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Visa, Mastercard und Coinbase nehmen Sorgen um Open USD den Wind aus den Segeln

Coinbase, Visa und Mastercard stellen klar, dass Open USD vor allem eine zusätzliche Zahlungsrail ist. USDC, USDT und PYUSD bleiben weiter Teil der Strategie, was den Wettbewerb unter Stablecoin-Emittenten verschärfen dürfte.

Visa, Mastercard und Coinbase nehmen Sorgen um Open USD den Wind aus den Segeln

Wichtigste Erkenntnisse

  • Coinbase betont, dass die Beziehung zu Circle unverändert ist und das Unternehmen das USDC-Ökosystem weiter ausbauen will.
  • Visa und Mastercard verstehen sich als Multi-Coin-Anbieter und sehen Open USD eher als zusätzliche Zahlungsrail denn als Ersatz für USDC.
  • Große Zahlungsnetzwerke behandeln Stablecoins zunehmend als Zahlungsinfrastruktur und immer weniger als Nischenprodukt.

Der Start von Open USD hatte im vergangenen Monat für Unruhe rund um Circle und den USDC gesorgt. Die wichtigsten Unternehmen hinter dem Projekt versuchen diese Interpretation nun jedoch einzuordnen. Führungskräfte von Coinbase, Visa und Mastercard sagen, dass sie weiterhin mehrere Stablecoins unterstützen wollen und Open USD vor allem als zusätzliche Zahlungsrail betrachten, nicht als direkten Ersatz für USDC.

Der Markt hat den Start offenbar überinterpretiert

Als Open Standard Open USD ankündigte, wurde die Unterstützung durch Coinbase, Visa und Mastercard schnell als direkter Angriff auf Circle und den 72 $ Milliarden (62,5 € Milliarden) schweren USDC-Stablecoin gewertet. In der Folge verlor die Circle-Aktie Milliarden an Börsenwert und rutschte zeitweise um 20 Prozent ab, ohne sich seitdem vollständig zu erholen.

Die Reaktion zeigt, wie schnell sich der Stablecoin-Markt verschiebt. Früher wurde der Sektor vor allem von crypto-nativen Emittenten wie Circle geprägt. Inzwischen drängen auch Banken, Zahlungsnetzwerke und Fintech-Unternehmen in digitale Dollars, weil die Regulierung mehr Spielraum für eine breitere Nutzung schafft. Im Mittelpunkt stehen dabei immer weniger nur die ausgegebenen Tokens, sondern zunehmend die Rails, Exchanges und Finanzplattformen, über die diese Tokens bei den Nutzern ankommen.

Coinbase hält an USDC fest

Bei den Quartalszahlen in der vergangenen Woche sagte Coinbase, dass die Beziehung zu Circle intakt bleibt. CFO Alesia Haas erklärte, das Unternehmen habe die Voraussetzungen bereits erfüllt, um die kommerzielle Vereinbarung mit Circle zu verlängern, und werde das USDC-Ökosystem weiter ausbauen.

CEO Brian Armstrong stellte Coinbase erneut als Multi-Stablecoin-Plattform dar. Nach seiner Einschätzung will die Börse die Stablecoins unterstützen, die Kunden tatsächlich nutzen. Coinbase unterstützt bereits USDC, Tether's USDT und PayPal's PYUSD und sieht Open USD als zusätzliche Quelle für Umsatzchancen.

Visa sendete im eigenen Earnings Call eine ähnliche Botschaft. CEO Ryan McInerney beschrieb das Unternehmen als multi-coin, multi-chain und sagte, Visa helfe Kunden dabei, sich mit den Stablecoins zu verbinden, die tatsächlich an Zugkraft gewinnen. Diesen Ansatz setzte das Unternehmen bereits im vergangenen Monat mit der Visa Stablecoin Platform erstmals praktisch um. Darüber können Banken, Fintechs und Zahlungsanbieter Stablecoins beziehen, speichern, einlösen und bewegen, wobei OUSD als erster unterstützter Token dient.

Auch Mastercard blieb bei dieser Linie. CEO Michael Miebach sagte, das Unternehmen unterstütze bereits USDC, Paxos' Global Dollar Network und weitere Stablecoins und sehe Open USD als einen weiteren Coin, der über das Netzwerk aktiviert werden kann. Er betonte, dass Wahlfreiheit im Zentrum stehe. Zugleich machte er deutlich, dass die Governance nicht von allen mehr als 140 Partnern getragen wird, weil das Projekt sonst nicht vorankäme.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Leser ist vor allem relevant, dass große Zahlungsnetzwerke Stablecoins nicht mehr als Nischenprodukt behandeln, sondern als Infrastruktur für Zahlungen. Das könnte den Wettbewerb zwischen Emittenten, Exchanges und Zahlungsrails weiter verschärfen, auch weil mehrere Akteure gleichzeitig auf denselben Markt zielen. Der Aufstieg von Konsortiumsmodellen wie Open USD zeigt außerdem, dass Stablecoins immer häufiger als gemeinsame Finanzinfrastruktur und nicht nur als einzelne Tokens betrachtet werden.


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