Polymarket treibt Comeback in den USA voran
Nach einem CFTC-Vergleich und früheren Untersuchungen versucht die Prognoseplattform über Sport, Medien und Influencer, im US-Markt wieder Vertrauen aufzubauen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Polymarket startet in den USA eine breite Aufholkampagne, um Aufseher, Politiker und Nutzer von seiner Zuverlässigkeit zu überzeugen.
- Die Plattform setzt auf Influencer, Sportteams, die MLB sowie Medien wie CNBC und CNN, um ihre Reichweite auszubauen.
- Zuvor hatte Polymarket einen CFTC-Vergleich über 1,4 Millionen Dollar und spätere Ermittlungen hinter sich, darf inzwischen aber wieder in den USA aktiv sein.
Polymarket hat in den Vereinigten Staaten eine umfassende Kampagne gestartet, um Aufseher, Politiker und Nutzer von der Stabilität der Plattform zu überzeugen. Der von Krypto geprägte Prognosemarkt, der im vergangenen Jahr über die Übernahme von QCEX und später mit einer mobilen Trading-App in den US-Markt zurückkehrte, will sich damit klarer von früheren rechtlichen Konflikten abgrenzen und zugleich seine Sichtbarkeit erhöhen.
Kampagne mit Sport und Medien
Laut Associated Press arbeitet Polymarket in den USA mit Social-Media-Influencern zusammen, um Inhalte zu entwickeln, die auf TikTok und anderen Plattformen Reichweite erzeugen. Darüber hinaus hat das Unternehmen Partnerschaften mit großen Sportteams, der Major League Baseball sowie Medienhäusern wie CNBC und CNN geschlossen. Ziel ist es, die eigene Präsenz über Krypto- und Event-Trading hinaus deutlich zu verbreitern.
Auffällig ist dabei das Timing, denn Polymarket stand in den vergangenen Jahren gerade wegen seiner Marktaktivitäten unter Beobachtung. Im Januar 2022 einigte sich das Unternehmen mit der CFTC auf einen Vergleich über 1,4 $ Millionen (1,2 € Millionen), nachdem die Aufsicht erklärt hatte, dass nicht registrierte event-based derivatives angeboten worden seien und US-Kunden hätten ausgeschlossen werden müssen.
Schwerer Rucksack aus früheren Jahren
Später kam es Ende 2024 zu einer Razzia im Haus von CEO Shayne Coplan im Zusammenhang mit einer Untersuchung, ob Dienste für US-Nutzer möglicherweise fortgeführt wurden. Die Ermittlungen des US-Justizministeriums und der CFTC wurden später ohne neue Anklagen eingestellt, wodurch Polymarket wieder mehr Spielraum für Aktivitäten in den USA erhielt.
Mit der aktuellen Kampagne soll diese Entwicklung nun auch nach außen sichtbar werden. U.S. operations chief Dan Lee sagte gegenüber AP, dass die internationalen Aktivitäten mitunter verdeckten, wie viel Fortschritt das Unternehmen in den USA bereits gemacht habe. Nach seiner Einschätzung kann der aktuelle Ansatz dazu beitragen, Polymarket mehr Akzeptanz zu verschaffen.
Auch der breitere Sektor bleibt von rechtlichen und politischen Debatten geprägt. So geht der Streit um Prediction Markets in den USA in Fällen wie der Klage von Kentucky gegen Kalshi und Polymarket weiter, in der Staaten und Plattformen darüber streiten, wer die Aufsicht übernehmen darf.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Anleger zeigt dieses Comeback, wie schnell eine Plattform mit belasteter regulatorischer Vorgeschichte wieder Zugang zu einem großen Markt suchen kann. Gleichzeitig macht der Fall deutlich, wie wichtig Transparenz bei Werbung, Lizenzen und der Zusammenarbeit mit Aufsehern bleibt, gerade weil Prognosemärkte immer häufiger an der Schnittstelle von Krypto, Sport und Medien stattfinden.