SEC skizziert neue Regeln für Krypto-Custody
Der Vorschlag soll Anlageberatern und Fonds mehr Klarheit über Verwahrung, Self-Custody und Prüfregeln für Krypto-Assets geben. Das Timing fällt mit dem Abschied von SEC-Kommissarin Hester Peirce zusammen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die SEC hat einen Vorschlag veröffentlicht, der klarer machen soll, wie Anlageberater und Fonds Krypto verwahren dürfen.
- Der Rahmen soll Regeln für Custody, Verwaltung, Offenlegungen und Prüfanforderungen vorgeben und lässt unter Bedingungen Self-Custody zu.
- Der Vorschlag passt zu einer breiteren Pro-Krypto-Verschiebung innerhalb der SEC und steht 60 Tage lang für öffentliche Rückmeldungen offen.
Die amerikanische SEC hat am Donnerstag einen Vorschlag vorgestellt, der klären soll, wie Anlageberater und Fonds Krypto verwahren dürfen. Laut Vorsitzendem Paul Atkins soll der neue Rahmen einen konformen Weg bieten, wo es zuvor keinen gab. Die alten Regeln seien seiner Ansicht nach vor allem für traditionelle Assets geschrieben worden.
Neue Regeln für die Verwahrung
Der Vorschlag soll klarstellen, welche Parteien Krypto-Assets halten dürfen und wie Berater und regulierte Fonds ihre Verwahrung und bundesweiten Offenlegungen handhaben müssen. Außerdem gibt es zusätzliche Klarstellungen zu üblichen Branchenpraktiken und zu Prüfanforderungen.
Atkins sagte, die bestehenden Custody-Regeln seien einst dazu gedacht gewesen, Kunden-Assets vor Verlust, Diebstahl, Missbrauch und Veruntreuung zu schützen. Seiner Ansicht nach reichen diese Regeln nicht aus, weil sie vor allem auf traditionelle Assets zugeschnitten seien und deshalb nicht gut zu Krypto im 21. Jahrhundert passen.
Die SEC will außerdem unter bestimmten Umständen Self-Custody erlauben. Auch staatlich zugelassene Trusts könnten als Custodian auftreten. Der Vorschlag steht nun 60 Tage lang für öffentliche Rückmeldungen offen.
Breitere Pro-Krypto-Politik
Der Schritt passt zu einer breiteren Verschiebung innerhalb der SEC hin zu klareren Regeln für Krypto. Die Aufsichtsbehörde versucht schon länger, die Anwendung des bundesweiten Wertpapierrechts auf den Kryptomarkt präziser zu fassen, mit mehr Fokus auf klare Rahmen als auf einzelne Durchsetzungsmaßnahmen.
Das macht diesen Vorschlag auch für europäische Krypto-Beobachter relevant. Die US-Regeln für Custody betreffen nicht nur Fonds und Berater in den USA, sondern könnten auch Orientierung dafür geben, wie große Marktteilnehmer weltweit mit Verwahrung, Kontrolle und Berichterstattung von Krypto-Assets umgehen.
Peirce geht diese Woche
Das Timing ist auffällig. Der neue Schritt kommt einen Tag vor dem Abschied von Kommissarin Hester Peirce, die die Crypto Task Force seit dem Start leitete. Sie geht am Freitag und wird Professorin in Virginia, wodurch die Kommission nur noch aus zwei Mitgliedern besteht.
Mit dem Vorschlag zur Custody hat die SEC nach Atkins nun jedes große Thema auf der Krypto-Agenda angegangen, die er zuvor gesetzt hatte.
Zuvor machte die Aufsichtsbehörde auch schon einen Schritt in Richtung breiterer Marktinfrastruktur mit Blockchain als offiziellem Aktienregister, ein Vorschlag, der zeigt, dass die SEC nicht nur auf Verwahrung schaut, sondern auch auf die zugrunde liegende Verwaltung von Wertpapieren.