Solana-TVL erreicht höchsten Stand seit fünf Wochen
Der Anstieg fällt mit niedrigerem Open Interest und abkühlenden Funding Rates zusammen, während DeFi-Protokolle und Stablecoins im Netzwerk mehr Kapital anziehen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Solana hat sich auf rund 80,84 $ erholt, während Trader Leverage abbauten und das Open Interest von 2,41 Milliarden $ auf 2,20 Milliarden $ zurückging.
- Die TVL auf Solana kletterte auf etwa 5,11 Milliarden $, den höchsten Stand seit Anfang Juni.
- Langfristige Holder erhöhten ihren Anteil am SOL-Angebot seit dem 29. Juni von 14,64 % auf 15,60 %.
Solana (SOL) notiert wieder bei rund 80,84 $ (71 €), während Marktteilnehmer gleichzeitig Positionen mit Leverage zurückfahren. Parallel dazu ist die TVL auf Solana auf den höchsten Stand seit Anfang Juni gestiegen. Das spricht dafür, dass hinter der Bewegung mehr tatsächliches Kapital steckt als nur Futures-Spekulation.
Leverage kühlt ab
Am 4. Juli wurde SOL bei etwa 82 $ (72 €) gehandelt, während das Open Interest bei rund 2,41 Milliarden $ (2,1 Milliarden €) lag. Die Funding Rate war damals mit 0,009 % noch positiv, was darauf hindeutete, dass Long-Positionen klar dominierten. Als der Markt anschließend nachgab, wurden Teile dieser Positionen aus dem Markt gedrängt. In der Folge fiel SOL am 6. Juli auf etwa 79,72 $ (70 €) und lag damit fast 3 % tiefer.
Seitdem ist das Open Interest auf rund 2,20 Milliarden $ (1,9 Milliarden €) gesunken, während sich die Funding Rate auf 0,004 % abgekühlt hat. Dadurch wirkt die jüngste Erholung weniger von geliehenem Kapital getrieben und stärker von direkter Kaufnachfrage. Für Krypto-Trader ist das relevant, weil Rallys auf Leverage oft schneller an Dynamik verlieren, sobald diese Finanzierung nachlässt.
Langfristige Holder kaufen nach
Die Erholung fällt zeitlich mit Käufen der geduldigsten Wallets im Solana-Netzwerk zusammen. Anleger, die SOL bereits seit ein bis zwei Jahren halten, haben ihren Anteil am gesamten Angebot seit dem 29. Juni von 14,64 % auf 15,60 % erhöht. Diese Gruppe hat während der erhöhten Volatilität also eher zugekauft als verkauft.
Das passt zu einem Marktbild, in dem der Verkaufsdruck nachlässt. Je mehr langfristige Holder weiter akkumulieren, desto kleiner wird das Angebot, das kurzfristig auf den Markt kommen kann. Das dürfte dazu beigetragen haben, den Rückgang nach dem Ausverkauf vom 4. Juli zu begrenzen.
DeFi liefert zusätzlichen Kontext
Die TVL auf Solana, also das gesamte Kapital, das in Anwendungen im Netzwerk gebunden ist, stieg von etwa 4,66 Milliarden $ (4,1 Milliarden €) am 26. Juni auf rund 5,11 Milliarden $ (4,5 Milliarden €) am 4. Juli. Das ist der höchste Stand seit Anfang Juni. Auch der DeFi-Sektor zeigt schon länger, dass das Netzwerk über reine Spekulation hinausgewachsen ist: Im Jahr 2026 stieg die TVL laut Marktdaten auf rund 12 Milliarden $ (10,5 Milliarden €), während Protokolle wie Jupiter Exchange, Kamino und Drift Protocol das Ökosystem breiter aufstellen.
Auch das Stablecoin-Angebot auf Solana bleibt mit rund 15,6 Milliarden $ (13,7 Milliarden €) robust und liegt nur knapp unter dem Höchststand von etwa 16 Milliarden $ (14 Milliarden €) vom 3. Juli. Das deutet darauf hin, dass weiterhin viel Liquidität im Netzwerk vorhanden ist. Für europäische Krypto-Leser ist das vor allem deshalb interessant, weil Solana immer häufiger als Gradmesser dafür gilt, wie stark sich DeFi-Aktivität und Spot-Nachfrage innerhalb einer großen Altcoin gegenseitig verstärken können.
Ein Teil dieser Nachfrage kommt auch von Parteien, die SOL in ihre Bilanz aufnehmen. So kaufte Forward Industries im zweiten Quartal weitere Tokens nach. Das zeigt, dass das Interesse an Solana nicht nur aus dem Markt selbst stammt.