Riksbank will e-Krona wegen Stablecoins wieder auf den Tisch bringen
Die schwedische Zentralbank befürchtet, dass Stablecoins und der digitale Euro die Krone aus dem Zahlungsverkehr verdrängen könnten. Eine e-Krona soll digitales Zentralbankgeld und Offline-Zahlungen ermöglichen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die schwedische Riksbank will, dass Gesetzgeber angesichts des Aufkommens ausländischer Stablecoins und des digitalen Euro erneut über eine e-Krona nachdenken.
- Die Zentralbank sieht eine e-Krona als digitales Zentralbankgeld, das die Position der Krone im Zahlungsverkehr schützen kann.
- In Schweden wird immer weniger Bargeld genutzt, während die Riksbank eine e-Krona auch als Notfalloption bei Störungen sieht.
Die schwedische Zentralbank will, dass Gesetzgeber erneut über eine digitale Krone nachdenken, da ausländische Stablecoins und ein geplanter digitaler Euro die Rolle der Krone im Zahlungsverkehr verkleinern könnten. Die Riksbank sieht eine e-Krona als Möglichkeit, der Öffentlichkeit Zugang zu digitalem Zentralbankgeld zu geben und die Position der Landeswährung im Zahlungsverkehr zu schützen.
Neuer Druck auf den Zahlungsverkehr
Laut der Riksbank geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Zugang und Kontrolle. Wenn Bargeld weiter verschwindet und schwedische Kronen nicht in einer nutzbaren digitalen Form verfügbar sind, könnte die Krone nach Einschätzung von Vizegouverneur Per Jansson schwerer mit anderen, bequemeren digitalen Zahlungsmitteln konkurrieren, die auch grenzüberschreitend funktionieren.
Die Zentralbank bezieht noch keine endgültige Position zur Ausgabe, will aber, dass Gesetzgeber schon jetzt mit Gesetzgebung beginnen. Der Prozess würde nach Angaben der Riksbank mindestens fünf Jahre dauern. Das macht die Debatte aktuell, auch wenn eine staatliche Untersuchung im Jahr 2023 noch zu dem Schluss kam, dass es damals zu wenig gesellschaftlichen Bedarf für eine e-Krona gab.
Bargeld verschwindet schnell
Die Riksbank verknüpft die erneute Debatte mit dem schnellen Rückgang der Bargeldnutzung in Schweden. Nur 5% der befragten Schweden nutzten Bargeld für ihren letzten Einkauf, wie aus Daten hervorgeht, die in dem Bericht zitiert werden. Weniger Nutzung der Krone im alltäglichen Zahlungsverkehr kann es für die Zentralbank schwieriger machen, die Wirtschaft zu steuern und die Finanzstabilität zu wahren.
Hinzu kommt, dass die Riksbank eine e-Krona auch als Backup bei Stromausfällen oder Störungen in Telekommunikationsnetzen sieht. Offline-Zahlungen gehören zu den möglichen Funktionen, was die Währung auch als Notfalloption außerhalb des normalen Online-Zahlungsverkehrs relevant macht.
Europäischer Kontext spielt mit hinein
Die Debatte steht nicht losgelöst von Europa. Die Europäische Zentralbank arbeitet weiter am digitalen Euro, der möglicherweise 2029 starten könnte, wenn EU-Gesetzgeber die Regeln genehmigen. Die Riksbank sagt, dass Schweden sogar auf dieser Infrastruktur aufbauen könnte, was zeigt, wie eng nationale und europäische Pläne für digitales Geld inzwischen miteinander verflochten sind. Auch anderswo in Europa wächst der Druck, digitale Zahlungsformen zu regulieren; ein Euro-Stablecoin mit Banklizenz zeigt, wie schnell sich dieser Markt entwickelt.