Sandbox und Decentraland: Kommt eine Rückkehr?
Ehemalige Gewinner der Rallye 2021 bis hin zu Milliardenverlusten bei Big Tech – Metaverse-Projekte klingen verlockend, scheitern in der Praxis aber oft.

Von ehemaligen Gewinnern der Rallye 2021 bis zu Milliardenverlusten in Big Tech – Metaverse-Projekte klingen sehr schön, entpuppen sich in der Praxis jedoch oft als Enttäuschung.
Jede Crypto-Zyklus bringt seine eigenen Themen und Trends mit sich, die oft bestimmen, welche Projekte mehr Aufmerksamkeit erhalten als andere. In der Bull-Run 2017 gab es einen starken Fokus auf Initial Coin Offerings (ICOs), eine Methode, um Kapital für neue Kryptowährungsprojekte zu beschaffen, bei der Tokens an Investoren verkauft werden, bevor sie gehandelt werden. In der jüngsten Bull-Run stand die Metaverse im Mittelpunkt, mit Vorreitern wie Sandbox und Decentraland. Heute sind diese Projekte etwas in Vergessenheit geraten – was ist passiert?
Hype um die Metaverse
Der Aufstieg von Trends ist eine Dynamik, die fast niemand vollständig versteht. Unternehmen weltweit investieren enorme Beträge in Forschung und Trendanalysen, um frühzeitig zu erkennen, welche Themen für den Markt relevant sein werden. Ein gutes Beispiel ist Facebook: Das Unternehmen erkannte die Vision der Metaverse und investierte mehr als 100 Milliarden Dollar in die Entwicklung einer eigenen Virtual-Reality-Welt. Mark Zuckerberg war von dieser Idee so überzeugt, dass er das Unternehmen in Meta umbenannte.
Der Metaverse-Trend wurde durch den NFT-Bullrun weiter angeheizt. Dominante Marken und Unternehmen starteten NFT-Kampagnen und erwarben virtuelle Grundstücke in Metaverse-Projekten wie Decentraland und Sandbox. Eine solche institutionelle Durchdringung des Raums und die Mainstream-Akzeptanz von NFTs hatten enorme Auswirkungen auf den Sektor. Interessant ist, dass NFTs wie das erfolgreiche CryptoPunks-Projekt bereits seit 2017 existieren, obwohl ihr Hype erst 2021 zunahm.
Der Kurs stürzte ab
Mit dem Hype um Meta und NFTs wurden Metaverse-Projekte zu den profitabelsten Investitionen von 2021. Decentraland begann bei einem Preis von nur 0,05 USD im August 2020 und stieg innerhalb eines Jahres auf 5,90 USD, was eine Wertsteigerung von über dem 100-fachen bedeutete. Der Preis des Sandbox-Tokens SAND entwickelte sich ähnlich, von rund 0,60 USD bis knapp unter 9 USD.
Das Ende der Bull-Run brachte jedoch einige harte Realitäten mit sich. Es wurde deutlich, dass Menschen doch nicht bereit waren, in einer virtuellen Welt zu leben und zu arbeiten. NFTs erlebten einen erheblichen Rückgang und es gab bislang kaum nennenswerten Preishinweise. Nicht-fungible Tokens, die zuvor Millionen einbrachten, zeigten plötzlich kein Interesse oder Nutzen mehr.
Die Metaverse von Meta erlitt Milliardenverluste und zwang das Unternehmen, seine Strategie zu überdenken. Der Metaverse-Trend kam zum Stillstand und die Preise von Decentraland und Sandbox korrigierten jeweils um 95 bzw. 97 Prozent.
Ist ein Comeback möglich?
2021 erwies sich als absolut zu früh für die Metaverse, aber die Zukunft bleibt offen. Investoren und Unternehmen hofften auf weitere Fortschritte in der Entwicklung der Metaverse und werden bei zukünftigen Investitionen vorsichtiger sein. Blickt man auf die aktuellen Trends, scheint klar: Der Fokus liegt nun stärker auf AI-Token und der Tokenisierung realer Vermögenswerte. Sollte die Metaverse ein Comeback starten, dürfte die Aufmerksamkeit vermutlich auch wieder auf Projekte wie Decentraland und Sandbox fallen, wenn auch gelegentlich in Kombination mit neuen Projekten.
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