RWA überholt DeFi als führender Web3-Sektor für Founder
Ein Bericht von Proof of Talk zeigt, dass 29% der Web3-Startups auf tokenisierte Assets setzen, während DeFi auf 23% zurückfällt. Auch Investoren entscheiden sich häufiger für RWA und Eigenkapital statt für reine Token-Finanzierung.

Wichtigste Erkenntnisse
- Real-world assets und Tokenization sind 2026 der wichtigste Sektor für Web3-Founder und haben DeFi überholt.
- Im Bericht entfielen 29% der Anmeldungen auf RWA und Tokenization, gegenüber 23% auf DeFi.
- Bei 92% der befragten Fonds hatten RWA und Tokenization Priorität, während Web3-Startups häufiger nach Eigenkapitalfinanzierung suchen.
Real-world assets (RWA) und Tokenization haben sich 2026 zum wichtigsten Themenfeld für Web3-Founder entwickelt und damit DeFi hinter sich gelassen. Das zeigt ein neuer Bericht von Proof of Talk, der auf mehr als 200 Bewerbungen für Proof of Pitch 2026 sowie auf einer Umfrage unter 13 aktiven Web3-Venturefonds basiert. Die Daten deuten darauf hin, dass sich sowohl Founder als auch Investoren zunehmend an Anwendungen orientieren, die näher an klassischen Finanzmärkten liegen.
RWA zieht die meiste Aufmerksamkeit auf sich
Laut dem Bericht entfielen 29% der Anmeldungen auf RWA und Tokenization. DeFi kam auf 23%, während decentralized AI bei 11% lag. Die Autoren sehen den Aufstieg tokenisierter Assets als das deutlichste Signal in ihrem Datensatz.
Bemerkenswert ist diese Verschiebung auch deshalb, weil DeFi in früheren Marktphasen besonders viel Aufmerksamkeit von Foundern auf sich gezogen hat. Inzwischen rückt stärker in den Vordergrund, finanzielle Assets, Kreditmärkte und Zahlungen on-chain abzubilden. Das fügt sich in einen breiteren Trend innerhalb der Kryptobranche ein, in dem Projekte weniger auf reine Spekulation und stärker auf konkrete Anwendungsfälle ausgerichtet sind.
Auch auf Investorenseite ist diese Entwicklung klar erkennbar. Von den 13 befragten Fonds nannten 12, also 92%, RWA und Tokenization als Priorität. DeFi und Stablecoins lagen jeweils bei 77%. Wegen der kleinen Stichprobe beschreibt der Bericht vor allem die Richtung des Marktes, nicht die gesamte Gewichtung des Sektors.
Finanzierung wird traditioneller
Der Bericht macht außerdem deutlich, dass Web3-Startups bei der Finanzierung seltener ausschließlich auf Tokens setzen. Nur 5% der Antragsteller suchen eine reine Token-Finanzierung, während 83% in irgendeiner Form Eigenkapital-Exposure anstreben. Auf Investorenseite zeigt sich ein ähnliches Bild: Fast die Hälfte bevorzugt eine Kombination aus Eigenkapital und Tokens, während nur 9% Token-only-Deals unterstützen.
Diese Präferenz für Eigenkapital passt zu einem Markt, in dem mehr Projekte bereits Umsätze erzielen und weniger stark von einem reinen Tokenmodell abhängen. Laut Bericht haben rund 44% der mehr als 200 Antragsteller bereits Umsatz, 7% geben sogar Profitabilität an. Gleichzeitig befindet sich mit 89% der Großteil der Gruppe noch in der Pre-Seed- oder Seedphase.
Was das für Web3 bedeutet
Für europäische Krypto-Nutzer ist das relevant, weil sich daran zeigt, wie Web3 immer stärker in bestehende Finanzinfrastrukturen hineinwächst. Die Tokenisierung echter Assets kann eine Brücke zwischen traditionellen Märkten und der Blockchain schlagen, bleibt aber ein Bereich, in dem Umsetzung, Regulierung und Produktstruktur besonders wichtig sind. Der zunehmende Fokus auf RWA könnte deshalb auch auf einen reiferen Kryptomarkt hindeuten, in dem Kapital häufiger in praktische Anwendungen fließt als in einzelne Token-Narrative. In eine ähnliche Richtung gehen auch neue Marktmodelle wie Vorhersagemärkte, die Blockchain-Infrastruktur immer öfter mit klassischen Anwendungsfällen verbinden.