Google blockiert Chrome-Erweiterungen für Prediction Markets
Chrome-Erweiterungen für Echtgeld-Trading verschwinden aus dem Web Store, während Google in Finance ausgerechnet Daten von Kalshi und Polymarket anzeigt. Der Schritt trifft einen wichtigen Vertriebskanal, während Prediction Markets unter Druck von Aufsichtsbehörden stehen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Google verbietet Chrome-Erweiterungen, die Trades mit echtem Geld auf Prediction Markets ermöglichen.
- Die neuen Regeln für den Chrome Web Store werden ab dem 1. August 2026 durchgesetzt und könnten Erweiterungen von Polymarket und Kalshi betreffen.
- Google bindet zwar Prediction-Market-Daten in Google Finance ein, schränkt die Handelsfunktion über Erweiterungen aber ein.
Google untersagt künftig Chrome-Erweiterungen, über die sich Trades mit echtem Geld auf Prediction Markets ausführen lassen. Die neuen Vorgaben für den Chrome Web Store greifen ab dem 1. August 2026 und dürften Anbietern wie Polymarket und Kalshi einen zusätzlichen Vertriebskanal nehmen, ausgerechnet in einer Phase, in der die Branche Rekordvolumen verzeichnet.
Neue Regeln in Chrome
Google hat die Änderung am 1. Juli im Chrome for Developers-Blog angekündigt. In den überarbeiteten Developer Program Policies werden Prediction Markets nun ausdrücklich als verbotene Produkte im Rahmen der Regeln für regulierte Waren und Dienstleistungen aufgeführt. Erweiterungen, die diese Vorgaben nicht erfüllen, können nach Ablauf der Frist entfernt werden.
Die Anpassung geht über klassisches Event-Trading hinaus. Entwickler dürfen künftig nur noch Daten erheben, die für einen klar definierten Einzelfall zwingend erforderlich sind, und müssen jede Nutzung transparent offenlegen. Auch Änderungen bei der Datennutzung müssen separat gemeldet werden. Google verweist bei der Verschärfung zudem auf Tools, die Schutzmechanismen in KI-Diensten umgehen sollen.
Konflikt mit eigenen Produkten
Bemerkenswert ist, dass Google gleichzeitig selbst Prediction-Market-Daten in Google Finance einbindet. Seit November 2025 zeigt der Dienst Daten von Kalshi und Polymarket an, während der Handel über Erweiterungen nun eingeschränkt wird. Damit erhöht Google zwar die Sichtbarkeit des Segments, begrenzt aber den Zugang zur Handelsfunktion in Chrome.
Für die Branche ist das relevant, weil Chrome-Erweiterungen für viele Nutzer einen besonders einfachen Einstieg bieten. Websites und mobile Apps bleiben zwar weiterhin verfügbar, doch ein wichtiger Vertriebskanal fällt weg. Das dürfte vor allem in Europa und den USA Beachtung finden, wo Marktteilnehmer genau verfolgen, wie große Plattformen den Zugang zu Krypto- und ereignisbezogenen Produkten zunehmend eingrenzen.
Mehr Druck auf Prediction Markets
Die Maßnahme kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Prediction Markets ohnehin stärker unter Beobachtung stehen. Laut Dune-Daten erreichte das kombinierte monatliche Notional-Volumen am 22. Juni 291,38 $ Milliarden (256 € Milliarden). Gleichzeitig nehmen die Einschränkungen zu: Argentinien blockierte Polymarket im März landesweit, woraufhin Google und Apple die Apps für argentinische Nutzer entfernen mussten.
Auch in den USA bleibt die Lage juristisch umstritten. Die CFTC verteidigt die Branche vor Gericht in Verfahren rund um staatliche Maßnahmen gegen Prediction Markets, darunter Fälle in Kentucky, New York und Wisconsin. Kalshi ist in den USA als Designated Contract Market unter CFTC-Registrierung aktiv, während die American Gaming Association Prediction Markets eher als unreguliertes Glücksspiel einordnet. Dadurch wird die Debatte nicht nur technisch, sondern auch regulatorisch zunehmend schärfer.
Der Streit um Prediction Markets in den USA wirkt sich auch auf anderen Ebenen aus. Kalshi versucht dort derzeit, seine Position mit einer breiter angelegten Comeback-Kampagne unter CFTC-Aufsicht zu stärken, während der juristische und politische Druck auf das Segment bestehen bleibt.