Finst

Samsung bringt Stablecoin-Support auf 800 Millionen Smartphones

Samsung Wallet erhält Stablecoin-Funktionen auf 800 Millionen Geräten, während der Konzern über Dunamu auch in die Infrastruktur dahinter investiert. In Südkorea arbeitet die Gesetzgebung für Emission und Aufsicht noch an einem Rahmen.

Samsung bringt Stablecoin-Support auf 800 Millionen Smartphones

Wichtigste Erkenntnisse

  • Samsung rollt Stablecoin-Support standardmäßig auf 800 Millionen neue Smartphones über Samsung Wallet aus.
  • Die Integration soll den Zugang zu Stablecoins vereinfachen, ohne dass eine separate Krypto-App oder ein Exchange-Account nötig ist.
  • Parallel verknüpft Samsung den Wallet-Ausbau mit Investitionen in Dunamu und eine breitere digitale-Asset-Infrastruktur.

Samsung integriert Stablecoin-Support standardmäßig auf 800 Millionen neue Smartphones. Der südkoreanische Konzern macht damit einen deutlichen Schritt hin zu einer größeren Rolle bei der Verbreitung von Krypto. Nach Einschätzung von Beteiligten könnte die Einbindung in Samsung Wallet eine der größten Hürden für eine breitere Nutzung senken: Stablecoins wären dann erreichbar, ohne dass dafür eine separate Krypto-App oder ein Exchange-Account erforderlich ist.

Wallet als Vertriebskanal

Samsung baut Krypto-Funktionen schon seit Längerem in sein Ökosystem ein. Die digitale Asset-Wallet wurde 2019 über Knox eingeführt, den hardwareisolierten Vault mit Zugriff per Fingerabdruck oder PIN. Über die Wallet lassen sich Krypto-Assets wie Bitcoin, Ether und Tron speichern und verwalten. Außerdem kann sie externe Hardware-Wallets wie Ledger's Nano S und Nano X mit einem Galaxy-Gerät verbinden.

Während Galaxy Unpacked 2026 erklärte Samsung, dass die Erweiterung von Samsung Wallet neben Stablecoin-Funktionen auch fiat-gebundene Spar- und Zahlungskonten umfasst. Eine Prognose zur tatsächlichen Nutzung nannte das Unternehmen nicht, ebenso wenig wie Zahlen dazu, wie viele Nutzer die bestehenden Krypto-Funktionen bereits verwenden. Produktmanager Lee Dinham sagte jedoch, Samsung Wallet komme in Südkorea auf fast 19 Millionen Nutzer und sei in 61 Ländern verfügbar.

Laut Joseph Goh von Areta ist in diesem Markt vor allem der Vertrieb der knappe Faktor. Er sieht Samsung als potenziell dominanten Distributor von Stablecoins wie USDC. Auch Ben Nadareski von Solstice wertet den Schritt als Hinweis darauf, dass Krypto-Anwendungen näher an den Alltag im Zahlungsverkehr rücken, weil Stablecoins in einer App landen, die viele Menschen bereits für Karten und Checkout nutzen.

Mehr als nur eine Wallet

Der Wallet-Rollout steht nicht isoliert da. Im Q2-Earnings-Call sagte Samsung-SDS-Chef Lee Jun-hee, die Beteiligung an Dunamu, dem Betreiber der Krypto-Exchange Upbit, sei eine strategische Investition, um in die digitale Asset-Infrastruktur einzusteigen, einschließlich Stablecoins und KI-gestützter Zahlungen. Im Mai vereinbarten drei Samsung-Affiliates, gemeinsam einen Anteil von 4 Prozent an Dunamu für 408 $ Millionen (354 € Millionen) zu übernehmen.

Goh sieht genau in dieser Kombination den Kern der Strategie: Die Wallet übernimmt den Vertrieb, während SDS und Dunamu die Infrastruktur im Hintergrund bereitstellen sollen. Samsung setzt damit offenbar nicht nur auf eine nutzerfreundliche Oberfläche, sondern auch auf die technische Ebene, die Zahlungen und Abwicklung überhaupt erst möglich macht.

Warum das relevant ist

Für europäische Krypto-Interessierte ist das vor allem deshalb relevant, weil Stablecoins zunehmend in bestehende Verbraucherprodukte eingebettet werden, statt nur auf separaten Krypto-Plattformen zu laufen. Das dürfte auch für die Frage wichtig sein, wie Wallets, Zahlungs-Apps und Exchanges in den kommenden Jahren zueinander stehen. Zugleich zeigt der Schritt, dass Regulierung und Infrastruktur weiter eine zentrale Rolle spielen, denn Südkorea arbeitet noch an einem gesetzlichen Rahmen für Trading, Custody, Aufsicht und Stablecoin-Emission.

Im April legte Südkorea einen Entwurf des Digital Asset Basic Act vor, doch ein Zeitplan für die Genehmigung oder Einführung neuer Regeln steht noch aus. Vor diesem Hintergrund fällt Samsungs Timing auf, zumal der Konzern bereits auf die Kombination aus Wallet-Vertrieb und Infrastruktur über Dunamu setzt, während der rechtliche Rahmen noch in Entwicklung ist.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.