die Behörden mit I-GRIP eine Überweisung über 6,6 Millionen US-Dollar (5,8 Millionen Euro), die mit einem Business-Email-Compromise-Scam in Verbindung stehen soll. In Eswatini wurden zudem 82 Menschen in einem Netzwerk rund um illegales Glücksspiel, Geldwäsche und Impersonation-Scams festgenommen.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Nutzer ist vor allem relevant, dass Betrug immer häufiger mehrere Länder, Zahlungswege und Blockchains gleichzeitig einbezieht. Das erschwert die Ermittlungen, erhöht aber zugleich den Druck auf Polizei, Aufsichtsbehörden und Kryptounternehmen, verdächtige Geldströme schneller zu erkennen und zu unterbinden. Der Fall zeigt, dass Krypto in Betrugsfällen nicht nur als Zahlungsmittel dient, sondern auch als technische Ebene, die Kriminelle gezielt ausnutzen wollen.


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